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Fankurve

Groundhopper´s Diary: Saisonstart in Bayern

Auch wenn in Österreich die Pflichtspielsaison mit der 1.Runde in den Cupbewerben im KFV und im SFV an diesem Wochenende begonnen hat, zog uns nach Niederbayern, wo bereits der Saisonauftakt in der Liga war. Wir organisierten unsere Spiele rund um das für Samstag angesetzte Nachmittagsspiel des FC Dingolfing in der Landesliga Mitte. Da der FC Dingolfing aber die Qualifikationsrunde im BFV-Landespokal überstand, wurde das Samstagsspiel abgesagt und man setzte das Pokalspiel gegen den Ligakonkurrenten SpVgg Landshut schon auf Freitagabend an.

FC Dingolfing – SpVgg Landshut 1:2 (1:1)

Da wir unser Quartier sowieso in Dingolfing bezogen haben, störte uns dies in keiner Weise, denn wir haben nun das qualitativ bessere Spiel in Dingolfing und unsere Planänderung führte uns am Samstag schließlich zu zwei Begegnungen in Niederbayerns Bezirksliga Ost, während wir ansonsten zwei Spiele in Bezirksliga West Niederbayerns geplant gehabt hätten.

Kurz vor dem Anpfiff erreichen wir das Isar-Wald-Stadion, in dem 379 Zuschauer und die beiden Mannschaften gespannt auf Schiedsrichter Schunke und seine beiden Assistenten warten. Das Fußballstadion ist in die Anlage einer Speedwaybahn integriert, wobei die Gegentribüne sowohl bei den Sandbahnrennen als auch bei Fußballspielen genutzt werden kann. Durch diese unüberdachte und mehrreihige in den Wald gebaute Tribüne hat das Stadion auch ein Fassungsvermögen von 5.000.

Der Großteil der Besucher befindet sich jedoch auf oder neben der überdachten Haupttribüne ein oder auf der Gegengeraden auf der Laufbahn, direkt hinter den Werbebanden, ein. Dort befindet sich auch kleiner Fanblock aus Landshut, der mit einen Transparent und lautstarker Unterstützung auf sich aufmerksam macht.


Sportlich machen die Dingolfinger erstmals auf sich aufmerksam, denn Hochstetter bringt in der 18.Minute die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Diese währt allerdings nicht wirklich lange, denn Hagl ist bereits in der 24.Minute für Landshut zur Stelle und sorgt für den baldigen Ausgleich in diesem Spiel. Danach begeben wir uns auf die Gegentribüne und betrachten das Spielgeschehen mit etwas Entfernung, dafür aber aus erhöhter Position.

Nach dem Seitenwechsel gibt es verletzungsbedingt eine längere Unterbrechung. Nach rund 10 Minuten läuft das Spiel weiter und unmittelbar nach der Fortsetzung bringt Seferi in der 56.Minute die Gäste aus Landshut erstmals in Führung. Die Landshuter verwalten danach diesen Vorsprung bis zur Nachspielzeit sehr gut.

Dazwischen werde ich beim Fotografieren von den emsigen Schankarbeitern angesprochen. Die anfängliche Skepsis weicht, nachdem sie meinen Dialekt hören und sie sind begeistert, dass wir so eine weite Anreise für dieses Spiel auf uns genommen haben. Zur Verabschiedung gibt es dankenswerterweise noch einen Kaffee aufs Haus und auf unseren umgekrempelten Spielplan meinen sie nur: „Do miaßt hoit wieda amoi kumman!“

In der Nachspielzeit ist Dingolfing plötzlich sehr engagiert und setzt Landshut ordentlich unter Druck. Es gibt einige tolle Möglichkeiten auf den Ausgleich, wobei einmal Landshuts Keeper sogar in höchster Not rettet. Als der Landshuter Biberger in der achten Minute der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz muss, verbarrikadiert Landshut das eigene Tor und übersteht auch diese Drangphase, sodass der Aufstieg in die zwei Hauptrunde des BFV nach nervenaufreibenden Minuten gesichert werden konnte.

Während Landshut in der kommenden Cuprunde nun die Chance auf einen großen Gegner hat, hat Dingolfing zumindest in der Liga die Chance zur Revanche für die heutige Niederlage.

BC Außernzell – FC Eging am See 1:5 (1:2)

 Da wir unsere Samstagsspiele umplanen mussten, kam auch eine Variante mit zwei Spielen in der Bezirksliga Niederbayern Ost in die Ziehung. Dass sich diese Variante schließlich auch durchsetzte, lag unter anderem auch daran, dass der BC Außernzell und der FC Eging am See um 11.00 Uhr ein Testspiel vereinbarten, das keinen wirklich großen Umweg zur angestammten Route darstellte, sodass wir noch in den Genuss eines Bonusspiels gelangen sollten.


Der Austragungsort dieser Begegnung ist das Waldstadion Außernzell, das sich, außerhalb des Ortes, östlich gelegen, befindet. Es ist aber ziemlich idyllisch in den Hang des angrenzenden Waldes gebaut worden, sodass sich sowohl das Klubhaus als auch der Zuschauerbereich in erhöhter Lage auf diesem Hang befinden.

Rund 60 Besucher folgen diesem von Schiedsrichter Paunkner geleiteten Spiels der beiden benachbarten Dörfer. Der Heimverein Außernzell spielt übrigens in der A-Klasse, während der FC Eging am See eine Liga darüber, in der Kreisklasse, spielt. Die Gäste sind auch das spielbestimmende Team und gehen durch zwei Treffer von Schmid (29. und 33. Minute) mit 2:0 in Führung. Bumberger kann in der 36.Minute überraschend verkürzen, aber die Freude über diesen Treffer ist nicht gegeben, hat sich zuvor doch ein Spieler der Außernzeller bei einem Zweikampf im Mittelfeld schwer am Knie verletzt.

Nach dem Seitenwechsel plätschert das Spiel lange dahin. Ich begebe mich daher auf die Fotorunde und werde von den Außernzeller Auswechselspieler angesprochen. Ich erzähle ihnen von unserer Tour und sie sind sichtlich begeistert, dass wir auch die Zeit gefunden haben, um ihr Testspiel mitzunehmen.

In der Schlussphase ist der FC Eging dann konditionell einfach besser und so sorgen Schmid (72.Minute) und Sonnabend (73.Minute) durch einen Doppelschlag hier im Waldstadion für klare Verhältnisse. Sonnabend erhöht in der 89.Minute noch auf 5:1 und wenig später ist hier Schluss. Nach diesem Testspiel unter sommerlichen Temperaturen begeben wir uns zurück nach Iggensbach in den Supermarkt, denn eine hopfige Abkühlung haben wir uns mehr als verdient.

SpVgg Niederalteich – TSV Mauth 2:6 (0:2)

Nach unserer Ankunft haben wir noch ein wenig Zeit, die Abtei Niederaltaich zu besichtigen. Wir waren etwas überrascht, dass im Innenhof schon einiges los war und die Generalprobe des Orchesters für das am Abend stattfindende Schulfest durchgeführt wurde. So konnte man die hervorragende Interpretation der Michael Bublé Songs „Feel good“ und „It’s A Beautiful Day“ bei einem kühlen Bier im Schatten genießen. „Quality time“ beschreibt diese Zeit wohl am besten, ehe es schon zum nahen Sportplatz in Niederalteich ging. Das ist übrigens kein Schreibfehler, denn der Ort schreibt sich mit einem „e“, die Abtei mit einem „a“. Sprachlich fällt das nicht ins Gewicht, denn da wird auf Bayerisch beides „Oidoch“ ausgesprochen. Das ähnelt dann schon fast der Aussprache des Bundesligisten Altach. Zu hören bekommt man diese Aussprache sowohl von einem Veteranen- als auch von einem Jugendfanclub, die mehrmals „Attacke, Oida!“ bzw. „Attacke, Oidoch!“ rufen.


Vor 200 Zuschauern führt Schiedsrichter Krieger die Mannschaften der SpVgg Niederalteich und dem TSV Mauth zur Saisoneröffnung der Bezirksliga Niederbayern Ost auf das Spielfeld. Das Spiel beginnt für die im Bayerischen Wald an der Grenze zu Tschechien liegenden Gäste perfekt. Bereits in der siebenten Minute gibt es Elfmeter für Mauth und Fuchs verwandelt sicher vom Punkt. Danach wird eher Sommerfußball geboten, aber Tolksdorf ist in der 40.Minute erfolgreich und so geht Mauth mit einer 2:0-Führung in die Kabine. Ein älterer Fan der Gastgeber meint als Resümee der ersten 45 Minuten nur: „Do wea ma heit nix hoin!“

Doch nach dem Seitenwechsel erzielt Hirschauer in der 53.Minute den Anschlusstreffer, wodurch Niederalteich wieder im Spiel ist. Allerdings ist in der 61.Minute der alte Abstand wieder hergestellt, denn Fuchs ist abermals vom Punkt erfolgreich. Nach Treffern von Tolksdorf (67. Minute) und einem Seitfallzieher von Segl in der 73.Minute bahnt sich ein Debakel für die SpVgg Niederalteich an. Der TSV Mauth hat noch nicht genug und trifft durch Tolksdorf in der 88.Minute noch ein weiteres Mal. Mit der letzten Aktion gelingt Falter, nach einem Freistoß von rechts, per Kopf in der 90.Minute noch ein weiterer Treffer.

Die Partie endet schließlich 2:6 und wir verlassen den einfachen, aber mit seiner überdachten Sitzreihe und dem mächtigen Klubhaus doch auch Alleinstellungsmerkmale habenden Ground und begeben und in Richtung Osten, wo in Oberdiendorf bei Hauzenberg heute ebenfalls noch in der Bezirksliga Niederbayern Ost gekickt wird.

TSV DJK Oberdiendorf – SV Bischofsmais 4:0 (1:0)

Mehr als pünktlich erreichen wir, nach der Durchquerung Passaus, das zu Hauzenberg gehörende Oberdiendorf. Der örtliche TSV DJK Oberdiendorf spielt zwar zwei Ligen unter dem Krösus der der Region, nämlich Sturm Hauzenberg, aber die siebtklassige Bezirksliga Niederbayern Ost erreicht man auch nicht einfach durch Untätigkeit. Übrigens sagt hier niemand Oberdiendorf, denn der Ort wir allgemein als „Deandorf“ bezeichnet und damit es sich auch jeder merkt, steht es auch so auf dem Rücken der Trikots des Heimvereins. Wohl auch eine Idee für das in Salzburg liegende Dienten, das ja auch „Deanten“ ausgesprochen wird.

200 Besucher finden sich heute in der Sportanlage Oberdiendorf ein, die über eine moderne Tribüne und auf der Gegenseite über eine idyllische Hangtribüne verfügt. Nachdem ich vor dem Spielbeginn noch ein Foto von der Haupttribüne mache, werde ich neben selbiger gleich in Empfang genommen und gefragt, ob ich zur Autobesatzung des Wagens mit dem österreichischen Kennzeichen gehöre. Ich bejahe und bekomme tatsächlich nette Worte über meinen Besuch gesagt, denn man findet es toll, dass wir doch den weiten Weg durch Österreich hierher genommen haben.

Unter der Leitung von Schiedsrichter Penzkofer trifft der TSV DJK Oberdiendorf in seinem Auftaktspiel der heurigen Saison der Bezirksliga Niederbayern Ost auf den Aufsteiger SV Bischofsmais. Die bei Regensburg beheimateten Gäste werden auch von einer Vielzahl von Fans begleitet und die sind vom Dach der Sportanlage angetan. „So was warad a bei uns a feine Gschicht!“ meinen sie unisono. Dazu muss man sagen, dass der Platz in Bischofsmais gar nicht so schlecht aussieht, aber es dort eben nur eine unüberdachte Tribüne gibt.

Schlecht sieht die Hintermannschaft der Bischofsmaiser in der 20.Minute aus, als Stemplinger zur Oberdiendorfer Führung trifft. Ein Fan wird ganz übermütig und jubelt lautstark: „So gehört des gmocht! An Aufsteiga muaßt oafoch schlogn.“ Aber so schlecht spielen die Bischofsmaiser bis zur Pause gar nicht mit und es fallen bis dahin auch keine weiteren Treffer mehr.


Nach dem Seitenwechsel hat Oberdiendorf das Heft aber ganz klar in der Hand und erspielt sich Chance um Chance. Oftmals rettet der Keeper in höchster Not, aber bei den Treffern von Schwarz (62. und 64. Minute) hat er keine Abwehrmöglichkeit. Als eine Minute später (65.) Mauritz auf 4:0 für Oberdiendorf stellt, ist die Niederlage der Gäste amtlich. Nach diesen vier Horrorminuten ist der Nachmittag für Bischofsmais jedenfalls gelaufen.

Da die Gastgeber bereits am Mittwoch wieder in Mauth antreten müssen, schalten sie in der Schlussphase auch zwei Gänge zurück und verwalten dieses Ergebnis ohne Mühe. Während Oberdiendorf ein Auftakt nach Maß gelingt, muss sich Bischofsmais noch steigern, denn mit solchen Leistungen wird man es in der Bezirksliga schwer haben.

Für uns endet damit der Ausflug zum Saisonauftakt in Niederbayern und es geht über die Grenze bei Oberkappel und über das Obere Mühlviertel weiter nach Linz. Dort kommen wir wieder auf die Autobahn und bald wieder zurück in heimische Gefilde.

Es folgen Impressionen von dem Ausflug nach Niederbayern, die sich per Klick vergrößern lassen:

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SV Ried
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SCR Altach
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