Nach dem eindrucksvollen 5:1-Sieg in der Champions League gegen den FC Arsenal zeigte der FC Bayern München auch in der Meisterschaft erneut seine Qualitäten.... Keine Probleme gegen Stuttgart |Alaba entscheidet Duell gegen Klein klar für sich

David Alaba - ÖFB-Team_abseits.atNach dem eindrucksvollen 5:1-Sieg in der Champions League gegen den FC Arsenal zeigte der FC Bayern München auch in der Meisterschaft erneut seine Qualitäten. Der deutsche Rekordmeister gewann gegen den VfB Stuttgart mit 4:0, wobei alle Treffer in den ersten 45 Minuten fielen. Der starke Schlussmann der Gäste, Przemysław Tyton, und die fahrlässige Chancenverwertung in der zweiten Hälfte verhinderten ein noch deutlicheres Ergebnis.

Statistiken rund um die Partie

Seit 1992 werden in der deutschen Bundesliga die Daten erfasst und noch nie zuvor gelang es einer Mannschaft in einer Halbzeit 23 Schüsse aufs gegnerische Tor abzufeuern. Insgesamt schossen die Hausherren 34 Mal auf das Tor von Tyton, so viele Versuche gab es zuletzt beim Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund im Februar 2009. Dass es für den VfB gegen den Tabellenführer nichts zu holen gab, kam nicht besonders überraschend, denn die Bayern entschieden die letzten 14 Pflichtspiele gegen den Schwaben für sich. Alaba und Co. haben nun nach zwölf Spieltagen 34 von 36 möglichen Punkten am Konto stehen, was ebenfalls einzigartig in der Geschichte der deutschen Bundesliga ist. In den letzten sechs Pflichtspielen vor eigenem Publikum verwöhnte der FC Bayern München seine Fans zudem mit mindestens vier Treffern pro Partie. Robert Lewandowski erzielte übrigens sein 14. Saisontor, wobei er die ersten 13 Treffer alle in der zweiten Halbzeit beisteuerte. Gegen den VfB Stuttgart traf er zum ersten Mal in den ersten 45 Minuten. Holger Badstuber feierte nach genau 200 Tagen sein Comeback, als er in der 59. Minute für Thomas Müller in die Partie kam.

Abwehr-Dreierkette mit zwei nominellen Außenverteidiger

Pep Guardioale stellte seine Mannschaft gegenüber dem Arsenal-Spiel auf einigen Positionen um, so kamen Rafinha, Robben, Vidal und Kimmich für Thiago, Martinez, Xabi Alonso und Lahm in die Partie. Dies bedeutete auch, dass in der Abwehr-Dreierkette neben Jerome Boateng mit Rafinha und David Alaba zwei Außenverteidiger die Rollen der Halbverteidiger übernahmen. Alaba rückte dabei immer wieder ins Zentrum ein und kam nach Joshua Kimmich (127) auf die meisten Ballkontakte (112), da er sich im Aufbauspiel immer wieder gut anbot. Der VfB Stuttgart versteckte sich keineswegs, stand recht hoch und versuchte den Ball in den gefährlichen Zonen zu erobern. Da Zornigers Mannschaft aber die Kompaktheit fehlte, hatten die Gastgeber kaum Schwierigkeiten das Pressing zu überwinden und mit hohem Tempo in die gefährlichen Zonen zu kommen. Die Dynamik, die die Bayern dabei an den Tag legten, etwa bei brandgefährlichen Kontersituationen, kann man schon fast als atemberaubend beschreiben.

Gelungene Vorstellung von David Alaba

Alaba machte ein gutes Spiel, wobei er in der Defensive die eine oder andere Unsicherheit hatte, beziehungsweise einmal gegen Landsmann Florian Klein, bei einem der seltenen Gegenstößen die letzte Konsequenz vermissen ließ. Alles in allem zeigte er aber eine durchaus gelungene Vorstellung. Alaba spielte genau 100 Pässe, wobei 90 (90%) bei seinen Mispielern ankamen. Er bereitete drei Torschüsse seiner Mannschaftskollegen vor, schlug eine Flanke und schoss selbst einmal aufs gegnerische Tor. Er gewann sechs seiner neun Zweikämpfe (66,7%) und lief 10,2 Kilometer. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben ihm die Note 3.

Undankbare Aufgabe für Florian Klein

Auf der Gegenseite begann Florian Klein im rechten Mittelfeld, der seine beste Szene in der 34. Minute hatte, als er sich gegen Alaba durchsetzte und einen Schuss für Filip Kostić vorbereitete, der die Latte traf. Ansonsten konnte er kaum Akzente in der Offensive setzen, auch weil ihm die Unterstützung des rechten Außenverteidigers Daniel Schwaab fehlte, der in der Defensive mit Gegenspieler Kingsley Coman einige Male überfordert war. Klein blieb bei seinen Angriffsbemühungen dadurch oftmals isoliert und stand vor unlösbaren Aufgaben. In den 90 Minuten kam er auf gerade einmal 23 Ballkontakte und spielte 16 Pässe, von denen 63% ankamen. Er gewann drei seiner sieben Duelle (42,9%) und hatte bis auf den oben erwähnten Torschuss-Assist und eine weitere Flanke keine nennenswerten Aktionen in der Offensive. Der kicker bewertete ihn mit einer 4,5, von sportal.de erhielt er eine glatte 4.

Nach der Länderspielpause trifft der FC Bayern München auswärts auf den FC Schalke 04. Der VfB Stuttgart empfängt Schlusslicht Augsburg.

Das sagen die Trainer nach dem Spiel

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): „Es ist so schwer, alle drei Tage zu spielen und diese Mentalität zu zeigen. Vielen Dank an unsere Spieler, bis jetzt haben sie es sehr gut gemacht. Ich hoffe,sie können diese Mentalität, diese Aggressivität bis zur Winterpause und dann bis zum Ende der Saison zeigen. Wenn wir nicht das Triple gewinnen , ist es eine schlechte Saison. Ich weiß, wo ich bin, das ist wie in Barcelona. Wir müssen gewinnen, gewinnen, gewinnen.“

Alexander Zorniger (Trainer VfB Stuttgart): „Wir wollten uns nach der Pause nicht abschlachten lassen, deshalb ziehe ich den Hut vor der Leistung der Jungs in der zweiten Halbzeit. Nichtsdestotrotz: wenn man hier etwas reißen will, muss man alle Dinge richtig machen – das haben wir nicht. Wir wollten viel direkter, viel aggressiver anlaufen. Entweder du spielst es ganz, oder eben gar nicht.“

Die Highlights der Partie

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.