In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 17. Spieltag 2013/14 – Sebastian Prödl spielt sich beim Comeback in die kicker-Elf des Tages

Werder BremenIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Wir blicken heute auf die Partie zwischen dem SV Werder Bremen und Bayer Leverkusen, welche die Heimmannschaft dank einer tollen Defensiv-Leistung für sich entschied. Dabei hatte der wiedergenesene Sebastian Prödl einen großen Anteil  am Sieg, denn der Innenverteidiger zeigte eine tadellose Leistung und spielte sich bei seinem Comeback sogar in die kicker-Elf des Tages!

Selbst die optimistischsten Werder-Fans hätten wohl nicht mit diesem Weihnachtsgeschenk ihrer Mannschaft gerechnet. Nach fünf sieglosen Partien holte der SV Werder Bremen ausgerechnet gegen Bayer Leverkusen drei Punkte und verbesserte sich in der Tabelle vom 14. auf den 11. Platz. Bayer verlor zum ersten Mal in dieser Saison zwei Spiele hintereinander und liegt nun bereits sieben Punkte hinter dem FC Bayern München, der noch dazu ein Spiel weniger bestritt.

Werder-Coach Robin Dutt stellte seine Mannschaft sehr defensiv gegen den Favoriten aus Leverkusen ein und schickte eine 4-2-3-1-Formation aufs Feld, die sehr tief stand und sich bei gegnerischem Ballbesitz weit zurückfallen ließ. Hatten die Gäste den Ball, was immerhin zu 60% während des gesamten Spiels der Fall war, dann attackierte Bremen erst ab der Mittellinie, wobei sich auch die Solo-Spitze Nils Petersen ins Zentrum zurückfallen ließ und gemeinsam mit dem starken Aaron Hunt die erste Hürde für die Leverkusener bildete. Auch die Flügelspieler Eljero Elia und Franco Di Santo zeigten viel Einsatz wenn es um die Arbeit gegen den Ball ging und rückten für ihre Verhältnisse ebenfalls stark ins Zentrum, sodass es für Bayer durch die Mitte kaum ein Durchkommen gab. Dadurch dass die Hausherren so tief standen hatte Bayer zwar viel Ballbesitz, mit dem die Gäste aber nur sehr wenig anfangen konnten. Das entscheidende 1:0 fiel schließlich in der 74. Minute durch Außenverteidiger Santiago Garcia, der einen Konter, dem ein beherzter Hunt-Vorstoß vorausging, mit ein wenig Glück abschloss.

Prödls beste Saisonleistung

Sebastian Prödl erfuhr erst am Spieltag, dass er gegen Bayer Leverkusen neben Luca Caldirola im Abwehrzentrum beginnen würde. Der österreichische Nationalspieler zahlte dem Coach sein Vertrauen zurück und zeigte ausgerechnet nach seiner langen Verletzungspause seine bislang beste Saisonleistung. Er dirigierte mit viel Übersicht die Abwehr, agierte sehr intelligent und rückte in den richtigen Momenten aus der Viererkette hinaus, um den ballführenden Spieler unter Druck zu setzen. Es kam ihm durchaus entgegen, dass seine Mannschaft so tief stand, denn seine besten Spiele absolvierte er meist, wenn er als Bollwerk gegen eine spielbestimmende Mannschaft agieren durfte. Wenn die Abwehr, beziehungsweise die gesamte Mannschaft, tief und kompakt steht, zeigte der Abwehrspieler meist auch starke individuelle Leistungen. Problematischer kann es werden, wenn Bremen selbst das Spiel macht und die Gegner mit schnellen Kontern über die Schnittstellen der Viererkette kommen.

Gegen Bayer Leverkusen war er aber eindeutig der Fels in der Brandung, wobei insbesondere die hohen Bälle in den Strafraum ein gefundenes Fressen für ihn waren. Insgesamt klärte er ganze 20 Mal den Ball aus dem eigenen Strafraum, eine Statistik, die man nicht oft zu Gesicht bekommt und die seine Dominanz im Kopfballspiel gut verdeutlicht. Seine Zweikampfbilanz sieht auf den ersten Blick nicht berauschend aus, denn er gewann, so wie Nebenmann Caldirola, 8 seiner 15 Duelle (53,3%). In dieser Statistik sind seine zahlreichen Ausputzer allerdings nicht sichtbar, also beispielsweise die Flanken, die er per Kopf aus dem Strafraum hinausbeförderte. Begeistern konnte zudem seine Körpersprache und die hohe Interaktion mit seinen Mitspielern. Prödl motivierte immer wieder seine Kollegen in der Viererkette, teilte sie hervorragend ein und wirkte bis in die Haarspitzen motiviert. Robin Dutt ernannte Sebastian Prödl im Juli zum neuen Abwehrchef und zumindest am vergangenen Wochenende erfüllte er die in ihn gesetzten Erwartungen. Der kicker gab ihm für seine starke Leistung die Note 2,5, von sportal.de erhielt er eine glattte 2.

Das nächste Meisterschaftsspiel findet aufgrund der Winterpause erst in etwas mehr als einem Monat statt. Am 26. 01. 2014 wird es für den SV Werder Bremen wieder ernst, denn das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig steht am Programm.

Die übrigen ÖFB-Legionäre

Die Partie zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart wurde aufgrund der Klub-WM in Marokko (Bayern besiegte im Finale Raja Casablanca mit 2:0) auf den 29.01.2014 verschoben, sodass David Alaba und Martin Harnik dieses Wochenende in der Meisterschaft nicht zum Zug kamen. Emanuel Pogatetz war aufgrund seiner fünften gelben Karte beim 0:0 gegen den FC Schalke 04 gesperrt, Christian Fuchs spielte bis zur 31. Minute im linken Mittelfeld, musste jedoch aufgrund einer Knieverletzung ausgetauscht werden. In der ersten halben Stunde gelang ihm nur sehr wenig, sodass ihm der kicker die Note 5, sportal.de immerhin eine 4 gab. Raphael Holzhauser und Alexander Manninger saßen beim 1:1-Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt während des gesamten Spiels wieder einmal nur auf der Ersatzbank.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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