Am 29. Spieltag der Saudi Pro League 2025-2026 drehte der Al-Hazm das Spiel gegen den Al Riyadh und gewann 2:1. Zur Pause führte der Al Riyadh nach einem verwandelten Elfmeter, ehe der Al-Hazm direkt nach Wiederbeginn ausglich. Die Entscheidung fiel in der Nachspielzeit erneut per Strafstoß.
Spielverlauf und Momente der Effizienz
Der Al Riyadh kam in der ersten Halbzeit zu einem Ergebnisvorteil, obwohl die Spielanlage bereits auf hohe Aktivität im letzten Drittel hindeutete. Mit 54 Prozent Ballbesitz und 387 zu 333 Pässen kontrollierte der Al Riyadh die längeren Ballzirkulationsphasen, ohne daraus früh klare Abschlüsse auf das Tor zu erzwingen. Die Führung entstand in Minute 41 durch einen Elfmeter, den António José Pinheiro de Carvalho verwandelte. Bis zur Pause blieb es beim 0:1, auch weil der Al-Hazm in dieser Phase zwar zu eigenen Szenen kam, insgesamt aber nur begrenzte Präzision in die letzte Aktion brachte.
Nach dem Seitenwechsel kippte das Ergebnis schnell, ohne dass sich die Grundverteilung von Ballbesitz und Abschlussvolumen vollständig drehte. Der Al-Hazm glich in Minute 49 aus, Loreintz Rosier traf nach Vorlage von Fábio Santos Martins. Damit verwandelte der Al-Hazm einen seiner wenigen Schüsse aufs Tor besonders wirkungsvoll, denn über die gesamten neunzig Minuten standen nur 3:5 Schüsse aufs Tor aus Heimsicht zu Buche. In der Schlussphase blieb der Al Riyadh die Mannschaft mit dem höheren Druckwert, was sich in 17:13 Schüssen und vor allem in zwölf Abschlüssen aus dem Strafraum gegenüber sechs widerspiegelte. Trotzdem fiel das 2:1 für den Al-Hazm erst in Minute 90+6, als der eingewechselte Yousef Sami Al Mozairib Al Shammari den zweiten Elfmeter des Spiels auf der Gegenseite verwandelte.
Chancenprofil, xG und der Unterschied zwischen Gefahr und Ertrag
Die Daten zeichnen ein klares Bild: Der Al Riyadh erspielte sich die größere Abschlussqualität und häufiger direkte Torannäherungen. Das Expected-Goals-Verhältnis von 2.56 zu 1.25 spricht deutlich für den Al Riyadh und passt zur hohen Zahl an Strafraumabschlüssen. Während der Al-Hazm sieben seiner dreizehn Schüsse von außerhalb nahm, brachte der Al Riyadh die Mehrzahl seiner Versuche aus zentraleren, torgefährlicheren Räumen an. Auch das Verhältnis der Torhüteraktionen unterstreicht diese Tendenz: Ibrahim Zaid Al Malki musste vier Paraden liefern, Milan Borjan nur zwei.
Dennoch entschied nicht die Gesamtsumme der Chancen, sondern die Verwertung einzelner Schlüsselmomente. Der Al-Hazm erzielte beide Tore mit Aktionen, die das Spiel direkt auf den Punkt brachten: ein Treffer kurz nach der Pause sowie der späte Strafstoß. Dass der Al Riyadh trotz des hohen xG-Werts nur einmal traf, hängt in den Zahlen vor allem an der fehlenden Ausbeute aus der eigenen Strafraumpräsenz. Fünf Schüsse aufs Tor waren vorhanden, aber sie reichten nicht für ein zweites Tor, während der Al-Hazm mit drei Schüssen aufs Tor zwei Treffer erzielte. Das Spiel kippte damit weniger über eine langfristige Verlagerung des Feldspiels, sondern über die klare Ergebniswirkung der wenigen präzisen Heimaktionen.
Auf individueller Ebene fällt das Torhüterrating von Ibrahim Zaid Al Malki mit 7,6 als höchster Wert beim Al-Hazm ins Gewicht, passend zu den vier Paraden bei gleichzeitig nur einem Gegentor. Auf der anderen Seite standen beim Al Riyadh Yoann Barbet und Abdulelah Al Khaibari jeweils bei 7,3, was zur stabilen Beteiligung am Passspiel mit 63 beziehungsweise 62 Pässen und zur Präsenz in defensiven Duellen passt, den späten Gegentreffer per Elfmeter aber nicht verhindern konnte.
Zweikämpfe, Standards und Spielkontrolle in der Schlussphase
Die Partie war deutlich von Unterbrechungen und Karten geprägt, mit klarer Schlagseite zum Al-Hazm. Sechs Gelbe Karten beim Al-Hazm gegenüber einer beim Al Riyadh zeigen, dass der Al-Hazm häufiger in direkten Duellen und beim Stoppen von Aktionen über die Grenze ging. Auffällig ist die frühe Gelbe Karte für A. Bah bereits in Minute zwei sowie weitere Verwarnungen vor der Pause, unter anderem für Rosier in Minute 45. Diese Belastung prägte die zweite Halbzeit insofern, als der Al-Hazm in der Defensivarbeit immer wieder in Situationen kam, in denen er Zweikämpfe und Blockaktionen priorisieren musste. Vier geblockte Schüsse durch Abdurahman Khaled Al Dakheel verdeutlichen den Charakter dieser Abwehrarbeit.
Trotz des leichten Vorteils im Ballbesitz und im Passvolumen für den Al Riyadh blieb die Partie in den Standards und in den Strafraumsequenzen offen. Die Ecken lagen mit 7:6 nahezu ausgeglichen, wodurch keine Mannschaft über wiederkehrende Eckballserien dauerhaft die Spielrichtung festlegen konnte. Im offenen Spiel deutete die Abseitszahl von 4:2 gegen den Al Riyadh darauf hin, dass der Gast häufiger die Tiefe suchte und dabei mehrfach in Timing-Probleme lief. Diese Szenen erhöhten zwar die Aktivität in Tornähe, endeten aber zu oft ohne Abschlussfortsetzung.
Die Wechselphase ab Minute 67 brachte eher punktuelle Verschiebungen als einen klaren Rhythmuswechsel. Beim Al-Hazm ging Omar Jehad Al Somah nach 67 Minuten vom Platz, der bis dahin drei Schüsse und 2:2 Schüsse aufs Tor beigesteuert hatte, aber mit einem Rating von 5,5 insgesamt wenig Einfluss in den Duellen entfaltete. Entscheidend wurde stattdessen der Einwechselspieler Al Shammari, der in Minute 90+6 den Strafstoß verwandelte, obwohl er bis dahin nur drei Pässe spielte. Damit wurde ein Spiel, das der Al Riyadh über weite Strecken mit mehr Abschlüssen und höherer Strafraumpräsenz gestaltete, auf der Ergebnisebene durch die beiden Elfmeter und den schnellen Ausgleich nach der Pause entschieden.
Zusammenfassung
- Der Al-Hazm gewinnt in der Saudi Pro League 2025-2026 gegen den Al Riyadh mit 2:1 nach 0:1 zur Pause.
- Der Al Riyadh geht in Minute 41 durch einen verwandelten Elfmeter von António José Pinheiro de Carvalho in Führung, der Al-Hazm gleicht in Minute 49 durch Rosier nach Assist von Fábio Santos Martins aus.
- Der Al Riyadh hat Vorteile in Ballbesitz und Passvolumen sowie im Chancenprofil mit 17:13 Schüssen, 12:6 Strafraumabschlüssen und 2.56 zu 1.25 Expected Goals.
- Der Al-Hazm entscheidet das Spiel über Effizienz in den Schlüsselmomenten und trifft in Minute 90+6 per Elfmeter durch den eingewechselten Al Shammari.
- Die Defensivarbeit des Al-Hazm ist durch viele Verwarnungen geprägt, während Al Malki mit vier Paraden und Rating 7,6 eine zentrale Rolle in der Ergebnissicherung hat.