In der Süper Lig 2025-2026 gewann der Rizespor am vierundzwanzigsten Spieltag bei Kasimpasa mit 3:0. Nach dem 0:1 durch Halil İbrahim Dervişoğlu in der fünfundzwanzigsten Minute baute der Rizespor den Vorsprung kurz nach der Pause aus und erhöhte in der Schlussphase. Kasimpasa hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz, kam aber nicht zu einem Treffer.
Entscheidende Phasen und Spielverlauf
Die Partie kippte zunächst nicht über eine lange Dominanzphase, sondern über Effizienz in klar abgegrenzten Momenten. Der Rizespor ging in der fünfundzwanzigsten Minute durch Halil İbrahim Dervişoğlu in Führung, und Kasimpasa musste damit früher als geplant gegen einen Rückstand anspielen. In den Zahlen blieb es dennoch eng: Kasimpasa hatte 52 Prozent Ballbesitz und spielte 394 Pässe, der Rizespor 48 Prozent und 360 Pässe. Der Spielstand entwickelte sich aber in eine Richtung, die diese Verteilung nicht abbildete.
Unmittelbar nach der Halbzeit reagierte Kasimpasa mit einem Wechsel, E. Aydin kam zur sechsundvierzigsten Minute für Jim Émilien Ngowet Allevinah. Entscheidend für den weiteren Verlauf war jedoch die nächste klare Aktion des Rizespor: In der sechsundfünfzigsten Minute traf Valentin Mihai Mihăilă nach Vorlage von Qazim Laçi zum 0:2. Innerhalb einer Minute nach Dervişoğlus Gelber Karte in der fünfundfünfzigsten Minute vergrößerte sich der Abstand, und Kasimpasa stand fortan vor der Aufgabe, bei weiter relativ ausgeglichenen Spielanteilen deutlich mehr Risiko in den letzten Metern zu erzeugen.
In der Schlussphase setzte der Rizespor den dritten Treffer nach. Adedire Emmanuel Awokoya-Mebude erhöhte in der achtzigsten Minute auf 0:3. Danach folgten weitere Wechsel auf beiden Seiten, doch der Spielstand war zu diesem Zeitpunkt bereits klar. Auffällig ist, dass beide Teams in Summe vergleichbar oft zum Abschluss kamen, das Ergebnis aber über zwei Zeitfenster entschieden wurde: einmal vor der Pause mit dem Führungstor und einmal direkt nach Wiederanpfiff mit dem schnellen zweiten Treffer.
Chancenverteilung und Effizienz vor dem Tor
Kasimpasa brachte zwölf Schüsse zustande, der Rizespor vierzehn. Der Unterschied lag weniger in der Gesamtmenge als in der Zielgenauigkeit und in der zu erwartenden Gefährlichkeit: Der Rizespor kam auf 6 Schüsse aufs Tor, Kasimpasa auf 3. Auch der Wert der Expected Goals stützt die Ausrichtung des Spiels: 1.42 für den Rizespor gegenüber 0.73 für Kasimpasa. Das 3:0 ist damit nicht allein durch Abschlussglück erklärbar, sondern durch die Kombination aus mehr Abschlüssen auf den Kasten und den insgesamt besseren Abschlusspositionen.
In der Strafraumnähe blieb es eng, aber erneut mit leichtem Vorteil für den Rizespor. Kasimpasa nahm sieben Schüsse innerhalb des Sechzehners, der Rizespor acht, außerhalb des Strafraums lagen beide Teams mit 5 zu 6 ebenfalls nah beieinander. Entscheidend war, wie viele dieser Versuche tatsächlich prüfend wurden. Beim Rizespor war Awokoya-Mebude ein klarer Ausreißer in der Verwertung: drei Schüsse, drei Schüsse aufs Tor und ein Tor, dazu ein Spielerrating von 7.3, das sich aus direktem Output und stabiler Beteiligung ableiten lässt. Bei Kasimpasa stach Adrian Dawid Benedyczak mit vier Schüssen heraus, davon drei aufs Tor, dennoch blieb es ohne Treffer.
Die Torhüterstatistik zeigt zusätzlich, warum Kasimpasa trotz einiger Aktionen nicht herankam. Beide Torhüter kamen jeweils auf drei Paraden. Für Kasimpasa bedeutete das bei sechs gegnerischen Schüssen aufs Tor und drei Gegentoren, dass die entscheidenden Abschlüsse des Rizespor besonders schwer zu verteidigen waren. Auf der anderen Seite parierte Yahia Fofana ebenfalls dreimal bei drei Schüssen aufs Tor, wodurch jede klare Kasimpasa-Aktion ohne Ertrag blieb. Das korrespondiert mit dem niedrigen xG-Wert des Heimteams und dem Umstand, dass der Rizespor das Spiel über die Box hinweg nicht nur erreichte, sondern dort auch häufiger zwingend wurde.
Spielkontrolle, Zweikämpfe und personelle Impulse
Die Spielkontrolle verteilte sich über Ballbesitz und Passvolumen leicht zugunsten von Kasimpasa, ohne dass daraus eine klare Dominanz im letzten Drittel entstand. Mit 307 erfolgreichen Pässen bei Kasimpasa gegenüber 286 beim Rizespor blieb die Passsicherheit ähnlich, das Spiel war zudem durch viele Duelle und Kontakte unterbrochen: sechzehn Fouls bei Kasimpasa und fünfzehn beim Rizespor. In so einem Rahmen entscheiden oft einzelne Durchbrüche und die Präzision bei den wenigen klaren Torchancen, was sich im Endergebnis widerspiegelt.
Die Wechsel unterstrichen die unterschiedlichen Bedürfnisse beider Teams. Kasimpasa reagierte mit mehreren Offensivwechseln, zunächst direkt nach der Pause, später zur siebzigsten Minute mit Pape Habib Guèye für Cenk Tosun und Ali Yavuz Kol für Benedyczak. Damit veränderte sich die personelle Besetzung in der Spitze, aber der Output blieb begrenzt, auch weil die Anzahl der Schüsse aufs Tor über die gesamte Spielzeit bei drei stehen blieb. Der Rizespor konnte dagegen nach dem 0:2 gezielter verwalten und rotierte in der zweiundsiebzigsten Minute gleich doppelt, als Ali Sowe für Dervişoğlu und Altin Zeqiri für Mihăilă kamen.
Auf Individualebene hatten beim Rizespor vor allem Qazim Laçi und Casper Michael Højer Nielsen sichtbaren Einfluss in den statistischen Eckpunkten. Laçi lieferte die Vorlage zum 0:2 und kam auf vier Key Pässe, sein Rating von 7.3 passt zur Rolle als häufige Verbindung in den entscheidenden Situationen. Højer Nielsen erreichte mit 7.7 das höchste Rating im Team, ergänzt durch einen Schuss aufs Tor und sechs gewonnene Duelle bei insgesamt acht, was zu den Phasen passt, in denen der Rizespor trotz leicht geringerer Spielanteile stabil blieb. Kasimpasa hatte einzelne solide Werte, etwa Rodrigo Nascimento França mit 66 Pässen und drei Blocks bei einem Rating von 6.9, doch diese Beiträge änderten den Verlauf nicht, weil die eigene Chancenqualität und die Abschlusspräzision nicht auf das Niveau des Gegners kamen.
Zusammenfassung
- Der Rizespor gewann bei Kasimpasa in der Süper Lig 2025-2026 mit 3:0 durch Tore in der fünfundzwanzigsten, sechsundfünfzigsten und achtzigsten Minute.
- Kasimpasa hatte etwas mehr Ballbesitz und mehr Passvolumen, blieb im letzten Drittel aber zu selten mit Schüssen aufs Tor durchschlagskräftig.
- Der Rizespor war bei Abschlüssen aufs Tor klar vorn und lag auch bei Expected Goals deutlich vor Kasimpasa.
- Das 0:2 kurz nach der Pause und das 0:3 in der Schlussphase setzten die entscheidenden Ergebnisabstände, obwohl das Schussverhältnis insgesamt eng blieb.
- Laçis Assist und Key-Pass-Werte sowie Højer Nielsens höchstes Teamrating ordneten sich in die effektive Chancenverwertung und das stabile Spiel des Rizespor ein.