In der Copa Libertadores 2026 Gruppenphase gewann die LDU de Quito am zweiten Spieltag mit 2:0 gegen Mirassol. Die Entscheidung fiel in der ersten Halbzeit durch zwei frühe Tore, danach blieb es trotz längerem Ballbesitz der Gäste beim Ergebnis. In der Schlussphase spielte Mirassol nach einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl.
Frühe Effizienz entscheidet die erste Halbzeit
Der Spielverlauf wurde sehr früh in Richtung der LDU de Quito gelenkt: Bereits in der sechsten Minute brachte Yerlin Josué Quiñónez Nazareno sein Team mit 1:0 in Führung. Dieser Treffer veränderte die Ausgangslage unmittelbar, weil Mirassol fortan mehr Anteile am Ball suchte, ohne im selben Maß Zugriff auf gefährliche Abschlusszonen zu bekommen.
Die LDU blieb auch nach der Führung in der Lage, aus vergleichsweise wenigen eigenen Ballbesitzphasen Abschlüsse zu generieren. Das zweite Tor fiel in der 34. Minute durch José Alfredo Quintero Ordóñez nach Vorarbeit von Janner Hitcler Corozo Alman. Dass die LDU zur Pause bereits 2:0 führte, passte zur Tororientierung ihrer Angriffe und zur deutlich höheren Abschlusszahl, obwohl Mirassol insgesamt länger den Ball hielt.
Auch auf individueller Ebene spiegelte sich diese Phase in den Daten: Quintero Ordóñez war mit einem Tor, drei Schüssen und drei Key-Pässen der prägendste Akteur der Heimelf und erhielt mit 8.2 das auffällig höchste Rating. Quiñónez Nazareno bestätigte seine Wirkung über das frühe Tor hinaus mit zwei Schüssen aufs Tor bei insgesamt zwei Versuchen und einem Rating von 7.6.
Ballbesitzvorteil ohne Durchschlagskraft bei Mirassol
Mirassol kam über das Spiel hinweg auf 61 Prozent Ballbesitz und eine deutlich höhere Passzahl von 479 gegenüber 297 bei der LDU, zudem war die Passquote mit 421 erfolgreichen Pässen ebenfalls klar höher als bei den Gastgebern mit 241. In der Spielanlage bedeutete das: Mirassol zirkulierte häufiger und länger, doch diese Kontrolle schlug sich kaum in produktiven Abschlüssen nieder.
Das Chancenbild war eindeutig: Die LDU kam auf 17 Schüsse, Mirassol nur auf vier. Noch klarer wurde der Unterschied im Strafraum: acht Schüsse der LDU innerhalb des Sechzehners standen nur zwei von Mirassol gegenüber. Auch bei Schüssen aufs Tor lag die LDU mit 5:1 vorn. Mirassols hohe Ballbesitzwerte führten damit überwiegend zu Aktionen außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone, während die LDU ihre Angriffe deutlich regelmäßiger bis in Abschlusspositionen trug.
Diese fehlende Durchschlagskraft zeigte sich auch im Expected-Goals-Wert: 0.64 für die LDU gegenüber 0.16 für Mirassol. Das war weniger eine Frage vieler zwingender Großchancen der Gastgeber als vielmehr ein Ausdruck davon, dass Mirassol über neunzig Minuten kaum zu Abschlüssen aus guten Zonen kam. Der Torhüter der LDU, Gonzalo Roberto Valle Bustamante, musste statistisch nur einen Schuss parieren, während Mirassols Keeper Walter Leandro Capeloza Artune drei Paraden verzeichnete und zwei Gegentore hinnehmen musste.
Spielkontrolle nach der Pause, Wechsel und Platzverweis
Nach dem Seitenwechsel reagierte Mirassol sofort mit einem Wechsel und brachte Everton Galdino Moreira für Lucas Andrés Mugni. Es folgten weitere Einwechslungen zwischen der 62. und 67. Minute, wodurch Mirassol personell frischer wurde, ohne dass sich das Schussverhältnis grundlegend verschob. Der statistische Abstand blieb bestehen, weil die LDU weiterhin häufiger zum Abschluss kam und Mirassol trotz Ballbesitz kaum in die Box gelangte.
In dieser Phase spielte auch das Foul- und Kartenbild eine Rolle für den Rhythmus. Die LDU beging insgesamt 15 Fouls, Mirassol nur fünf, was zu häufigeren Unterbrechungen durch die Heimelf passte. Gleichzeitig sammelte Mirassol die entscheidenderen Karten: Nach Gelb in der 59. Minute für Lucas da Cruz Oliveira folgte in der 82. Minute die Gelb-Rote Karte gegen ihn. Damit wurden die Möglichkeiten, den Rückstand in einer intensiveren Schlussphase noch einmal über längere Ballbesitzketten zu drehen, zusätzlich eingeschränkt.
Die LDU nutzte die zweite Halbzeit vor allem zur Verwaltung der Führung mit gezielten Wechseln: Michael Steveen Estrada Martínez und Rodney Iván Redes Cáceres kamen in der 69. Minute, später folgten G. Allala, Alexander Antonio Alvarado Carriel und Josue William Cuero Mercado. Diese Wechsel änderten am Ergebnis nichts, hielten aber die Balance, weil Mirassol in Unterzahl und mit insgesamt nur vier Abschlüssen keine Phase mit konstantem Druck aufbauen konnte.
Zusammenfassung
- Die LDU de Quito gewann in der Copa Libertadores Gruppenphase am zweiten Spieltag mit 2:0 gegen Mirassol.
- Die Partie wurde durch das 1:0 in der sechsten Minute und das 2:0 in der 34. Minute in der ersten Halbzeit entschieden.
- Mirassol hatte mit 61 Prozent Ballbesitz und 479 Pässen mehr Spielanteile, blieb aber mit 4:17 Schüssen und 1:5 Schüssen aufs Tor deutlich unterlegen.
- Die LDU brachte mehr Abschlüsse in den Strafraum, acht zu zwei, und lag auch beim Expected Goals mit 0.64 zu 0.16 vorn.
- Die Gelb-Rote Karte gegen Lucas da Cruz Oliveira in der 82. Minute nahm Mirassol in der Schlussphase zusätzliche Möglichkeiten, das Ergebnis noch zu verändern.