Wir bewerten die Leistung des österreichischen Nationalteams und wollen dabei nicht auf den Notenschlüssel in diversen Tageszeitungen zurückgreifen, sondern staffeln etwas breiter, um Unterschiede... Spielerbewertungen: Alaba und Arnautovic überragend – und schwach war keiner!

Wir bewerten die Leistung des österreichischen Nationalteams und wollen dabei nicht auf den Notenschlüssel in diversen Tageszeitungen zurückgreifen, sondern staffeln etwas breiter, um Unterschiede zwischen einzelnen Akteuren deutlicher zu machen. Die Note 0 bedeutet, dass der Spieler zu kurz eingesetzt oder zu wenig geprüft wurde, 1 ist ein sehr schwacher Wert, 10 der Beste!

Robert Almer – 0

Sorry Robert, aber das war heute nichts! Allerdings kann der österreichische Teamtorhüter nichts dafür, dass er sein Können diesmal nicht unter Beweis stellen konnte, denn die kasachischen Offensivbemühungen erforderten nicht mehr von ihm als ein müdes „Sichwarmhalten“.

Florian Klein – 6

Der Salzburg-Außenverteidiger spielte brav und versuchte sich sporadisch in die Offensive einzuschalten. Für den ganz feinen Fußball ist er aber nicht der kongeniale Partner für seine Kollegen und so zeigte Klein eine defensive sichere, offensiv nur manchmal beherzte, auf jeden Fall aber eine nicht ganz so schnörkellose Leistung, wie viele seiner Mitspieler.

Emanuel Pogatetz – 8

Er räumte hinten alles weg und überzeugte zudem mit einigen Vorstößen, die an den Brasilianer Lucio erinnerten. Mit diesen Vorstößen zog er den Überraschungsmoment auf seine Seite und unterstützte das Team effektiv in ihren Offensivbemühungen.

Sebastian Prödl – 7

Ähnlich wie Pogatetz, nur mit weniger Drang nach vorne – was natürlich auch seiner absichernden Rolle und womöglich einem brummenden Schädel ab der fünften Minute geschuldet ist. In der Luft bzw. allgemein in der Defensive war er jedoch einmal mehr eine Bank, auf die man sich verlassen konnte.

Christian Fuchs – 7

In Kasachstan lief das Spiel komplett an ihm vorbei, woran er allerdings kaum Schuld trug. Diesmal wurde er durch die zahlreichen vertikalen Spielverlagerungen besser ins Offensivspiel eingebunden und überzeugte mit gutem Zusammenspiel mit Arnautovic und einer sehr hohen Grundposition. Einzig an der Effizienz kann man ein paar Kleinigkeiten bemängeln.

Veli Kavlak – 7

Er arbeitete viel, spielte in die Breite sehr souverän und ballsicher und gewann auch zahlreiche Zweikämpfe. Auf einer für seine Verhältnisse eher defensiven Position fühlt er sich ungeahnt wohl, was aber ein wenig in Kontrast zu seinen großen Offensivqualitäten steht. Weil Kavlak eher ein zielgerichteter Fußballer ist, beherrscht er Spielverlagerungen im Mittelfeld nicht ideal, was man vor allem auf der rechten Seite immer wieder beobachten konnte. Manchmal wäre eine Drehung und die Verlagerung auf die andere Seite besser – dann ist Kavlak ein enorm wichtiger „Achter“ für das Team.

David Alaba – 9

Gemeinsam mit Arnautovic der beste Österreicher. Seine Assists zu den beiden Janko-Toren wurden ihm aufgrund mangelnder kasachischer Arbeit gegen seine Person sehr leicht gemacht. Seinen Treffer zum 3:0 verdiente er sich wie kaum ein Zweiter. Aber was ihn gestern wirklich stark machte, war sein großer Aktionsradius, sowie sein Wille das Heft im Spiel der Österreicher in die Hand zu nehmen. In dieser Form und mit dieser Einstellung ist Alaba, wenn auch erst 20 Jahre alt, der beste und kompletteste Fußballer des Landes.

Martin Harnik – 7

Was man aus der deutschen Bundesliga kennt, war erneut deutlich sichtbar: Kaum jemand ist so viel unterwegs wie der Stuttgart-Legionär. Die vielen vergebenen Chancen kennt man vom 25-Jährigen jedoch weniger und so wirkte sein spätes 4:0 nach idealem Arnautovic-Assist wie eine Erlösung. Es war nicht seine beste Partie, aber er hörte nie auf zu kämpfen und war vor allem aufgrund seines intensiven Spiels ohne Ball sehr wichtig für das Team.

Zlatko Junuzovic – 6

Ähnlich wie Harnik war Junuzovic viel unterwegs und riss Löcher in die Zwischenräume der kasachischen Abwehrketten. Wie alle Österreicher war auch er sehr ballsicher, aber in einem Spiel wie diesem muss sich ein hochveranlagter Kicker wie Junuzovic, gerade auf dieser Schlüsselposition im Mittelfeld, selbst mehr zutrauen. Zählbares schaute im Spiel des gebürtigen Serben nämlich kaum heraus.

Marko Arnautovic – 9

Technisch hochwertig, mannschaftsdienlich, präzise – und mitreißend für Fans und Gegenspieler. Das ist der Marko Arnautovic, den wir sehen wollen! Idealer Assist vor Harniks 4:0, allgemein sehr dominant in seiner Rolle als inverser Winger – noch dazu auf der „falschen Seite“. Der einzige Wermutstropfen ist, dass er sich selbst nicht mit einem Tor belohnen konnte, aber auch das ist nur noch eine Frage der Zeit, wenn er derartige Leistungen häufiger abruft.

Marc Janko – 8

Körperlich gut, seltenes, dafür aber überlegtes und punktiertes Antizipieren nach hinten – und natürlich zwei Tore! Marc Janko spielte nicht auf der ganzen Linie die Partie eines modernen Mittelstürmers, aber er tat das was ihn auszeichnet: Er war zweimal in der Gefahrenzone zur Stelle und nickte ein. Sein Spiel erinnerte ein wenig an zahlreiche Auftritte beim FC Twente Enschede, wo Janko und sein Team es auch oft mit klar unterlegenen Gegnern zu tun bekamen und seine Mitspieler den baumlangen, nicht immer mitarbeitenden Stürmer direkt und zielgerichtet einsetzen mussten, um diesen zum Funktionieren zu bringen. In Enschede funktionierte Janko – und in dieser Form wird er auch im Nationalteam funktionieren.

Aleksandar Dragovic – 6

Kam für den verletzten Prödl und löste seine Aufgabe unspektakulär und sicher. Keine besonderen Vorkommnisse um seine Person.

Christoph Leitgeb – 0

Jakob Jantscher – 0

 

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen