Am 28. Spieltag der Saudi Pro League 2025-2026 verlor der Al-Ettifaq im EGO Stadium mit 2:3 gegen den Al Riyadh. Nach einer 2:0-Führung durch Tore in der fünften und 33. Minute kam der Al Riyadh noch vor der Pause heran und drehte die Partie in der zweiten Halbzeit. Die Entscheidung fiel in der Nachspielzeit durch ein Tor nach einem späten Wechsel.
Frühe Effizienz und anschließender Verlust der Kontrolle über den Strafraum
Der Al-Ettifaq startete mit hoher Zielstrebigkeit in die ersten Aktionen: In der fünften Minute brachte Georginio Wijnaldum das Heimteam in Führung, vorbereitet von Moussa Dembélé. Auch der zweite Treffer in der 33. Minute entstand aus einer klaren Szene, als Khalid Al Ghannam nach Vorarbeit von Wijnaldum auf 2:0 stellte. In dieser Phase war nicht der Ballbesitz entscheidend, sondern die Effizienz in den Momenten, in denen der Al-Ettifaq in Abschlusspositionen kam.
Mit zunehmender Spielzeit verlagerte sich das Spielgeschehen jedoch in Richtung Al Riyadh. Obwohl der Ballbesitz mit 51 zu 49 Prozent nahezu ausgeglichen blieb, kippte das Chancenbild zugunsten der Gäste. Das Schussverhältnis von 13:19 und vor allem die 9:12 Abschlüsse innerhalb des Sechzehners zeigen, dass der Al Riyadh häufiger in die zentralen Zonen vor dem Tor gelangte. Der Ausgleich an Strafraumpräsenz spiegelte sich auch im Expected-Goals-Wert wider, der mit 1,62 zu 1,89 leicht zugunsten des Al Riyadh ausfiel.
Für den Al-Ettifaq wurde die eigene Führung dadurch zunehmend schwer zu verteidigen, weil die Gäste nicht nur mehr Abschlüsse sammelten, sondern diese auch häufiger aus torgefährlichen Bereichen suchten. Die drei Paraden auf beiden Seiten unterstreichen, dass beide Torhüter vergleichbar oft eingreifen mussten, die Summe der Angriffe und Abschlüsse aber klar mehr in Richtung Al-Ettifaq-Tor ging.
Wendepunkte durch Trefferfolge und Anpassungen zur Pause
Der erste Anschluss fiel in der 38. Minute durch Leandro Antunes und veränderte den Spielrhythmus unmittelbar vor der Halbzeit. Der Al Riyadh nahm damit die 2:0-Hypothek aus dem Spiel, ohne dass sich dafür eine extreme Ballbesitzdominanz abzeichnen musste. Entscheidend war, dass die Gäste in der Folge konsequent zu Abschlüssen kamen und das Risiko in den letzten Metern erhöhten.
Zur Pause reagierte der Al Riyadh mit zwei Wechseln: Khalil Al Absi ersetzte E. Sali, Osama Al Bowardi kam für Marzouq Tambakti. Diese Umstellungen zahlten sich auch im Spielverlauf aus, weil die Gäste nach Wiederanpfiff die Aktivität im letzten Drittel hochhielten und erneut zu klaren Aktionen kamen. In der 54. Minute traf Antunes ein zweites Mal, diesmal nach Assist von Teddy Okou, und stellte auf 2:2. Das Tor war nicht isoliert zu betrachten, sondern als Folge einer Phase, in der der Al Riyadh häufiger in den Sechzehner kam und das Schussvolumen weiter nach oben trieb.
Beim Al-Ettifaq blieb die personelle Reaktion zunächst aus, und der erste Wechsel erfolgte erst in der 69. Minute, als Ahmed Hassan für Radhi Al Otaibi kam. Al Otaibi war zuvor bereits in der 27. Minute verwarnt worden und hatte bis zu seiner Auswechslung ein Rating von 5,6, das als klarer Ausreißer nach unten im Heimteam auffiel. Der späte Wechsel nahm zwar ein individuelles Risiko aus dem Spiel, änderte aber das grundlegende Kräfteverhältnis bei den Abschlüssen nicht mehr.
Individuelle Schwerpunkte und Ausbeute aus dem Schussvolumen
Die Partie wurde in den entscheidenden Szenen stark von einzelnen Spielern geprägt, deren Beiträge direkt im Ereignisprotokoll und in den Statistiken sichtbar sind. Für den Al-Ettifaq war Wijnaldum mit einem Tor und einem Assist der zentrale Faktor der frühen Führung. Sein Rating von 7,7 ordnet ihn als einen der wirkungsvollsten Akteure der Gastgeber ein, auch wenn sein Passvolumen mit fünfzehn Pässen eher niedrig war und seine Wirkung vor allem in der finalen Aktion lag. Al Ghannam setzte mit seinem Treffer und einem Rating von 7,9 zusätzlich einen klaren Akzent und war mit sechs Dribblings bei vier erfolgreichen Versuchen häufig in direkten Duellen involviert.
Auf Seiten des Al Riyadh ragte Antunes heraus. Er erzielte zwei Tore, gab acht Schüsse ab und brachte drei davon aufs Tor, was seine Rolle als primärer Abschlussspieler der Gäste klar belegt. Mit einem Rating von 8,3 war er der auffälligste Spieler der Partie und verband die höhere Gesamtzahl an Abschlüssen des Al Riyadh mit konkretem Output auf der Anzeigetafel. Auffällig war zudem, dass der Al Riyadh trotz hoher Schusszahl nicht auf Distanzabschlüsse festgelegt war, sondern mit zwölf Abschlüssen im Strafraum konsequent die nahen Zonen suchte.
Die Entscheidung fiel in der Nachspielzeit, als der eingewechselte Mamadou Sylla Diallo in der 90. Minute plus drei nach Assist eines kurz zuvor eingewechselten Spielers traf. Damit wurde ein später Wechsel direkt zu einem messbaren Faktor im Ergebnis. Diallo stand nur rund neun Minuten auf dem Platz, hatte aber in dieser kurzen Zeit einen Abschluss aufs Tor und den entscheidenden Treffer. Im Gesamtbild passt das Tor zu einem Spiel, in dem der Al Riyadh längerfristig das höhere Abschlussvolumen und den etwas besseren xG-Wert aufbaute und die Partie schließlich über die Summe der Strafraumaktionen gewann.
Zusammenfassung
- Der Al-Ettifaq führte nach Toren in der fünften und 33. Minute 2:0, der Al Riyadh glich noch vor der Pause und nach dem Seitenwechsel aus.
- Der Al Riyadh erspielte sich über die gesamte Partie mehr Abschlüsse und mehr Strafraumabschlüsse, was sich im Schussverhältnis 13:19 und bei 9:12 Schüssen im Sechzehner zeigte.
- Der leichte Vorteil beim Expected Goals von 1,62 zu 1,89 stützte die höhere Durchschlagskraft der Gäste in Tornähe.
- Antunes prägte das Comeback mit zwei Toren bei acht Schüssen, während Wijnaldum mit Tor und Assist die frühe Führung des Al-Ettifaq trug.
- Die Entscheidung zum 2:3 fiel in der Nachspielzeit durch den eingewechselten Diallo nach Vorlage eines ebenfalls spät eingewechselten Mitspielers.