In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 29. Spieltag (Teil 1) – Zlatko Junuzovic erzielt beim „Comeback“ gegen Fortuna Düsseldorf sein drittes Saisontor

Zlatko Junuzovic (SV Werder Bremen)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Wir sehen uns die Leistungen der SV-Werder-Bremen-Legionäre an, die auswärts gegen Fortuna Düsseldorf zu einem 2:2-Unentschieden kamen. Zlatko Junuzovic, der erstmals nach seiner im Länderspiel erlittenen Risswunde am Knie zu einem Einsatz kam, erzielte dabei sein drittes Saisontor, wobei er das erste Mal in einem Auswärtsspiel traf! Marko Arnautovic hatte seine Beine beim zweiten Werder-Treffer im Spiel, denn der gegnerische Innenverteidiger Martin Latka verlängerte seinen missglückten Schuss ins eigene Tor.

Fortuna Düsseldorf – SV Werder Bremen 2:2

Die gute Nachricht aus österreichischer Sicht ist, dass mit Sebastian Prödl, Marko Arnautovic und Zlatko Junuzovic wieder drei Legionäre in der Werder-Startelf standen. Sebastian Prödl wurde sogar die Ehre zu Teil als Kapitän die Mannschaft aufs Feld führen zu dürfen. Negativ aus der Sicht der Norddeutschen ist jedoch, dass zum achten Mal in Folge nicht voll angeschrieben werden konnte, obwohl die Gäste in der Endphase des Spiels die besseren Chancen hatten. Mittelstürmer Nils Petersen vergab jedoch am Ende der Partie den Matchball

Sehen wir uns zunächst einmal die Höhepunkte an:

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Zlatko Junuzovic mit neuer Rolle im offensiven Mittelfeld

Der österreichische Mittelfeldspieler kam in dieser Saison meist auf der Sechser-Position zum Zug, diesmal durfte er in einem 4-2-3-1-System als offensiver Mittelfeldspieler auflaufen, wobei er von Felix Kroos und Philipp Bargfrede im defensiven Mittelfeld abgesichert wurde. Er begann Aufsthinter der Solo-Spitze Nils Peterson, der nur einen von insgesamt 15 Werder-Torschüssen abgab. Rechts von Junuzovic kam Landsmann Marko Arnautovic zum Zug, am linken Flügel spielte Kevin de Bruyne.  Anhand der Grafik rechts erkennen wir die tatsächlichen Durchschnittspositionen der Spieler, wobei Junuzovic die Nummer 16 und Arnautovic die Nummer 7 trägt.

Zlatko Junuzovic vergaß auch in seiner neuen Rolle nicht auf seine starke Laufarbeit und war mit 12,27 Kilometern Laufdistanz klar der fleißigste Spieler am Platz. Er hatte einen großen Aktionsradius, arbeitete viel nach hinten und schaltete nach Ballgewinnen gut in die Offensive um – so auch beim Ausgleichstreffer zum 1:1, als er zusammen mit Kevin de Bruyne den Ball schnell nach vorne brachte und anschließend den Treffer erzielte. Junuzovic spielte einige intelligente Pässe, allerdings vermisste man ein wenig seine Passsicherheit, denn von 38 Zuspielen landeten nur 71% bei seinen Mannschaftskollegen. Von 21 Duellen entschied der Österreicher 11 für sich (52,4%). Er schoss insgesamt zwei Mal aufs gegnerische Tor, schlug ebenso viele Flanken und steuerte eine Torschussvorlage bei, aus der jedoch kein Treffer resultierte. Insgesamt eine mehr als ordentliche Vorstellung des österreichischen Nationalspielers, dem man die Verletzungspause nicht ansah. Der kicker bewertete ihn mit der Note 3,5, von sportal.de bekam er eine glatte 3.

Starke Vorstellung von Kapitän Sebastian Prödl

Das Vertrauen, das ihm sein Trainer mit der Kapitänsbinde mit auf den Platz gab, war Sebastian Prödl anzusehen. Der Innenverteidiger begann neben dem zuletzt unsicheren Assani Lukimya im Abwehrzentrum der Bremer und präsentierte sich guter Form. Beim ersten Gegentreffer war er allerdings nicht unbeteiligt, auch wenn ihn nur eine kleine Schuld trifft: Der österreichische Innenverteidiger spitzelte den Ball vor Axel Bellinghausen weg, den Gegenspieler Robbie Kruse jedoch vor die Beine bekam. Kruse gelang anschließend der tödliche Pass in die Schnittstelle zwischen Lukimya und Außenverteidiger Mateo Pavlovic. Sebastian Prödl hatte in dieser Aktion allerdings nicht wesentlich bessere Optionen, weshalb man ihm nur schwer einen Vorwurf wird machen kann. Ansonsten überzeugte er mit seinem Zweikampfverhalten, denn er gewann 14 seiner 25 Duelle für sich (60,9%). Er wirkte entschlossen und auch sein Stellungsspiel konnte überzeugen. Insgesamt klärte er zehn Bälle aus dem eigenen Strafraum. Prödl mache zudem die meisten Tacklings seiner Mannschaft (6) und fing gemeinsam mit Bargfrede auch die meisten gegnerischen Pässe ab (5). Ein Spiel, das ihm Selbstvertrauen geben wird. Für den kicker war er klar der beste Mann in der Werder-Viererkette, weshalb er auch die Note 2,5 erhielt. Sportal.de sah seine Leistung ein wenig kritischer und gab ihm eine 3,5.

Marko Arnautovic mit Glück im Abschluss

Der rechte Flügelspieler konnte sich gegen Fortuna Düsseldorf nur selten in Szene setzen und hatte beim Ausgleichstreffer zum 2:2 viel Glück, als der gegnerische Innenverteidiger Martin Latka den etwas abgerissenen Schuss unglücklich ins eigene Tor ablenkte. Insgesamt stehen beim österreichischen Nationalspieler gleich fünf Schussversuche zu Buche, von denen jedoch nur einer aufs Tor ging. Seinen Flanken fehlte ebenfalls die Präzision, denn alle vier Hereingaben landeten bei einem Gegenspieler. Er hatte zwar mit 62 Ballkontakten mehr Spielanteile als zuletzt, konnte jedoch kaum entscheidende Aktionen setzen. Dreimal versuchte er in Eins-gegen-Eins-Situationen einen Gegenspieler zu überwinden, blieb dabei aber jedes Mal hängen. Man sah ihm seine Frustration teilweise deutlich an, weshalb er es auch öfters aus der Distanz per Fernschuss versuchte. Immerhin leitete er so in der 70. Minute den Ausgleich ein. Dass der Flügelspieler nicht ins Spiel fand, ist jedoch nicht alleine seine Schuld. Auch wenn er sich nicht in Höchstform befindet, muss man festhalten, dass die gesamte Werder-Mannschaft in einer Krise steckt und Arnautovic nur selten Bälle bekommt, die er gut verarbeiten kann. Vom kicker bekam der ÖFB-Legionär die Note 4,5, sportal.de gab ihm mit einer 3,5 eine recht großzügige Bewertung.

Kommendes Wochenende trifft Werder zu Hause auf den VfL Wolfsburg, der nur zwei Punkte vor den Bremern liegt. Ein Sieg wird schön langsam immer mehr zur Pflicht, denn auf den Relegationsplatz hat die Truppe von Trainer Thomas Schaaf nur noch fünf Punkte Vorsprung!

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

  • Teiwaz

    15.April.2013 #1 Author

    Ich werd aus Schaaf’s Umgang mit Prödl einfach nicht schlau…

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  • polypus

    15.April.2013 #2 Author

    Ich glaube, Prödl muss die Verantwortung spüren. Nur eine Vermutung, aber er ist so ein Typ der als Kapitän bessere Leistungen bringt.

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  • grazerbert

    16.Mai.2013 #3 Author

    junuzovic hat sich trotz seiner (wenigen) schwächen noch am besten von allen österreichern bei werder entwickelt. prödl, der viel zu früh und zu häufig gelobte, hat sich seit seinem abgang von sturm kaum weiterentwickelt, er wirkt hölzerner denn je, hat eine fatale gabe, wenns brenzlig wird, wo anders zu stehen und ist als „abwehrchef“ nicht wirklich eine verlässliche stütze seines teams. und 14 von 25 zweikämpfen (nur 61 % !!!) zu gewinnen, ist nicht unbedingt ein qualitätsbeweis für einen innenverteidiger!
    arnautovic kann ein spiel entscheiden, beweist dies bei werder bremen aber nie.
    am besten gehen alle drei weg. in der mannschaft ist der wurm drin. schaaf war viel zu lange trainer.

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