Am 18. Spieltag der Süper Lig 2025-2026 trennten sich Kasimpasa und Antalyaspor im Recep Tayyip Erdoğan Stadyumu mit 0:0. Kasimpasa hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz und mehr Offensivaktionen, während Antalyaspor insgesamt weniger Abschlüsse setzte. In einem Spiel ohne Tore entschieden vor allem defensive Stabilität und die Ausführung in den letzten Aktionen über den Punktgewinn beider Teams.
Ballbesitz und Passspiel: Kasimpasa mit mehr Kontrolle, Antalyaspor mit weniger Ballphasen
Kasimpasa prägte die Statik der Partie durch einen klaren Vorteil im Ballbesitz (59 % zu 41 %) und eine höhere Passzahl (413 zu 299). Auch die Anzahl erfolgreicher Pässe lag deutlich auf Seiten der Gastgeber (330 zu 214), was auf längere Ballzirkulation und mehr Sequenzen in geordneten Strukturen hindeutet. Antalyaspor hatte dagegen seltener längere Ballphasen und musste häufiger ohne längere Vorbereitung verteidigen oder nach Ballgewinnen schneller Lösungen finden.
Im individuellen Profil stach bei Kasimpasa insbesondere Kerem Demirbay heraus, der über 90 Minuten 56 Pässe spielte und dabei 2 Key-Pässe verbuchte. Auch Nicholas Opoku (64 Pässe, 57 angekommen) und Adam Arous (59 Pässe, 43 angekommen) trugen die Verbindungen in Aufbau und Zirkulation. Antalyaspor kam in vergleichbaren Rollen auf niedrigere Passmengen; Sander van de Streek blieb bei 17 Pässen, Dario Šarić bei 21, was den geringeren Anteil an kontrollierten Ballphasen unterstreicht.
Die Spielkontrolle über Ballbesitz führte jedoch nicht zu einem Torerfolg, was sich in der weiteren Auswertung der letzten Aktionen zeigt. Das Verhältnis von Dominanz in der Ballzirkulation zu einem 0:0 deutet darauf hin, dass Kasimpasa zwar häufiger in Abschlusssituationen kam, die Qualität oder die letzte Präzision im Strafraum aber nicht ausreichte, um Antalyaspors Abwehr und Torhüter zu überwinden.
Abschlüsse und Strafraumaktionen: klare Vorteile für Kasimpasa, aber ohne Durchbruch
Kasimpasa hatte mehr Abschlüsse (11 zu 7) und brachte auch mehr Versuche auf das Tor (4 zu 2). Besonders deutlich war der Unterschied bei den Schüssen innerhalb des Strafraums: Kasimpasa kam dort auf 9 Abschlüsse, Antalyaspor nur auf 2. Antalyaspor wich dagegen deutlich häufiger auf Distanz aus (5 Schüsse außerhalb des Sechzehners gegenüber 2 bei Kasimpasa), was zu einem insgesamt weniger gefährlichen Abschlussprofil passt.
Auch die xG-Werte unterstützen das Bild eines leichten Chancenplus für Kasimpasa (1,16 zu 0,76). Dieser Vorsprung blieb allerdings begrenzt, was erklärt, warum trotz häufiger Strafraumaktionen kein Tor fiel: Kasimpasa hatte zwar mehr Situationen in Nähe des Tores, erzeugte aber nicht genug klare oder verwertbare Abschlüsse, um die Partie zu entscheiden. Antalyaspor blieb in der Summe zwar gefährlich genug, um mit seinen Abschlüssen präsent zu sein, erzeugte jedoch ebenfalls kein Niveau an Chancen, das typischerweise zu einem Tor führt.
In der Einzelbetrachtung hatte Fousseni Diabaté bis zu seiner Auswechslung in der 81. Minute den größten Abschlussanteil bei Kasimpasa (3 Schüsse, davon 2 aufs Tor). Zusätzlich kamen Abschlüsse von Ben Ouanes (1 Schuss, aufs Tor) und später von eingewechselten Spielern wie Pape Habib Guèye (1 Schuss, aufs Tor) sowie Cem Üstündag (1 Schuss). Auf Seiten Antalyaspors verteilten sich die Abschlüsse stärker auf mehrere Akteure, darunter Jesper Ismaila Ceesay (2 Schüsse) und Dario Šarić (2 Schüsse), ohne dass daraus eine ausreichende Effizienz in Richtung Torabschluss entstand.
Defensivarbeit, Standards, Karten und Wechsel: Antalyaspor stabil, Kasimpasa mit Druckphasen
Antalyaspor verteidigte den eigenen Strafraum über lange Phasen erfolgreich und ließ trotz der Kasimpasa-Dominanz keine entscheidende Durchbruchsszene zu. Das zeigt sich auch in den Torhüteraktionen: Julián Cuesta Díaz kam auf 3 Paraden, Andreas Gianniotis auf 2. Beide Teams hielten damit die wenigen Abschlüsse auf den Kasten unter Kontrolle, wobei Antalyaspor den höheren Druck durch Kasimpasas Strafraumpräsenz insgesamt ohne Gegentor überstand.
Ein weiterer Hebel der Gastgeber waren Standardsituationen: Kasimpasa erspielte sich 10 Ecken, Antalyaspor nur 4. Diese Differenz spricht für längere Druckphasen und häufigere Angriffe, die zu geklärten Bällen und Abwehraktionen im letzten Drittel führten. Dennoch blieb auch aus dieser Standardsumme der finale Ertrag aus, was die insgesamt fehlende Durchschlagskraft in den entscheidenden Momenten unterstreicht.
Die Partie war zudem von vielen Zweikämpfen und Unterbrechungen geprägt. Kasimpasa beging 17 Fouls, Antalyaspor 11; beide Teams standen zudem jeweils 4-mal im Abseits, was auf wiederholte Versuche hindeutet, hinter die letzte Linie zu kommen, aber auch auf eine defensive Organisation, die Läufe kontrollieren konnte. Bei den Karten hatte Kasimpasa mit 3 Gelben Karten (Baldursson 3’, Kahveci 38’, Ali Yavuz Kol 90+3’) ein höheres Belastungsprofil als Antalyaspor mit einer Verwarnung (Ceesay 48’). Auffällig: Baldursson und Ali Yavuz Kol fehlten aufgrund ihrer Gelben Karten im nächsten Spiel.
Die Wechsel waren früh und teils positionsprägend. Antalyaspor musste bereits in der 23. Minute Abdülkadir Ömür durch Samuel Leo Beat Ballet ersetzen, später folgten in der 59. Minute zwei weitere Wechsel (Safouri für Dikmen und S. Karakoc für Storm) sowie ein später Wechsel in der 89. Minute (Boli für Šarić). Kasimpasa reagierte in der 62. Minute mit einem Dreifachwechsel (Guèye für Baldursson, Ali Yavuz Kol für Kahveci, Üstündag für Kanatsızkuş) und brachte in der Schlussphase zusätzlich Mamadou Fall (81’) und Cenk Tosun (88’). Diese Maßnahmen erhöhten die personelle Frische in der Offensive, änderten aber am Ergebnis nichts, weil die letzte Aktion vor dem Tor weiterhin nicht präzise genug war.
Zusammenfassung
- 0:0 zwischen Kasimpasa und Antalyaspor am 18. Spieltag der Süper Lig 2025-2026.
- Kasimpasa mit mehr Ballbesitz (59 %) und mehr Pässen (413 zu 299).
- Kasimpasa mit mehr Abschlüssen (11 zu 7) und mehr Strafraumabschlüssen (9 zu 2).
- xG-Vorteil für Kasimpasa (1,16 zu 0,76), ohne Torerfolg.
- Kasimpasa mit 10 Ecken, Antalyaspor mit 4.
- Kasimpasa sah 3 Gelbe Karten, Antalyaspor 1; Baldursson und Ali Yavuz Kol fehlen im nächsten Spiel.