In der Copa Libertadores 2026 in der Gruppenphase gewann der Estudiantes La Plata am zweiten Spieltag mit 2:1 gegen den Cusco. Nach der Führung durch Facundo Farías glich Cusco kurz darauf durch Lucas Colitto aus, ehe Tiago Palacios direkt nach der Pause das zweite Tor erzielte. Eine Gelb-Rote Karte gegen Colitto kurz nach dem 2:1 prägte den weiteren Verlauf.
Chancenbild und Spielkontrolle
Der Spielverlauf ließ sich über weite Strecken an der Verteilung von Ballbesitz und Abschlüssen ablesen. Der Estudiantes La Plata hatte mit 56 Prozent mehr Ballbesitz und spielte insgesamt 459 Pässe, von denen 398 ankamen. Cusco kam auf 359 Pässe bei 295 erfolgreichen Zuspielen, was in der Summe auf weniger längere Ballphasen und weniger Ankünfte in aussichtsreichen Räumen hindeutete.
Entscheidend war jedoch weniger das reine Passvolumen als die Häufigkeit, mit der der Estudiantes La Plata Abschlüsse produzierte. Das Schussverhältnis lag bei 24:5, bei Schüssen aufs Tor bei 8:2. Auch in der Strafraumnähe war der Abstand klar: dreizehn Schüsse aus dem Sechzehner für den Estudiantes La Plata gegenüber drei für Cusco. Das ergab ein Spielbild, in dem die Heimelf deutlich mehr Aktionen in Tornähe sammelte, während Cusco phasenweise auf wenige Momente angewiesen blieb.
Das Expected-Goals-Verhältnis von 1,42 zu 0,79 ordnete diese Dominanz ein. Es zeigt, dass die Vielzahl an Estudiantes-Abschlüssen nicht in gleicher Größenordnung als Großchancen messbar wurde, während Cusco aus wenigen Angriffen zu vergleichsweise wertigen Situationen kam. Zur Balance gehörte auch, dass Cuscos Torhüter P. Díaz mit fünf Paraden und einem Rating von 6,9 deutlich häufiger eingreifen musste als Estudiantes-Keeper Muslera, der bei einem Gegentor nur eine Parade verzeichnete.
Tore und Schlüsselphase um die Pause
Die entscheidenden Momente lagen eng beieinander. In der achtundzwanzigsten Minute brachte Facundo Farías den Estudiantes La Plata in Führung. Drei Minuten später glich Cusco aus, als Lucas Colitto nach Vorlage von D. Soto traf. Der schnelle Ausgleich verhinderte, dass sich die bis dahin anlaufende Überlegenheit des Estudiantes La Plata sofort im Spielstand festsetzte, und hielt Cusco trotz geringer Abschlusszahl im Spiel.
Unmittelbar nach der Pause verschob sich die Statik erneut. Tiago Asael Palacios erzielte in der achtundvierzigsten Minute das 2:1. In der Folge entstand eine Phase, in der Cusco nicht nur einem Rückstand hinterherlief, sondern kurz danach zusätzlich in Unterzahl geriet: Colitto sah in der einundfünfzigsten Minute nach Gelb in der vierundvierzigsten Minute die Gelb-Rote Karte. Damit verlor Cusco nicht nur einen Torschützen, sondern auch einen Spieler, der bis dahin in Duellen und im Gegenpressen präsent war. Colitto kam auf zwölf Duelle und gewann sechs, dazu vier Tackles, und war somit in mehreren Spielmomenten direkt involviert.
Dass der Estudiantes La Plata nach dem Platzverweis nicht weiter hochskalierte, lässt sich an der Effizienz ablesen: aus 24 Abschlüssen wurden zwei Tore, bei 1,42 Expected Goals. Cusco blieb trotz Unterzahl bei insgesamt nur fünf Schüssen, sodass die Aufgabe für die Heimelf stärker darin lag, die geringe gegnerische Aktivität im letzten Drittel nicht durch Ballverluste zu beleben. Hinweise darauf, dass dies weitgehend gelang, liefern auch die wenigen Defensivaktionen, die sich in den Torhüterstatistiken spiegeln.
Individuelle Beiträge und Duellführung
Auf der Seite des Estudiantes La Plata ragten in den messbaren Beiträgen vor allem die beiden Torschützen und ein Defensivspieler heraus. Tiago Asael Palacios verband Torproduktion mit hoher Aktivität: vier Schüsse, davon zwei aufs Tor, dazu acht Dribblings mit vier erfolgreichen Aktionen und insgesamt fünfzehn Duelle, von denen er sieben gewann. Sein Rating von 7,9 spiegelte die Kombination aus Abschlusspräsenz und wiederholten Vorstößen in torgefährliche Zonen.
Facundo Farías setzte in seiner Spielzeit bis zur Auswechslung in der dreiundsechzigsten Minute ebenfalls klare Akzente. Er traf nicht nur zum 1:0, sondern brachte beide eigenen Abschlüsse aufs Tor und erhielt mit 7,7 ein sehr hohes Rating. Dass er trotz neun Duellen nur drei gewann, passt zu einem Profil, das stärker über Aktionen im letzten Drittel als über Zweikampfdominanz wirkte und damit direkt auf die erhöhte Schusszahl des Estudiantes La Plata einzahlt.
Defensiv war Leandro González Pérez ein Stabilitätsfaktor in der direkten Zweikampfführung. Er gewann neun seiner elf Duelle, spielte 74 Pässe mit 68 erfolgreichen Zuspielen und kam auf ein Rating von 7,6, auch wenn er in der zweiundachtzigsten Minute eine Gelbe Karte wegen Handspiels sah. In einem Spiel, in dem Cusco nur selten zu Abschlüssen kam, waren solche gewonnenen direkten Duelle und die saubere Ballzirkulation aus der Abwehr heraus ein zentraler Baustein, um gegnerische Umschaltmomente klein zu halten.
Cusco hatte in der Offensive wenige, aber punktuelle Beiträge. Neben dem Treffer von Colitto war Horacio Carabajal bis zu seiner Auswechslung in der dreiundfünfzigsten Minute mit zwei Schüssen und einem Schuss aufs Tor einer der wenigen Spieler, die überhaupt Abschlussmomente erzeugten. Nach der Roten Karte reagierte Cusco mit mehreren Wechseln, doch das Grundproblem blieb statistisch sichtbar: drei Abseitsstellungen, nur zwei Schüsse aufs Tor und insgesamt zu wenige Strafraumaktionen, um die defensiv starke Duellbilanz einzelner Estudiantes-Spieler nachhaltig zu testen.
Zusammenfassung
- Der Estudiantes La Plata gewann in der Copa Libertadores Gruppenphase am zweiten Spieltag mit 2:1 gegen den Cusco.
- Das Spiel war durch klare Vorteile der Heimelf geprägt, besonders im Schussverhältnis 24:5 und bei den Strafraumabschlüssen 13:3.
- Nach dem 1:0 durch Farías folgte der schnelle Ausgleich durch Colitto, ehe Palacios nach der Pause das 2:1 erzielte.
- Die Gelb-Rote Karte gegen Colitto kurz nach dem 2:1 reduzierte Cuscos Offensivpräsenz weiter und begrenzte die Zahl der Abschlüsse.
- Palacios mit Rating 7,9 und Farías mit 7,7 prägten die Torproduktion, während González Pérez mit 7,6 über Duelle und Passspiel absicherte.