Portugal gewann in den Finalspielen der Weltmeisterschaft 2026 gegen Kroatien im BMO Field mit 2:1. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Ivan Perišić Kroatien in Führung, bevor Cristiano Ronaldo per Elfmeter ausglich und Gonçalo Ramos in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte. Mehrere Tore wurden nach VAR-Prüfungen wegen Abseits aberkannt.
Ballbesitz und Spielkontrolle
Portugal prägte den Grundrhythmus der Partie über längere Phasen mit deutlich mehr Ballbesitz und Passvolumen. Die 60 Prozent Ballbesitz gingen mit 576 Pässen einher, von denen 526 ankamen, während Kroatien bei 40 Prozent Ballbesitz auf 366 Pässe und 311 erfolgreiche Zuspiele kam. Daraus ergab sich ein klares Übergewicht Portugals im geordneten Aufbau, mit dem das Spiel häufiger in die gegnerische Hälfte verlagert wurde.
Diese Feldüberlegenheit schlug jedoch nicht automatisch in eine Überlegenheit bei den klaren Abschlüssen aufs Tor um. Trotz 15:14 Schüssen zugunsten Portugals lag Kroatien bei den Schüssen aufs Tor mit 6:3 vorn, was zeigt, dass Kroatien seine Angriffe häufiger in Versuche brachte, die den Torhüter tatsächlich beschäftigten. Das wird auch durch die Torhüterstatistik gestützt: Portugals Keeper Diogo Costa musste fünf Paraden zeigen, Kroatiens Dominik Livaković nur zwei.
Im letzten Drittel spiegelten die Eckbälle das territoriale Bild stärker wider: Portugal kam auf neun Ecken, Kroatien auf fünf. Gleichzeitig blieb die Partie in der Raumaufteilung eng, weil beide Teams viele ihrer Abschlüsse aus dem Strafraum heraus nahmen. Portugal kam auf zehn Schüsse im Sechzehner, Kroatien sogar auf elf, wodurch die Spielkontrolle Portugals eher über Ballzirkulation und Wiedergewinnung der zweiten Bälle als über dauerhafte Abschlussszenen mit hoher Torwahrscheinlichkeit entstand.
Chancenqualität und Effizienz
Die Expected Goals ordnen den Chancenverlauf zugunsten Portugals ein. Mit 2.18 zu 1.34 xG hatte Portugal insgesamt die höhere Abschlussqualität, auch wenn Kroatien öfter aufs Tor traf. In der Summe passte dazu, dass Portugal in entscheidenden Momenten effizient blieb und am Ende zwei Tore aus vergleichsweise wenigen Schüssen aufs Tor erzielte.
Der Spielverlauf nach der Pause verschob die Effizienzfrage mehrfach. Kroatien ging in der 53. Minute durch Ivan Perišić in Führung, wobei sein persönlicher Output an diesem Abend sehr punktgenau blieb: ein Schuss, ein Schuss aufs Tor, ein Tor. Dass er mit Spielerrating 7,9 zugleich den höchsten Wert im kroatischen Team erreichte, unterstreicht, wie stark sein Beitrag an das entscheidende Ereignis gekoppelt war.
Portugal reagierte in der Folge mit mehr Druckphasen und wurde auch durch VAR-Entscheidungen in seiner Torannäherung sichtbar. In der 61. Minute wurde ein Treffer von Cristiano Ronaldo wegen Abseits aberkannt, kurz darauf fiel der Ausgleich: In der 68. Minute verwandelte Ronaldo einen Elfmeter zum 1:1. Seine Statistik bleibt dabei auffällig schlank, ein Schuss, ein Schuss aufs Tor, dazu das Tor vom Punkt, was den Ausgleich als klaren Effizienz-Moment und weniger als Ergebnis einer hohen Abschlussfrequenz von ihm persönlich markiert.
Spät in der Partie gab es weitere Abseitsentscheidungen gegen Kroatien, darunter ein aberkanntes Tor in der 81. Minute sowie ein weiteres nach VAR in der 90. Minute plus dreizehn. Diese Sequenz passt dazu, dass Kroatien zwar zu Abschlüssen und auch zu Aktionen mit Torabschluss kam, die entscheidenden Zentimeter aber mehrfach gegen sich hatte. Auf der anderen Seite nutzte Portugal in der 90. Minute plus vier die entscheidende Szene: Gonçalo Ramos traf nach Vorarbeit von Rafael Leão zum 2:1. Ramos brachte als Einwechselspieler zwei Schüsse an, einer davon aufs Tor, und erzielte den Siegtreffer, was sich auch in seinem Spielerrating 7,9 abbildete.
Schlüsselphasen, Wechsel und Defensivarbeit
Die erste Halbzeit blieb trotz hoher Aktivität ohne Tore, wobei sich das Spiel bereits dort als intensiv in den direkten Duellen zeigte. Kroatien beging insgesamt zwölf Fouls gegenüber sechs von Portugal, zudem standen am Ende zwei Gelbe Karten für Kroatien und eine für Portugal. Rúben Dias sah früh in der 17. Minute Gelb, blieb danach aber präsent in vielen direkten Aktionen: zehn gewonnene Duelle bei insgesamt vierzehn sowie zwei Interceptions stützen seine Rolle als stabiler Faktor in einer Partie, in der Kroatien öfter zu Schüssen aufs Tor kam.
Nach der Pause setzten beide Teams personelle Impulse. Kroatien brachte zur zweiten Halbzeit Igor Matanović für Ante Budimir, Portugal veränderte ab der 62. Minute in kurzer Folge mehrfach. Mit den Einwechslungen von Bernardo Silva, Francisco Conceição, Nélson Semedo und vor allem Gonçalo Ramos wurden Rollen neu verteilt, was sich im Spielverlauf vor allem über die Schlussphase auszahlte. Entscheidend war weniger ein sprunghafter Anstieg der Schusszahl, sondern dass Portugals Angriffe in den letzten Minuten präzise genug waren, um den einen Abschluss zu erzeugen, der das Spiel entschied.
Defensiv blieb Portugal trotz des höheren Ballbesitzes gefordert, weil Kroatien seine Angriffe oft bis in den Strafraum trug und dabei insgesamt sechs Schüsse aufs Tor produzierte. Diogo Costa hielt Portugal mit fünf Paraden im Spiel und kam auf ein Spielerrating von 7,7, was seine Bedeutung für das Ergebnis vor allem in den Phasen nach dem 0:1 und in der langen Schlussphase mit mehreren VAR-Situationen einordnet. Auf portugiesischer Seite fiel zudem Nuno Mendes als konstanter Vorwärtsfaktor auf: vier Schlüsselpässe und drei erfolgreiche Dribblings bei insgesamt vier Versuchen erklären, warum Portugals Ballbesitzphasen wiederholt in gefährliche Zonen geführt wurden, auch wenn daraus nicht permanent Schüsse aufs Tor entstanden.
In der Gesamtschau zeigen die Abseitswerte und die VAR-Entscheidungen auch eine klare Linie im Risikoprofil beider Teams. Kroatien stand viermal im Abseits, Portugal nur einmal, und gleich mehrere der spielentscheidenden Momente lagen an dieser Grenze. Dadurch blieb das Spiel bis in die Nachspielzeit offen, ehe Portugal den späten Abschluss in ein reguläres Tor ummünzte.
Zusammenfassung
- Portugal gewann gegen Kroatien in den Finalspielen der Weltmeisterschaft 2026 mit 2:1.
- Portugal hatte mehr Ballbesitz und deutlich mehr Passvolumen, Kroatien aber das Plus bei Schüssen aufs Tor.
- Die Chancenqualität lag laut xG bei Portugal, Kroatien blieb dennoch über Strafraumabschlüsse gefährlich.
- Nach kroatischer Führung durch Perišić glich Ronaldo per Elfmeter aus, mehrere Tore wurden per VAR wegen Abseits aberkannt.
- Ramos entschied das Spiel in der 90. Minute plus vier nach Vorlage von Leão, während Diogo Costa mit fünf Paraden Portugals Sieg absicherte.