Darf ich vorstellen: Der SV Werder Bremen. Gegründet am 4. Februar 1899. Vereinsfarben grün-weiß. Nicht die einzigen Parallelen zum SK Rapid. Auch Werder hat... Nach der Seuchensaison: Werder Bremen arbeitet seine Fehler auf

Darf ich vorstellen: Der SV Werder Bremen. Gegründet am 4. Februar 1899. Vereinsfarben grün-weiß. Nicht die einzigen Parallelen zum SK Rapid. Auch Werder hat eine absolute Krisensaison hinter sich, spielte noch dazu lange gegen den Abstieg. Doch was waren die Gründe dafür?

Vor allem im spielerischen Bereich mangelte es Werder heuer an Grundlegendem. Mesut Özil, der Nachfolger von Diego als Spielgestalter, wechselte noch vor der Saison zu Real Madrid. Werder entschied sich aber gegen eine Verpflichtung eines neuen Regisseurs, man wollte die spielerische Verantwortung auf Aaron Hunt und Marko Marin aufteilen. Ein schwerer Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Keiner der beiden wuchs je in die Rolle des Spielgestalters hinein, womit Werder im Angriff jegliche Kreativität fehlte und dadurch für den Gegner berechenbar wurde. 47 Tore in 34 Meisterschaftsspielen sind für die Ansprüche des vierfachen deutschen Meister eindeutig zu wenig.
Auch Routiniers wie Torsten Frings, die normalerweise einspringen, konnten aufgrund von Formschwächen nicht den so dringend benötigten kreativen Impuls setzen.

ABWEHR INSTABIL

Ein weiteres großes Problem der Grün-Weißen in der Saison 2010/11 war die Abwehr. Erhielt man im Jahr zuvor die viert-wenigsten Tore, so waren es dieses Jahr die viertmeisten der Liga. Hauptgrund war wohl die langwierige Verletzung von Bremens Abwehrchef Naldo. Ein Knöchelödem im rechten Knie ließ ihn die ganze Saison ausfallen. Für ihn sprang Sebastian Prödl ein, der es zwar trotz eines Sehnenrisses im März auf 25 Meisterschaftsspiele brachte, jedoch die Lücke, die Naldo hinterließ nie stopfen konnte. Da auch Neuzugang Silvestre nicht zu überzeugen wusste und die Routiniers Mertesacker und Wiese ungewohnt unsicher agierten, war das Chaos in der Werder Abwehr perfekt.

DISZIPLINÄRE VORFÄLLE

Ob man die ständig wiederkehrenden Vorfälle um Marko Arnautovic als Ausrede für eine schlechte Saison werten darf, sollte jeder selbst beurteilen. Fakt ist jedoch, dass die ständigen disziplinären Geschichten rund um den Österreicher Unruhe in der Mannschaft erzeugt haben. Sogar Kapitän Torsten Frings äußerte sich nicht nur einmal negativ über Arnautovic.

BLICK IN DIE ZUKUNFT

Die Zielsetzung des SV Werder Bremen für die neue Saison muss natürlich sein, wieder unter den besten fünf Mannschaften Deutschlands zu stehen. Will man dies erreichen, sollte man vor allem im kreativen Bereich nachbessern. Sollte Naldo nicht bald fit werden, muss man sich wohl auch um einen neuen Abwehrspieler umsehen. Dies kann einen Umbruch einleiten, zumal auch Pasanen den Verein in Richtung Salzburg verließ. Neuzugänge vor der kommenden Saison? Vorerst nicht die klingendsten Namen: Mehmet Ekici (21) zeigte vergangene Saison in Nürnberg, dass er auf hohem Niveau bestehen kann, ebenso Lukas Schmitz (22) – der Linksfuß kommt vom FC Schalke 04. Zudem holte Werder mit dem erst 18jährigen Tom Trybull von Hansa Rostock einen Perspektivspieler für’s Mittelfeld.

Viel Arbeit, die da auf Trainer Thomas Schaaf in der Saison 2011/12 zukommt…

Harald Hoertenhuemer, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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