In der Copa Libertadores 2026, Gruppenphase am dritten Spieltag, gewann der Rosario Central bei der UCV mit 3:0. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase fiel vor der Pause die Führung, kurz nach Wiederbeginn wurde sie durch einen verwandelten Elfmeter ausgebaut. In der Nachspielzeit stellte Rosario Central mit einem weiteren Treffer den Endstand her.
Ballbesitz und Spielanlage
Rosario Central hatte über weite Strecken mehr Ballkontrolle, was sich im Ballbesitz von 59 zu 41 Prozent und vor allem im Passvolumen zeigte. Mit 447 gespielten Pässen bei 359 erfolgreichen Aktionen lag das Auswärtsteam deutlich über den 307 Pässen und 227 erfolgreichen Pässen der UCV. Das Spiel lief dadurch häufig in längeren Ballbesitzphasen der Gäste, während die UCV öfter in kürzeren Sequenzen agierte und schneller in Abschlüsse oder direkte Aktionen überging.
Diese Rollenverteilung spiegelt sich auch in der Positionsarbeit rund um den Strafraum: Rosario Central kam auf zehn Schüsse innerhalb des Sechzehners, die UCV auf sieben. Gleichzeitig nahm die UCV deutlich häufiger Abschlüsse aus der Distanz, mit sechs Versuchen von außerhalb gegenüber nur einem Distanzschuss der Gäste. Das spricht für unterschiedliche Angriffswege: Rosario Central suchte häufiger den Abschluss aus zentraleren oder näheren Zonen, die UCV musste öfter aus weniger günstigen Entfernungen abschließen.
Trotz der höheren Passzahlen blieb das Spiel im reinen Schussverhältnis knapp: Die UCV kam auf 13 Schüsse, Rosario Central auf elf. Entscheidend war jedoch die Verteilung der Schüsse aufs Tor und die Qualität der Abschlüsse: Die Gäste brachten vier Abschlüsse aufs Tor, die UCV drei. Passend dazu lagen die Expected Goals bei 1,55 für Rosario Central und 1,11 für die UCV, was die leichte Chancenüberlegenheit der Gäste und zugleich die klare Differenz im Ergebnis einordnet.
Schlüsselphasen und Spielentscheidungen
Die erste klare Verschiebung im Spiel ergab sich in der 35. Minute, als Ignacio Ovando nach Vorarbeit von Jaminton Campaz das 1:0 für Rosario Central erzielte. Bis dahin blieb der Verlauf in den Basisdaten eng, danach musste die UCV häufiger gegen einen Rückstand anlaufen. Dass die Gäste im Anschluss nicht in eine reine Verwaltungsphase kippten, zeigt sich am stabilen Volumen ihrer Aktionen im letzten Drittel, erkennbar an den insgesamt zehn Strafraumabschlüssen und der höheren Eckballzahl von 6 zu 3.
Direkt nach der Pause folgte die zweite entscheidende Szene: In der 53. Minute verwandelte Ángel Di María einen Elfmeter zum 2:0, nachdem er bereits früh im Spiel verwarnt worden war. Der Zeitpunkt war für den Spielverlauf zentral, weil er den Rückstand der UCV von einem auf zwei Tore erhöhte, ohne dass sich zuvor ein längerer Druckaufbau der Heimelf in Toren niederschlug. Im Anschluss blieb der UCV zwar das Abschlussvolumen erhalten, doch die Relation zwischen Abschlüssen und unmittelbarer Torgefahr kippte zugunsten der Gäste.
Die dritte Phase, die den Endstand prägte, lag in der Schlussphase. Rosario Central reagierte in der 80. Minute mit einem Doppelwechsel und brachte unter anderem Enzo Copetti, der in der dritten Minute der Nachspielzeit nach Assist von Guillermo Fernández zum 3:0 traf. Dass dieser Treffer so spät fiel, aber das Ergebnis dennoch deutlich ausfiel, passt zum Gesamtbild: Rosario Central nutzte die entscheidenden Momente effizienter, während die UCV ihre Phasen mit Ballgewinnen und Schüssen nicht in Tore übersetzte.
Chancenverwertung, Torhüter und Disziplin
Die Effizienz war der größte Unterschied zwischen beiden Teams. Rosario Central erzielte drei Tore bei vier Schüssen aufs Tor, die UCV blieb trotz drei Schüssen aufs Tor ohne Treffer. Die Torhüterzahlen stützen das: Jeremías Ledesma kam auf vier Paraden und war damit direkt daran beteiligt, dass die UCVs Abschlüsse ohne Ertrag blieben, während UCV-Torhüter G. Schiavone nur eine Parade verzeichnete und drei Gegentore hinnehmen musste.
Auch in der Auswahl der Abschlusszonen zeigt sich, warum die UCV schwerer zu klaren Treffermöglichkeiten kam. Während Rosario Central zehn Abschlüsse aus dem Strafraum generierte und damit häufiger in Abschlusspositionen mit kurzer Distanz gelangte, verteilte die UCV ihre Versuche stärker auf Distanzschüsse. Diese Mischung kann zwar das Schussvolumen erhöhen, führt aber nicht automatisch zu mehr Torwahrscheinlichkeit, was sich im Abstand zwischen 1,11 Expected Goals und null erzielten Toren widerspiegelt.
Bei der Einordnung einzelner Akteure ragen auf Gästeseite Ovando und Guillermo Fernández heraus, beide mit einem Spielerrating von 7,6. Ovando verband seinen Treffer mit einer insgesamt sauberen Beteiligung im Passspiel, während Fernández nach seiner Einwechslung zur Pause mit dem Assist zum 3:0 einen direkten statistischen Einfluss auf den Endstand lieferte. Für die UCV fiel Francisco Solé mit einem Rating von 7,5 auf, unter anderem durch drei Key Passes sowie eigene Abschlüsse, was zeigt, dass die Heimelf durchaus zu produktiven Aktionen kam, diese aber nicht in Tore ummünzte.
In der Disziplin blieb die Partie insgesamt im Rahmen, beide Teams sahen jeweils drei Gelbe Karten und keine Platzverweise. Die UCV hatte mit 13 zu 11 etwas mehr Fouls, was sich mit Phasen erklärt, in denen sie gegen den Ball arbeiten und Unterbrechungen setzen musste. Entscheidend war jedoch weniger die reine Anzahl an Fouls oder Karten, sondern dass Rosario Central die spielentscheidenden Situationen im Strafraum und vor dem Tor konsequenter nutzte.
Zusammenfassung
- Rosario Central gewann in der Copa Libertadores 2026, Gruppenphase, bei der UCV mit 3:0.
- Die Gäste hatten mehr Ballbesitz und deutlich mehr Passaktionen, die UCV kam eher über kürzere Angriffe und mehr Distanzabschlüsse.
- Das 1:0 durch Ovando in der 35. Minute und das 2:0 per Elfmeter durch Di María in der 53. Minute setzten die entscheidenden Spielmarken.
- Trotz 13:11 Schüssen zugunsten der UCV lagen Strafraumabschlüsse, Expected Goals und Schüsse aufs Tor leicht bei Rosario Central.
- Ledesmas vier Paraden und die bessere Verwertung der Gäste standen im Gegensatz zur torlosen UCV trotz einzelner produktiver Offensivphasen.