In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 03. Spieltag 2012/13 (Teil 1) – Arnautovic erneut glücklos

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil sehen wir uns die Leistungen der österreichischen Werder-Legionäre Marko Arnautovic und Zlatko Junuzovic sowie jene von Emanuel Pogatetz an.

Zur Eröffnung des dritten Spieltags traf der VfL Wolfsburg auswärts auf den FC Augsburg. In einem sehr unansehnlichen Spiel trennten sich die beiden Teams torlos. Das Offensivspiel der Gastgeber war durch viele Abspielfehler und Abstimmungsprobleme geprägt, weswegen die Betrachtung der Defensivleistung von Pogatetz entsprechend knapp ausfällt.

Pogatetz in der Defensive kaum gefordert

Nur sieben Torschüsse brachte der FCA während der gesamten Partie zustande, von denen auch noch fünf außerhalb des Strafraums abgegeben wurden. Die fehlenden spielerischen Mittel im Spielaufbau der Augsburger, die sich vor allem in der fehlenden Anbindung der Aufbauspieler mit den Angreifern zeigten, zwangen sie immer wieder das Mittelfeld mit langen Pässen zu überbrücken. Mit diesen Bällen hatte Wolfsburgs Verteidigung aber keine Probleme. Naldo verzeichnete sechs Clearances, Fagner fünf und Pogatetz vier. Der ÖFB-Teamverteidiger kommt ferner in den Zweikämpfen auf eine Erfolgsquote von 56,3% (neun gewonnen, sieben verloren).

Nachdem Augsburg also offensiv ein laues Lüftchen war, stand bei Pogatetz die Spieleröffnung mehr im Fokus. Die Hausherren spielten ein hohes Pressing, liefen die VfL-Viererkette sehr früh an, wodurch diese schnell unter Druck geriet. Anstatt den Ball aber hinter die erste Pressingreihe, wo Wolfsburgs Spieler viel Platz gehabt hätten, zu spielen, wurden viele Querpässe gespielt um einen Ballverlust zu vermeiden oder auch Rückpässe zu Torhüter Benaglio gesucht, der diese abschlug. Die schlechte Raumnutzung war ein großes Manko im Wolfsburger Offensivspiel. Anstatt nämlich das Zentrum, über das nur 22% der Angriffe liefen, ins Szene zu setzen, versteifte man sich auf die Außen. Die Flügelspieler bildeten zwar mit den aufrückenden Außenverteidigern potenzielle gefährliche Pärchen, ihnen fehlte aber aufgrund ihrer sehr breiten Stellung die Anbindung zur Mitte. Das nebenstehende Passschema von Pogatetz zeigt dieses Verhalten sehr gut: phasenweise Rückpässe und Querpässe, aber vor allem der Drang auf die Seiten, der ihn sogar dazu veranlasste Diagonalpässe zu spielen. So blieb die sehr beeindruckende Erfolgsquote von 93% recht fruchtlos.

Arnautovic vergibt zwei Chancen

Das spektakulärste Samstagsspiel sahen 49.000 Zuschauer in der AWD-Arena in Hannover, wo die 96er Werder Bremen besiegten. Die Gäste egalisierten zwar die frühe 2:0-Führung der Niedersachsen, verloren aber durch einen Last-Minute-Treffer von Huszti, der danach aufgrund von exzessivem Jubel  vom Platz flog, mit 2:3. Kurz zuvor hatte ÖFB-Legionär Marko Arnautovic die Chance das Pendel in die andere Richtung ausschlagen zu lassen. Nachdem er Haggui schön austeigen ließ, scheiterte er mit einem Linksschuss an Heimkeeper Zieler. Eine ähnliche Szene war von ihm auch in der 51. Minute zu sehen, als Werder nach einem Ballgewinn schnell umschaltete, Arnautovic aber aus spitzem Winkel verzog.

In beiden Aktionen war das Verhalten von Arnautovic aber nicht nur aufgrund der Tatsache, dass er leer ausging, sehr ähnlich. Der 23-Jährige hielt lange die Breite, lauerte hochstehend auf Räume hinter Außenverteidiger Rausch, in die er mit kurzen, schnellen Antritten hineinsprintete und nach innen zog. Die nebenstehende Grafik zeigt dieses Verhalten, die breite Stellung, die er mit dem Ball einnahm verdeutlicht sich in seinen gespielten Pässen, von denen er 74,1% an den Mann brachte. Auch im Zweikampf schonte er sich nicht, bestritt 19 von ihnen und schloss damit auch defensiv an seine Leistung vom Länderspiel gegen Deutschland an. Auch hier zeigte sich eine starke Tendenz zur Outlinie. Wie das gesamte Bremer Team steigerte sich Arnautovic in der zweiten Hälfte, lieferte unter anderem den „Assist-Assist“ zum 2:2, als Elia seine Flanke auf de Bruyne ablegte und dieser das Zuspiel des Niederländers verwertete.

Junuzovic eingewechselt, Prödl fehlte

Die beiden anderen österreichischen Weser-Kicker nahmen nur bedingt am Spiel ihrer Mannschaft teil. Sebastian Prödl musste aufgrund muskulärer Probleme pausieren, will aber Mitte der Woche wieder ins Training einsteigen. Zlatko Junuzovic wurde in der 60. Minute für Bargfede eingewechselt, gab wie schon am letzten Spieltag den einzigen Sechser im defensiven Mittelfeld von Schaafs 4-1-4-1-System. In der verbleibenden halben Stunde lief er immerhin 4,4km , was vereinfacht aufgerechnet auf die volle Spielzeit bemerkenswerte 13,2km wären. Die Pässe (10 von 13 angekommen) spielte er hauptsächlich in horizontaler Richtung und seine Sprints setzte er ausschließlich Richtung eigenes Tor an – beides ist in der nebenstehenden Grafik, genauso wie die drei gewonnen und zwei verlorenen Zweikämpfe, dargestellt.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem