Wenn am kommenden Samstag der FC Liverpool und Manchester United im „North West Derby“ aufeinander treffen, lebt eine der ältesten Rivalitäten im Fußball auf.... Rivalen im Nordwesten:  FC Liverpool gegen Manchester United

Wenn am kommenden Samstag der FC Liverpool und Manchester United im „North West Derby“ aufeinander treffen, lebt eine der ältesten Rivalitäten im Fußball auf. Nicht nur die beiden Mannschaften, auch die beiden Städte verbindet ein Konkurrenzkampf dessen Beginn schon im 19. Jahrhundert zu finden ist. In folgendem Beitrag beleuchten wir eine der bedeutsamsten Rivalitäten im englischen Fußball näher.

Zwei Städte im Nordwesten

Der Wettstreit zwischen den beiden großen Städten im Nordwesten Englands blickt auf eine lange Tradition zurück. Die große Rivalität der beiden Städte stammt noch aus der Zeit der Industrialisierung und prägte sich später im Fußball weiter aus. Beide Städte liegen nur 67 km von einander entfernt. Auf der einen Seite Liverpool, an der Mündung der Mersey, auf der anderen Seite Manchester, weiter im Landesinneren gelegen.

Beide Städte kämpften in der Zeit der Industrialisierung um die wirtschaftliche Vorherrschaft im Nordwesten Englands. Der Wettstreit gipfelte im Bau des Manchester Kanals im Jahre 1887, wodurch die Güter direkt nach Manchester transportiert werden konnten. Somit verloren viele Menschen in Liverpool – vor allem die Hafenarbeiter – ihre Arbeit. Für Manchester brachte der Kanal hingegen einen großen wirtschaftlichen Aufschwung.

Anfänge der Rivalität im Fußball

Die Rivalität zwischen dem FC Liverpool und Manchester United gehört zu den ältesten im englischen Fußball. Im Jahre 1894 trafen die beiden Teams zum ersten Mal aufeinander. Es handelte sich um ein Relegationsspiel der damaligen First Division. Liverpool gewann und Manchester United, das damals noch Newton Heath hieß, musste in die zweite Liga absteigen. 1906 trafen sich die beiden wieder in der höchsten Spielklasse.

In den folgenden Jahren gab es einige tolle Duelle zwischen diesen beiden Clubs, dazu gehört auch das Eröffnungsspiel im Old Trafford im Jahr 1910, bei dem Manchester United mit 3:4 gegen Liverpool unterlag. Einen bemerkenswerten Erfolg gelang Liverpool auch 1928 als man United auswärts 6:1 besiegte.

Die Rivalität intensiviert sich

Die bestehende Rivalität verstärkte sich erst so richtig mit dem Ende der 50er-Jahre als beide Teams eine längere titellose Durststrecke beendeten und zu Englands erfolgreichsten Clubs wurden. Die Rivalität wuchs in den folgenden Jahrzehnten weiter an. Die 70er und 80er gehörten eindeutig Liverpool, die von 1970 bis 1990 elfmal den Meistertitel in England gewannen.

Mit Beginn der Ära von Alex Ferguson 1986 kam es zu einer Umkehr der Dominanz. In den folgenden Jahren wurde Manchester die Nummer 1 im Nordwesten Englands, was die Rivalität nun noch mehr verstärkte. In den 1990er gab es viele packende und hitzige Duelle zwischen diesen beiden Mannschaften. Hervorzuheben ist auch ein Duell im FA Cup Finale 1996, welches Manchester mit 1:0 für sich entschied.

Kampf um den Titel „Rekordmeister“

Als Liverpool 1990 die Meisterschaft Nummer 18 feierte war man zu dieser Zeit überlegener Rekordmeister. United hatte zu diesem Zeitpunkt erst sieben Meisterschaften geholt. Durch die zahlreichen Titel von Manchester unter Alex Ferguson kam United der Titelanzahl der Reds immer näher. Und umso mehr Manchester aufholte, desto intensiver wurde die Rivalität. Durch Uniteds Meisterschaftsgewinn Nummer 18 im Jahr 2008/09 war nun Liverpool nicht mehr der alleinige Rekordmeister in England. Mittlerweile ist United mit 19 Titeln alleiniger Rekordtitelträger.

Auch gewann Manchester den FA Cup öfter als Liverpool (11 gegenüber 7 Titeln). Dafür konnte sich Liverpool öfter den Gewinn des Cups der Landesmeister bzw. der Champions League sichern (5 gegenüber 3 Titeln). Damit sind beide Teams die mit großem Abstand erfolgreichsten Vereine in der Geschichte Englands.

Der Rivalität entkommen auch die Spieler nicht

Nicht nur Fans und Medien lassen die Rivalität immer wieder aufleben, auch die Spieler lassen sich davon anstecken. Liverpools Steven Gerrard zeigte einem TV-Team seine Sammlung von Trikots, die er durch Tausch nach den Spielen bis hierhin gesammelt hatte. Er wies daraufhin, dass er kein einziges Trikot von Manchester United besitze und auch niemals ein Trikot des Rivalen den Weg in seine Sammlung finden würde.

Auf Seiten von Manchester war Gary Neville dafür bekannt seine Abneigung gegenüber Liverpool nicht zu verbergen. Als Manchester 2007 in einem Meisterschafts-Spiel an der Anfield Road in der Nachspielzeit den Siegestreffer erzielte, sprach er von einem lebenslangen Traum der in Erfüllung ging. Auch Wayne Rooney macht gegenüber der Abneigung gegenüber dem FC Liverpool keinen Hehl. Er stammt zwar selbst aus Liverpool, jedoch war man in seiner Familie seit jeher Fan des Stadtrivalen FC Everton.

Keine direkten Wechsel seit 47 Jahren

Lediglich neun Spieler in der langen Geschichte der beiden Teams wagten den direkten Wechsel zum Rivalen. Im Jahr 1964 gab es den letzten direkten Wechsel, als Phil Chisnall von United zu Liverpool wechselte. Jedoch fanden einige Spieler über Umwege den Weg zum Konkurrenten (zB Paul Ince und Michael Owen). Auch die Trainer sorgen immer wieder dafür, dass die Rivalität auflebt. Alex Ferguson betonte schon öfters, dass er einen Meister wie Chelsea oder Arsenal gut verkraften könnte, nur Liverpool dürfte auf keinen Fall den Titel holen.

fußboller, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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