In der Relegation der 1. česká fotbalová liga 2025-2026 gewann der Pardubice bei dem MFK Karviná mit 2:1. Pardubice ging früh in Führung, Karviná glich kurz vor der Pause aus, ehe der erneute Treffer der Gäste unmittelbar nach Wiederbeginn das Spiel entschied. In der Folge blieb Karviná über längere Phasen am Ball, kam aber nicht mehr zum Ausgleich.
Torfolge und Spielphasen
Der Spielbeginn kippte früh zugunsten des Pardubice, als Vojtěch Patrák nach dreizehn Minuten zur 0:1-Führung traf. Bereits an diesem Zeitpunkt zeichnete sich das Muster ab, das sich auch in den Gesamtdaten spiegelt: Karviná hatte mehr Ballbesitz und deutlich mehr Passaktionen, während Pardubice seine Angriffe häufiger bis in den Strafraum brachte. Aus der Perspektive des Spielverlaufs war das frühe Tor der Gäste deshalb weniger ein Zufallsprodukt als der erste konkrete Ertrag aus einer direkteren Angriffsauslösung.
Karviná fand vor allem über längere Ballzirkulation in die Partie, ohne die Chanceverteilung sofort klar auf seine Seite zu ziehen. Der Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte beziehungsweise in Minute 45, als Denny Samko nach Vorarbeit von Sahmkou Diaby Camara das 1:1 erzielte. Der Zeitpunkt war für den Heimverlauf wichtig, weil er die Halbzeit ohne Rückstand sicherte und die zweite Hälfte in ein offenes Spiel zurücksetzte, obwohl Pardubice bis dahin die klareren Szenen im gegnerischen Sechzehner hatte.
Die entscheidende Phase folgte direkt nach Wiederanpfiff: In Minute 51 traf V. Samuel nach Assist von Abdullahi Tanko zum 1:2. Dieser Treffer war in der Chronologie der Wendepunkt, weil er Karviná in eine längere Aufholphase zwang, in der sich das Verhältnis zwischen Kontrolle und Durchschlagskraft stark auseinanderzog. Pardubice konnte danach häufiger in tieferen Zonen verteidigen, ohne dass sich der Spielstand noch einmal bewegte.
Ballbesitz gegen Strafraumpräsenz
Die Statistiken zeigen ein klares Spannungsfeld: Karviná dominierte den Ballbesitz mit 62 Prozent und spielte 432 Pässe, davon 346 erfolgreich. Pardubice kam auf 38 Prozent Ballbesitz, 268 Pässe und 179 erfolgreiche Zuspiele. Diese Verteilung spricht für deutlich mehr Spielzeit mit Ball bei Karviná, sie erklärt aber nicht automatisch die Qualität der Abschlusssituationen.
Entscheidend war, wo die Angriffe endeten. Pardubice nahm elf seiner zwölf Schüsse innerhalb des Sechzehners, Karviná nur sechs seiner zehn. Gleichzeitig kam Karviná viermal von außerhalb des Strafraums zum Abschluss, Pardubice nur einmal. Daraus lässt sich ableiten, dass Karviná trotz längerer Ballphasen häufiger vor der letzten Linie hängen blieb und Abschlüsse aus weniger zentralen Zonen nahm, während Pardubice mit weniger Aktionen häufiger in unmittelbare Tornähe gelangte.
Auch die erwarteten Tore unterstreichen diese Relation: Mit 0,96 Expected Goals lag Karviná deutlich unter dem Wert von Pardubice mit 1,67. Das passt zum Bild eines Heimteams, das viel Ballbesitz in Abschlüsse übersetzte, aber seltener in die Zone kam, in der Chancen statistisch regelmäßig hochwertig werden. Pardubice musste dafür weniger auf Spielkontrolle setzen, weil die Wege zum Abschluss kürzer und zielgerichteter waren.
Dass Karviná trotzdem bis zum Ende im Spiel blieb, hing auch mit Standards und Phasen im letzten Drittel zusammen. Sieben Ecken für Karviná gegenüber vier für Pardubice zeigen, dass der Druck nach dem Rückstand zumindest in Angriffsdauer und Feldlage vorhanden war. Die reine Eckballzahl ersetzte jedoch nicht die fehlende Strafraumdichte, die sich in der Schussverteilung ablesen lässt.
Effizienz, Zweikämpfe und auffällige Einzelbeiträge
Im Abschluss war Pardubice die effizientere Mannschaft: fünf Schüsse aufs Tor aus zwölf Versuchen stehen drei Schüsse aufs Tor aus zehn Versuchen bei Karviná. Die Torhüterwerte fügen sich ein: Jakub Lapeš parierte drei Bälle, Aleš Mandous zwei. Bei einem 2:1 ist der Unterschied nicht spektakulär, aber er zeigt, dass Pardubice den gegnerischen Keeper etwas häufiger zu echten Paraden zwang.
Individuell stachen bei Pardubice vor allem die direkt an den Toren beteiligten Spieler heraus. V. Samuel lieferte mit einem Tor und einer Vorlage den klarsten Output und wurde mit einem Rating von 8,2 bewertet, dem höchsten Wert seines Teams. Patrák traf zum 0:1 und kam auf ein Rating von 7,9, was die Wirkung seines frühen Treffers und seine Beteiligung im Offensivspiel abbildet. Ergänzend stabilisierte Simon Bammens mit einem Rating von 7,3 und gewonnenen zehn von zehn Duellen viele direkte Situationen, was besonders in einer Partie mit längeren Karviná-Ballphasen relevant war.
Bei Karviná fiel Sahmkou Diaby Camara als prägendster Akteur auf: Er bereitete das 1:1 vor, brachte vier von vier Dribblings durch und kam auf ein Rating von 7,3, den auffälligsten Wert im Heimteam. Seine Aktionen spiegeln sich darin, dass Karviná im Spielaufbau und in Übergängen immer wieder in Positionen kam, aus denen zumindest Abschlüsse möglich wurden. Gleichzeitig bleibt die Gesamtbilanz der Heimoffensive trotz des Ausgleichs begrenzt, was sich im niedrigen Expected-Goals-Wert und in nur drei Schüssen aufs Tor ausdrückt.
Die Wechselphase ab Minute 62 bei Pardubice deutet auf eine frühe Stabilisierung nach der Führung hin: Drei Auswechslungen innerhalb weniger Minuten, darunter der spätere Torschütze V. Samuel, verschoben die Verantwortung in der Schlussphase auf andere Spieler. Karviná reagierte mit mehreren Wechseln zwischen Minute 67 und 86, konnte aber den statistischen Kern des Spiels nicht mehr drehen: mehr Ballbesitz und mehr Passvolumen, jedoch weniger Aktionen in der gefährlichsten Zone. Disziplinär blieb die Partie kontrolliert, mit jeweils einer Gelben Karte und ohne Platzverweise, was eine durchgehende Elf-gegen-elf-Struktur bis zum Ende sicherte.
Zusammenfassung
- Pardubice gewann in der Relegation bei dem MFK Karviná mit 2:1 nach Toren in der dreizehnten und 51. Minute sowie dem Karviná-Ausgleich in Minute 45.
- Karviná hatte mit 62 Prozent Ballbesitz und 432 Pässen deutlich mehr Spielkontrolle, Pardubice setzte mit weniger Ballbesitz die zielstärkeren Angriffe.
- Die Chancequalität sprach für Pardubice, erkennbar an 1,67 zu 0,96 Expected Goals und elf zu sechs Schüssen im Strafraum.
- Im Torabschluss war Pardubice präsenter mit 5:3 Schüssen aufs Tor und erzwang damit etwas mehr Torhüteraktionen.
- V. Samuel mit Rating 8,2 und Patrák mit 7,9 prägten die Gäste-Offensive, während bei Karviná Diaby Camara mit Assist und Rating 7,3 herausstach.