In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 19. Spieltag (Teil 2) – Pogatetz sorgt für Wirbel, Fuchs mit wichtigem Assist

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Gestern analysierten wir hauptsächlich die eher enttäuschende Leistung des VfB-Stuttgart-Legionärs Martin Harnik, heute schauen wir Christian Fuchs und Emanuel Pogatetz auf die Beine.

Emanuel Pogatetz bot im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg wieder einmal eine solide Leistung, hatte aber das große Glück, dass er in der 59. Minute nicht von Schiedsrichter Marco Fritz vom Platz gestellt wurde. Pogatetz soll seinem Gegenspieler Philipp Wollscheid zuerst absichtlich mit dem rechten Ellenbogen auf die Brust und dann mit der linken Faust in den Nacken geschlagen haben. Pogatetz sagte nach der Partie zu dieser Szene:

„Es war eher ein Foul an mir. Wir rangeln, ich will mich nur befreien, weil ich bei Standards für Pekhart zugeteilt war. Kann sein, dass ich ihn unglücklich treffe.“

Selbst mit rot-weiß-roter Brille kommt man eher zum Entschluss, dass da nach längerer Pause der „Mad Dog“ mit dem Innenverteidiger durchging. Da der Schiedsrichter diese Szene überhaupt nicht wahrnahm, kann der Kontrollausschuss des DFB nachträglich ermitteln. Beide Spieler erhielten bereits eine Einladung und müssen demnächst ihre Stellungnahmen abgeben. Eine nachträgliche Sperre ist leider durchaus möglich.

Wieder exzellente Zweikampfwerte

Abgesehen von dieser strittigen Szene zeigte Pogatetz wieder eine grundsolide Leistung. Der Innenverteidiger gewann 14 seiner 19 Zweikämpfe (73,68%) und kann mit diesem Wert seinen Gesamtschnitt auf 66,1% steigern. Für seine Verhältnisse bewegte sich der Österreicher zudem recht viel, denn lediglich in der 17. Runde hatte er einen besseren Wert in der Kategorie Laufdistanz. Gegen den 1. FC Nürnberg brachte er es auf 10,4 Kilometer, 14 Sprints und 43 intensive Läufe. Auffällig ist, dass Pogatetz, der im Schnitt rund 50 Ballkontakte hat, diesmal auf 76 in dieser Wertung kam. Auch das ist sein zweitbester Wert – lediglich bei der 1:4-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg berührte er öfters den Ball. Von 51 Pässen kamen 44 bei seinen Mitspielern an (86%). Aus keinem der Fehlpässe resultierte eine brenzlige Situation, da die meisten misslungenen Abspiele weite Bälle nach vorne waren. Nach einem Eckball kam er in der 52. Minute zu seiner einzigen Chance, die er leider nicht nutzen konnte.

Hannover 96 machte, wie es sich für eine Heimmannschaft gehört, von Anfang an ordentlich Druck und hätte nach Chancen von Abdellaoue und Pinto schon früh 2:0 führen können. Den einzigen Treffer der Partie besorgte der starke Abdellaoue in der 18. Minute, als er sich nach einer herrlich herausgespielten Aktion nach einer Stindl-Flanke gegen die gegnerischen Innenverteidiger Wollscheid und Maroh durchsetzte. Diesen sehenswerten Treffer möchten wir euch nicht vorenthalten:

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Sollte Pogatetz den Kontrollausschuss von seiner Unschuld überzeugen können, dann trifft er am kommenden Samstag auswärts auf Hertha BSC Berlin.

Christian Fuchs mit wichtigem Assist

So wie Emanuel Pogatetz spielte auch Christian Fuchs zum 19. Mal in dieser Saison über 90 Minuten durch. Sollte der Hannover-Legionär gesperrt werden, dann hat Fuchs gute Chancen nach dem nächsten Spieltag der einzige Österreich-Legionär in Deutschland zu sein, der die ersten 20 Runden über die volle Distanz bestritt. Es ist momentan eine Freude Fuchs und seinem Verein zuzuschauen. Der Österreicher liefert Woche für Woche Top-Leistungen ab, der Verein verkraftet ganz wichtige Ausfälle scheinbar mit Leichtigkeit. Gegen den 1. FC Köln fehlten Raúl, Farfan, Holtby, Höwedes, Kluge, Baumjohann, Jermaine Jones, und Ralf Fährmann. Trotzdem gelang es dem Verein, einen 0:1-Rückstand auswärts in einen 4:1-Sieg umzuwandeln.

Lukas Podolski brachte die Hausherren schon nach vier Minuten mit einem schönen Weitschuss in Führung. Die Gastgeber überließen dann aber nach und nach Schalke 04 die Initiative, wurden dafür jedoch erst in der zweiten Halbzeit bestraft. Fuchs bekam in der 60. Minute am linken Flügel den Ball und flankte den Ball ideal auf Maricas Kopf. Der ehemalige VfB-Stuttgart-Spieler rechtfertigte seine erste Aufstellung von Beginn an, verwandelte die Fuchs-Flanke und erzielte zwölf Minuten später sogar das 2:1. Huntelaar erzielte nach einem Elfmeter den dritten Treffer, Höger setzte in der 82. Minute, als sich die Kölner mit einem Mann weniger bereits aufgaben, den Schlusspunkt.

Viele Bestwerte

Christian Fuchs darf sich nach den 90 Minuten gegen den 1. FC Köln über mannschaftsinterne Bestwerte in zahlreichen Kategorien freuen. Er absolvierte nämlich die meisten Sprints (22), die meisten intensiven Läufe (65), produzierte die meisten Flanken (6), hatte die meisten Ballkontakte (99) und außerdem, als einzigen Minuspunkt, die meisten Fehlpässe (11). Während die Flanken in der ersten Halbzeit seine Mitspieler nicht fanden, traf er den Ball in der 60. Minute genau richtig und leitete mit seinem Assist den Umschwung ein. Seine Zweikampfwerte sind eher durchschnittlich, von 18 Duellen gewann der österreichische Nationalspieler genau die Hälfte. Das liegt insbesondere daran, dass er von vier Zweikämpfen in Strafraumnähe des Gegners keinen einzigen gewinnen konnte. Dafür gewann er wiederum im und um den eigenen Strafraum vier von fünf Duelle. Von den neun Zweikämpfen an der Mittellinie konnte er fünf für sich entscheiden.

Der Kicker gab ihm für seine starke Leistung eine 2,5, womit er die beste Bewertung aller Spieler der Schalke-Viererkette erhielt. Hier könnt ihr euch die Höhepunkte der Partie ansehen. Die Traumflanke von Fuchs kommt nach ungefähr einer Minute:

Christian Fuchs und der FC Schalke 04 treffen am kommenden Samstag auf FSV Mainz 05. Raúl wird voraussichtlich wieder mit von der Partie sein.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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