In den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und... Was wurde aus den Gastarbeitern? (16) – Red Bull Salzburg, Teil 2

Leonardo de VitorIn den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und schauen uns an, was aus einigen der Gastarbeiter wurde, an die sich heute vielleicht kaum jemand erinnert. Wir beginnen mit Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit und arbeiten uns zurück bis in die 90er.

Heute schauen wir uns die Legionäre aus der jüngeren Geschichte von Red Bull Salzburg. Ein weiterer Teil über die Roten Bullen folgt.

Ibrahim Sekagya

Sechs Saisonen verbrachte Ibrahim Sekagya bei den Roten Bullen. Der ugandische Innenverteidiger verließ den Verein nach drei Meistertiteln im Sommer 2013 und wechselte zum New Yorker „Outpost“ des Getränkekonzerns. Bei den New York Red Bulls spielte der mittlerweile 34-Jährige noch 1 ½ Jahre, ehe er vor einem halben Jahr seine Karriere beendete.

Gonzalo Zárate

Zum Ende der Sommertransferzeit 2012 verließ Gonzalo Zárate Red Bull Salzburg und wechselte in die Schweiz, wo er schon vor seiner Red-Bull-Zeit für die Grasshoppers und den SC Kriens spielte. Seit nunmehr fast drei Jahren kickt der Argentinier für die Young Boys Bern, bei denen er seit der laufenden Saison 2014/15 aber nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Leonardo de Vitor

Ein begnadeter Kicker war der mittlerweile 32-jährige Leonardo allemal. Einzig seine disziplinären Ausschweifungen machten dem trickreichen Brasilianer immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Coach Ricardo Moniz setzte dennoch dauerhaft auf die Dienste des Mittelfeldspielers. Er holte Leonardo nach dessen Salzburg-Zeit zu Ferencvaros Budapest und forcierte ihn im abgelaufenen Herbst auch beim TSV 1860 München. Einige wenige Lichtblicke blieben aber das Höchste der Gefühle. Der schwierige Leonardo ist seit etwa einem halben Jahr vereinslos.

Nikola Pokrivac

Auch der Kroate Nikola Pokrivac zählte zu den Besseren seines Fachs, als er 2009 zu Red Bull Salzburg wechselte. In der Mozartstadt fasste er aber nur sporadisch Fuß, wurde nie zur Stütze. Nach nicht einmal zwei Jahren verließ Pokrivac die Roten Bullen in Richtung Kroatien. Der heute 29-Jährige stand bei Dinamo Zagreb, Inter Zapresic und dem NK Rijeka unter Vertrag, ehe er vor einem Jahr nach Kasachstan wechselte. Heute spielt Pokrivac für Shakhter Karagandy und ist beim krisengeschüttelten, einstigen Europacupstarter Stammspieler.

Chema Anton

Genau wie Leonardo startete auch der spanische Linksverteidiger Chema Anton nach seinem Salzburg-Intermezzo ein Ungarn-Abenteuer. Der heute 26-Jährige wechselte aber nicht zu Ferencvaros, sondern zum Erzrivalen Újpest. Dort verbrachte er zwei Saisonen, die erste als Stamm-, die zweite als Ergänzungsspieler. Seit der Saison 2014/15 spielt Chema Anton wieder in Spanien und schnürt für den Drittligisten Conquense seine Stiefel.

Somen Tchoyi

Der Kameruner Somen Tchoyi verließ Red Bull Salzburg als einer der besten Spieler der heimischen Bundesliga und wurde im Sommer 2010 um knapp drei Millionen Euro an West Ham United transferiert. In England sorgte der komplizierte Charakter Tchoyi phasenweise für Furore, erzielte etwa in der letzten Runde der Saison 2010/11 einen lupenreinen Hattrick gegen Newcastle. Im Sommer 2012 war das England-Intermezzo des 15-fachen Nationalspielers aber wieder vorbei und er ging nach Augsburg, wo er praktisch nie eine Chance bekam. Nachdem er 1 ½ Jahre vereinslos war, entschied sich Tchoyi für einen Transfer nach Indonesien. Arema Cronus heißt der aktuelle Klub des 32-Jährigen aus Douala.

Karel Piták

Der Tscheche Karel Piták ist heute 35 Jahre alt und spielt seit nunmehr fünf Jahren wieder in Tschechien. Nach 3 ½ Jahren bei Jablonec nad Nisou wechselte der Mittelfeldspieler zu Slavia Prag, wo er auch heute noch unter Vertrag steht, aber speziell in der Saison 2014/15 eine untergeordnete Rolle spielte.

Admir Vladavic

Vorschusslorbeeren begleiteten den Bosnier Admir Vladavic in seiner Zeit in Salzburg. Der Flügelflitzer konnte sich bei den Roten Bullen nie durchsetzen und verließ den Verein bereits nach einem Jahr wieder. Später kickte der heute 32-Jährige für seinen Ex-Klub Zilina in der Slowakei, für die bosnischen Vereine Olimpic und Velez Mostar, den maltesischen Verein Sliema Wanderers, sowie einen weiteren slowakischen Klub, MFK Karviná. In der laufenden Saison stand Vladavic bei Velez Mostar unter Vertrag, bestritt aber seit Oktober des Vorjahres kein Spiel mehr und wurde im Dezember wieder freigestellt.

Anis Boussaidi

Der Tunesier Anis Boussaidi, eine Saison lang Stammspieler in Salzburg, beendete im vergangenen Sommer seine Karriere. Eine Saison bei PAOK Saloniki, ein halbes Jahr beim FK Rostov, sowie 2 ½ Jahre beim ukrainischen Erstligisten Tavriya Simferopol waren die weiteren Stationen des 34-Jährigen.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • Bernhard Falkensteiner

    Somen Tchoyi wechselte von RBS zu West Brom und nicht zu West Ham