Der Cerro Porteño gewann am zweiten Spieltag der Copa Libertadores 2026 in der Gruppenphase mit 1:0 gegen den Junior. Zur Pause stand es 0:0, bevor Jonathán Gabriel Torres in der 57. Minute nach Vorlage von Matías Damián Pérez traf. Junior hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz, konnte daraus aber keinen Ausgleich erzielen.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Die Grundverteilung des Spiels wurde früh über den Ballbesitz sichtbar: Der Junior hielt den Ball mit 54 Prozent etwas häufiger und kam insgesamt auf 367 Pässe, während der Cerro Porteño bei 46 Prozent Ballbesitz und 308 Pässen blieb. Auch bei der Passgenauigkeit lag der Junior vorne, da 289 Zuspiele ankamen, beim Cerro Porteño waren es 220. Daraus ergab sich phasenweise ein Bild, in dem der Junior mehr Sequenzen mit Ball hatte und der Cerro Porteño häufiger aus kompakteren Situationen heraus in kürzeren Verbindungen nach vorn ging.
Entscheidend war jedoch, dass der Ballbesitz des Junior nicht im gleichen Maß in Aktionen im Strafraum übersetzt wurde. Während die Passzahlen auf eine etwas höhere Spielkontrolle des Junior hindeuteten, kam der Cerro Porteño im letzten Drittel öfter zu direkten Abschlusspositionen. Das zeigt sich daran, dass die Heimmannschaft trotz weniger Ballbesitz das bessere Schussverhältnis hatte und vor allem im Strafraum präsenter war. Insgesamt blieb das Spiel in dieser Hinsicht eng, weil die Ballzirkulation des Junior zwar stabil wirkte, aber nicht konsequent genug zu Abschlüssen aus kurzen Distanzen führte.
Chancenprofil und Effizienz
Das Schussverhältnis ging mit 11:8 an den Cerro Porteño, bei den Schüssen aufs Tor war es mit 4:3 ebenfalls knapp zugunsten der Gastgeber. Der wichtigste Unterschied lag in der Herkunft der Abschlüsse: Der Cerro Porteño kam auf 6 Schüsse innerhalb des Sechzehners, der Junior nur auf 3. Außerhalb des Strafraums waren beide Teams gleichauf, jeweils fünf Versuche. Damit hatte der Junior zwar ähnliche Möglichkeiten aus der Distanz, erzeugte aber deutlich weniger Abschlüsse aus den Bereichen, in denen die Trefferwahrscheinlichkeit typischerweise höher ist.
Dass der Junior beim Expected-Goals-Wert dennoch minimal vorne lag, mit 0,90 gegenüber 0,79, passt zu einem Spiel, in dem wenige Situationen eine größere Qualität hatten, ohne dass daraus viele Abschlüsse in Tornähe entstanden. Umso mehr entschied letztlich die Effizienz eines einzigen klar verwerteten Moments. Der Cerro Porteño nutzte in der 57. Minute eine Aktion, die in den Zahlen auch personell greifbar wird: Jonathán Gabriel Torres erzielte das Tor, Matías Damián Pérez lieferte den Assist.
Individuell stachen dabei vor allem zwei Akteure der Heimmannschaft heraus. Pérez brachte neben der Vorlage auch zwei Key Pässe und kam auf das Team-Spitzenrating von 7,6, während Torres mit seinem Treffer und ebenfalls einem Rating von 7,6 den Abschluss des entscheidenden Angriffs setzte. Auf der anderen Seite hielt der Junior das Spiel über weite Strecken offen, weil Mauro Santiago Silveira im Tor mit drei Paraden und einem Rating von 7,2 stabil blieb. So blieb das 1:0 ein knapper Spielstand, der nicht durch eine Welle an Chancen, sondern durch die bessere Nutzung der wenigen Strafraumaktionen zustande kam.
Spielentscheidende Phasen und Disziplin
Der erste Durchgang war von vielen Unterbrechungen geprägt, ohne dass sich auf der Anzeigetafel etwas änderte. Bis zur Pause blieb es beim 0:0, auffällig waren aber bereits mehrere Verwarnungen, die das Zweikampfverhalten einordneten. Der Cerro Porteño sah in der 26. Minute Gelb gegen E. Torales, in der 38. Minute folgte eine Verwarnung für Ángel Guillermo Benítez nach einem Ellbogenvergehen. Beim Junior wurde Juan David Ríos Henao in der 37. Minute wegen Haltens verwarnt. Insgesamt endete die Partie mit vier Gelben Karten für den Cerro Porteño und einer für den Junior, bei 13:12 Fouls blieb die Intensität zudem nahezu ausgeglichen.
Unmittelbar nach der Pause setzten beide Teams auf personelle Anpassungen. Beim Junior kam Guillermo León Celis zur zweiten Halbzeit für Ríos Henao, beim Cerro Porteño wurden Piris Da Motta durch C. Bobadilla und Benítez durch Mateo Klimowicz ersetzt. Diese Wechsel fielen in eine Phase, in der die Partie nach dem 0:0 zur Pause offener wurde und der Cerro Porteño häufiger in Abschlusssituationen im Strafraum kam. Der Treffer in der 57. Minute gab der zweiten Halbzeit ihren klaren Bezugspunkt, weil der Junior danach reagieren musste.
Die Reaktion des Junior folgte über weitere Wechsel: In der 59. Minute kamen Bryan David Castrillón und Guillermo Miguel Paiva, später ersetzte J. Sarmiento Yimmi Chará, und ab der 76. Minute stand Luis Fernando Muriel auf dem Platz. Obwohl der Junior so mehr Optionen für das letzte Drittel auf dem Feld hatte, blieb die Zahl der Schüsse aufs Tor bei drei und die Strafraumabschlüsse bei insgesamt drei. Der Cerro Porteño verteidigte den Vorsprung bis in die Schlussphase hinein, auch wenn die späten Gelben Karten gegen Pablo Vegetti in der 86. Minute und F. Peralta in der Nachspielzeit ein Bild davon gaben, dass die letzten Minuten stark über Zweikämpfe und Spielunterbrechungen liefen. In diesen Situationen hatte der Cerro Porteño im Tor einen entscheidenden Stabilitätsfaktor: Alexis Martín Arias parierte dreimal und kam mit 8,3 auf das höchste Rating der Partie, was zum knappen 1:0-Endstand passte.
Zusammenfassung
- Der Cerro Porteño gewinnt in der Copa Libertadores 2026 Gruppenphase gegen den Junior mit 1:0, das Tor fällt in der 57. Minute durch Jonathán Gabriel Torres nach Assist von Matías Damián Pérez.
- Der Junior hat mehr Ballbesitz und mehr Passvolumen, der Cerro Porteño kommt jedoch zu mehr Abschlüssen und vor allem zu mehr Schüssen im Strafraum.
- Trotz leicht höherem xG des Junior bleibt dessen Offensivoutput im Strafraum begrenzt, während der Cerro Porteño den entscheidenden Moment verwertet.
- Die Partie ist von vielen Fouls und mehreren Verwarnungen geprägt, mit klarer Kartenmehrheit beim Cerro Porteño.
- Schlüssel für das Zu-null ist die Torwartleistung von Alexis Martín Arias mit drei Paraden und dem Rating 8,3.