In der Saudi Pro League 2025-2026 gewann Al-Ettifaq am 11. Spieltag bei Al Riyadh mit 2:0. Zur Pause stand es 0:0, bevor eine Rote Karte gegen Al Riyadh in der 51. Minute den zweiten Durchgang prägte. Die Tore fielen spät in der 90. Minute und in der Nachspielzeit.
Ballbesitz und Spielkontrolle bis zur Roten Karte
Al-Ettifaq strukturierte das Spiel von Beginn an über klare Feldkontrolle. Mit 66 Prozent Ballbesitz und 557 Pässen bei 494 erfolgreichen Zuspielen hielt das Auswärtsteam die Partie über längere Phasen in einer Richtung, während Al Riyadh mit 34 Prozent Ballbesitz und 274 Pässen vor allem reaktiv blieb. Die Passmengen ordneten sich auch in der Spielerstatistik ein: Jack Hendry kam auf 84 Pässe mit 79 erfolgreichen, Ondrej Duda auf 76 mit 73, dazu Álvaro Medrán mit 87 Pässen, von denen 72 ankamen. Diese Dichte im Aufbau sorgte dafür, dass Al-Ettifaq häufiger im letzten Drittel ankam, ohne in der ersten Halbzeit zwingend durchzubrechen.
Al Riyadh bekam seine Entlastung eher über kürzere, direkte Sequenzen und einzelne Vorstöße. Das Verhältnis bei den Abschlüssen deutete bereits vor der Pause auf ein Chancenplus für Al-Ettifaq hin, insgesamt 14:8 bei Torschüssen und 7:2 bei Schüssen aufs Tor. Gleichzeitig blieb die Partie bis zum Seitenwechsel torlos, was zur Struktur der Abschlüsse passte: Al Riyadh brachte 7 seiner 8 Schüsse aus dem Strafraum, Al-Ettifaq 8 seiner 14. Al-Ettifaq kam also in ähnliche Zonen, benötigte aber wiederholt einen zusätzlichen Kontakt oder traf häufiger auf blockende Aktionen, erkennbar an 4 geblockten Schüssen gegenüber 2 bei Al Riyadh.
Die Zweikampfführung zeigte, dass Al Riyadh den Zugriff vor allem über Intensität suchte. 15 Fouls bei nur 6 Fouls von Al-Ettifaq bildeten den Rahmen für eine Partie, in der der Heimklub viel verteidigen musste und häufiger zu Unterbrechungen griff. Die Gelben Karten vor der Pause, Hendry in der 41. Minute und Bayesh in der 44. Minute, passten in dieses Bild: Al-Ettifaq hatte mehr Ballbesitz, Al Riyadh musste mehr verteidigen und nahm dafür mehr Risiko in den Zweikämpfen.
Der Platzverweis als Wendepunkt und die Verschiebung der Spielstatik
Mit der Roten Karte gegen Mohammed Naif Abdullah Al Hiri Al Khaibari in der 51. Minute veränderte sich die Ausgangslage deutlich. Al Riyadh verlor eine Option in der Restverteidigung und zugleich die Möglichkeit, in Ballbesitz längere Phasen zu stabilisieren. Der betroffene Spieler stand zu diesem Zeitpunkt bei 23 Pässen mit 22 erfolgreichen, was auf eine saubere, wenn auch eher absichernde Rolle im Spielaufbau hindeutete. Nach dem Platzverweis verschob sich die Belastung weiter in Richtung eigener Hälfte, und Al-Ettifaq konnte seine kontrollierte Passanlage noch konsequenter ausspielen.
Die Kräfteverhältnisse spiegelten sich in der Torhüterarbeit wider. Milan Borjan musste 6 Paraden leisten, Marek Rodák nur 2. Das bedeutet nicht nur mehr Schüsse aufs Tor für Al-Ettifaq, sondern vor allem, dass Al Riyadh über weite Strecken unter Druck stand und häufiger gezwungen war, Abschlüsse zuzulassen. Borjan stach dabei mit einem Spielerrating von 8,9 klar heraus, dem höchsten Wert bei Al Riyadh, was in diesem Kontext vor allem die Vielzahl abgewehrter Situationen erklärt, bevor das Spiel in der Schlussphase kippte. Auf der anderen Seite lag Rodák mit einem Spielerrating von 8,0 ebenfalls auffällig hoch, allerdings bei deutlich geringerer Beschäftigung, was zu einem Spielverlauf passt, in dem Al Riyadh zwar zu Abschlüssen kam, aber insgesamt seltener zu klaren Sequenzen in Tornähe.
In dieser Phase gewann für Al Riyadh die defensive Zweikampfarbeit einzelner Spieler an Bedeutung. Ismaila Soro brachte 6 Tackles und gewann 8 von 12 Duellen, Bayesh gewann ebenfalls 8 von 14 Duellen. Beide kamen auf ein Spielerrating von 7,2, was die Stabilisierung im Zentrum unter numerischer Unterzahl einordnet. Trotzdem blieb die zentrale Relation bestehen: Al-Ettifaq hatte mehr Ballzirkulation, mehr Abschlüsse und eine deutlich höhere Präsenz im letzten Drittel, auch wenn sich das lange nicht im Ergebnis zeigte.
Schlussphase, Einwechslungen und Effizienz bei den späten Treffern
Al-Ettifaq reagierte im letzten Drittel der Partie mit Wechseln, die die Offensivaktionen in der Schlussphase direkt beeinflussten. Khalid Al Ghannam kam in der 65. Minute und bereitete später den zweiten Treffer vor. Seine 2 Key Pässe in nur 25 Minuten und ein Spielerrating von 7,5 ordnen seinen Einfluss als klaren Impuls in der Endphase ein, ohne dass er über große Ballmengen agieren musste. Zuvor ging Ondrej Duda in der 77. Minute vom Feld, nachdem er mit 76 Pässen und einem Spielerrating von 7,3 ein stabiler Taktgeber im Aufbau gewesen war. Der Wechsel veränderte den Stil nicht, sondern hielt die Kontrolle aufrecht.
Trotz der strukturellen Überlegenheit blieb Al-Ettifaq bis in die 90. Minute ohne Tor. Das erklärt sich über die Effizienz und über die Qualität der letzten Aktionen: 7 Schüsse aufs Tor standen am Ende nur 2 Tore gegenüber, während Al Riyadh aus 2 Schüssen aufs Tor ebenfalls ohne Treffer blieb. Der Unterschied lag in der Konsequenz der finalen Minuten, als Al-Ettifaq seine Feldüberlegenheit in konkrete Abschlüsse in entscheidenden Momenten umsetzte.
In der 90. Minute traf Francisco Calvo nach Vorlage von Álvaro Medrán zum 1:0. Medráns Beitrag fügte sich in seine breite Arbeitslast ein: 87 Pässe, 2 Key Pässe und 7 gezogene Fouls, dazu ein Spielerrating von 7,7 als eines der höchsten bei Al-Ettifaq. Calvo selbst war nicht nur Torschütze, sondern brachte auch 2 Schüsse aufs Tor und 2 Interceptions, was seine Präsenz in beiden Strafräumen unterstreicht und mit seinem Spielerrating von 7,3 zusammenpasst. In der Nachspielzeit erhöhte Georginio Wijnaldum in der 90. plus 5 nach Assist von Al Ghannam auf 2:0. Auffällig war hier die Abschlussqualität: Wijnaldum hatte 3 Schüsse und setzte alle 3 aufs Tor, auch wenn sein Spielerrating von 6,3 im Teamkontext eher niedrig ausfiel und damit zu einem Profil passt, das weniger über Spielkontrolle, sondern über punktuelle Endprodukt-Aktionen wirkte.
Al Riyadh wechselte erst spät, Okou ging in der 79. Minute, Al Shehri und Al Bowardi kamen in der 87. Minute. Das änderte die Spielrichtung nicht mehr. Das Heimteam blieb in der Schlussphase vor allem in der Defensivarbeit gebunden, und die späten Gegentore waren der Moment, in dem die zuvor gehaltene Null trotz starkem Torwartspiel nicht mehr zu sichern war.
Zusammenfassung
- Al-Ettifaq gewann in der Saudi Pro League 2025-2026 bei Al Riyadh mit 2:0, nach 0:0 zur Halbzeit.
- 66 Prozent Ballbesitz und 557 Pässe von Al-Ettifaq standen 34 Prozent und 274 Pässen von Al Riyadh gegenüber, was die Spielkontrolle des Auswärtsteams prägte.
- Die Rote Karte gegen Al Riyadh in der 51. Minute verschob die Statik weiter zugunsten von Al-Ettifaq und erhöhte die Defensivlast des Heimteams.
- Al-Ettifaq hatte mehr und klarere Toraktionen mit 14:8 Schüssen und 7:2 Schüssen aufs Tor, die Tore fielen jedoch erst in der 90. Minute und in der 90. plus 5.
- Milan Borjan hielt Al Riyadh mit 6 Paraden und einem Spielerrating von 8,9 lange im Spiel, bevor Calvo nach Medrán-Vorlage und Wijnaldum nach Assist von Al Ghannam entschieden.