In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 24. Spieltag (Teil 2) – Alaba erleidet Rückschlag im Titelkampf

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. David Alaba und der FC Bayern München erlitten auf der Jagd nach dem Meistertitel einen herben Rückschlag, denn während Borussia Dortmund weiterhin jedes Spiel im Jahr 2012 für sich entschied, verloren die Bayern ihr Auswärtsspiel in Leverkusen und haben nun bereits sieben Punkte Rückstand auf den Titelverteidiger. Wir werfen außerdem einen Blick auf Jonathan Schmid und fragen uns, ob er fürs österreichische Nationalteam eine Verstärkung wäre.

Der FC Bayern München war in der ersten Hälfte die klar spielbestimmende Mannschaft, scheiterte aber an Tormann Leno, der eine ausgezeichnete Partie spielte und zu Recht fürs Kicker-Team-der Runde nominiert wurde. Bereits nach zwei Minuten bewahrte er sein Team vor einem Rückstand, als nach einem Müller-Querpass David Alaba frei zum Schuss kam. Alaba löste sich in dieser Szene hervorragend von seinem Gegenspieler, den Nachschuss ließ der am Boden liegende Kroos aus, der an diesem Nachmittag, so wie Alaba, aber einer der besseren Bayern-Spieler war.

Alaba spielte wieder einmal in einem 4-2-3-1-System im zentralen defensiven Mittelfeld neben Luiz Gustavo, hinter dem zentral agierenden Kroos und den Flügelspielern Robben (links) und Müller (rechts). Robben nahm seine gute Form vom Länderspiel gegen England nach Leverkusen mit und bereitete dem Gegner in der ersten Halbzeit das größte Kopfzerbrechen. Chancen waren genug vorhanden, aber Müller und Gomez ließen hochkarätige Möglichkeiten aus, sodass es mit einem 0:0 in die Pause ging, da auch Neuer eine Chance von Schürrle entschärfen konnte.

Dutts Umstellungen entscheiden die Partie

Beim Leistungscheck geht es zwar in erster Linie um die Statistiken der österreichischen Legionäre, allerdings wollen wir euch die perfekte Reaktion auf das Spielgeschehen von Leverkusen-Trainer Dutt nicht vorenthalten. Seine Mannschaft hatte einige Probleme mit den Bayern, insbesondere Rechtsverteidiger Schwaab mit Robben, was dazu führte, dass der rechte Mittelfeldspieler Gonzalo Castro ständig nach hinten arbeiten musste und seinen Offensivdrang nicht entfalten konnte. Hier sehen wir, wie Leverkusen in den beiden Halbzeiten auflief (Klick zum Vergrößern):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stürmer Derdiyok kam für Innenverteidiger Friedrich, dessen Rolle  der rechte Außenverteidiger Schwaab übernahm. Schwaab hatte zuvor Probleme mit Robben, machte in der zweiten Halbzeit jedoch eine gute Partie und trieb von hinten seine Mannschaft hervorragend an. Castro, der in der ersten Halbzeit ohnehin vorwiegend mit Defensivaufgaben beschäftigt war rückte nach hinten und konnte auf dieser Position absolut überzeugen und war an beiden Treffern beteiligt. Castros Position nahm Renato Augusto ein, Derdiyok agierte als zweite Sturmspitze und bereitete den ersten Treffer für Kießling vor. Das zweite Tor erzielte der in der 82. Minute eingewechselte Bellarabi nach einem Konter.

Alaba einer der besseren Bayern-Spieler

Alaba lief mit 12,31 Kilometer mehr als jeder andere Bayern-Spieler, wobei man festhalten muss, dass die Spieler von Bayer Leverkusen insgesamt um 6,8 Kilometer mehr liefen als ihr Gegner. Insbesondere die Laufleistungen der zentralen Mittelfeldspieler Lars Bender und Stefan Reinartz gehören herausgehoben, da sie unglaubliche 13,9 bzw. 13,65 Kilometer abspulten! Alaba absolvierte 18 Sprints und 66 intensive Läufe und schoss zwei Mal aufs gegnerische Tor – genauso oft wie Müller und Ribery. Lediglich Robben übertrumpfte mit sechs Versuchen deutlich seine Mitspieler. Leider hat Alaba diesmal wieder eine negative Zweikampfbilanz, denn von 23 Duellen entschied er nur neun für sich (39,13%). Alaba hatte 67 Ballkontakte und spielte 52 Pässe von denen 46 bei seinen Mitspielern ankamen (88,46%). Besonders in der ersten Halbzeit bot er eine gute Leistung, tat viel für das Spiel nach vorne und schaltete sich immer wieder mit in die Angriffe ein. In der zweiten Halbzeit agierte Luiz Gustavo ein wenig offensiver und Alaba war in erster Linie mit seinen Defensivaufgaben beschäftigt. Trotz der Niederlage wieder einmal eine ordentliche Leistung von Alaba, der in ein paar Wochen jedoch vielleicht wieder die Rolle des Jokers übernehmen wird müssen, weil Schweinsteiger nach seiner Verletzung langsam wieder auf dem Weg zurück in die Mannschaft ist.

Kommenden Samstag darf man jedoch wieder mit einem Einsatz Alabas von Beginn an rechnen. Der FC Bayern München trifft auf 1899 Hoffenheim.

Ein Seitenblick auf Jonathan Schmid

Es wäre wohl ein Fehler, wenn wir Freiburg-Spieler Jonathan Schmid aus den Augen verlieren, denn der Kicker, der sich selbst ins Gespräch fürs ÖFB-Team brachte, zeigte beim überraschenden 2:1-Sieg gegen den FC Schalke 04 eine starke Leistung. Bei den Gästen musste Christian Fuchs leider zum ersten Mal in dieser Saison pausieren, da seine Leistenverletzung einen Einsatz unmöglich machte. So kam es nicht zu einem Duell zwischen den beiden Spielern, statt Fuchs spielte Escudero links hinten in der Viererkette, der bei Ballbesitz zwar gute Szenen hatte, aber Schwächen im Abwehrverhalten offenbarte, von denen Schmid profitierte.

Der vielseitig einsetzbare 21-Jährige spielte diesmal wieder im rechten Mittelfeld, nachdem er in den letzten beiden Partien gegen den VfB Stuttgart und Bayern München als linker Außenverteidiger agierte. Neben diesen beiden Positionen spielte er zwischen dem 3. und 17. Dezember drei Mal als rechter Verteidiger. Die stärkste Szene hatte Schmid in der 63. Minute, als er von Schalke-Innenverteidiger Papadopoulos im Strafraum gelegt wurde und zu Recht einen Strafstoß zugesprochen bekam, den Caligiuri zum 2:0 verwertete. Schmid lief starke 12,03 Kilometer, absolvierte 25 Sprints und 81 intensive Läufe. Neben einem Torschuss und zwei Flanken hatte er 44 Ballkontakte und spielte 14 Pässe, von denen nur einer nicht bei seinen Mitspielern ankam (93,33%). Schmid hatte wie die meisten seiner Mitspieler relativ wenige Ballkontakte, da Favorit Schalke wie erwartet das Spiel machte und mehr Ballbesitz als die Heimmannschaft hatte. Aus kämpferischer Sicht muss man sowohl Schmid, als auch der gesamten Freiburger Mannschaft ein großes Kompliment machen – besser kann man sich nicht gegen den Abstieg wehren.

Was fehlt Schmid für die österreichische Nationalmannschaft?

Diese Frage lässt sich wohl mit einem Wort beantworten: Konstanz

Der 21-jährige Schmid spielt zwar seit der 13. Runde in jedem Spiel von Beginn an, schafft es aber nur selten zwei Mal hintereinander zu überzeugen. In der 18. Runde gegen den FC Augsburg zeigte er eine starke Leistung, eine Woche darauf war er gegen den FSV Mainz 05 einer der schlechtesten Spieler im Team. Beim 2:2-Unentschieden eine Runde später gegen den SV Werder Bremen schoss er ein Tor und überzeugte mit einer soliden Leistung, nur um dann beim 2:2-Unentschieden gegen Wolfsburg eine eher schwache Performance abzuliefern. Eine absolut überzeugenden Leistung gegen den FC Bayern München folgten katastrophale Stellungsfehler gegen den VfB Stuttgart, von denen immerhin Martin Harnik profitieren durfte. Diese Runde zeigte er sich gegen Schalke 04, wie oben beschrieben, wieder von seiner besseren Seite.

Die österreichische Nationalmannschaft kann momentan auf elf Spieler zurückgreifen, die zurzeit wohl eine bessere Qualität besitzen als der Freiburg-Legionär. Man darf aber nicht vergessen, dass Schmid heuer seine erste Saison in der Kampfmannschaft spielt und sich über die Amateurmannschaft einen Stammplatz erspielte, den er nicht mehr hergab. Aufgrund seines Alters und seinen Zukunftsaussichten wäre es wohl ein Luxus Schmid zu übersehen. Momentan reicht es wohl noch nicht für die Startaufstellung im Nationalteam, aber für Österreich ist es sicher kein Nachteil einen jungen Spieler seines Formats in der Hinterhand zu haben.

Morgen betrachten wir Jimmy Hoffers Leistungen im Jahr 2012 bei Eintracht Frankfurt.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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