In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 12. Spieltag 2012/13 (Teil 1) – Werder-Legionäre mit starker Performance gegen Fortuna Düsseldorf

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks analysieren wir die Leistungen und Statistiken der Werder-Legionäre Zlatko Junuzovic und Marko Arnautovic, die einen 2:1-Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf feierten. Sebastian Prödl kam nur zu einem Kurzeinsatz, wird in der kommenden Woche allerdings die Chance haben sich zurück ins Team zu spielen.

Der SV Werder Bremen feierte gegen Fortuna Düsseldorf den dritten Heimsieg in Folge, verbesserte sich in der Tabelle um zwei Plätze und liegt nun auf dem siebenten Rang. Die Gäste gingen zwar durch Innenverteidiger Jens Langeneke bereits in der 10. Minute in Führung, doch Werder drehte das Spiel durch Treffer von Nils Petersen (51.) und Kevin De Bruyne (82.) um. Der Siegtreffer fiel in Unterzahl, da Innenverteidiger Assani Lukimya, der Sebastian Prödl zumindest kurzfristig aus der Mannschaft spielte, in der 77. Minute die gelb-rote Karte bekam.

Zlatko Junuzovic weiterhin in guter Verfassung

Junuzovic begann wieder als einziger defensiver Mittelfeldspieler in einer 4-1-4-1-Formation, wobei er aufgrund des Spielverlaufs eine für seine Verhältnisse recht hohe Position einnahm, da sich die Gäste nach dem frühen Treffer tief in der eigenen Hälfte formierten. Werder hatte 63,3% Ballbesitz und spielte 457 erfolgreiche Pässe, während die Gäste in dieser Wertung nur auf 162 erfolgreiche Zuspiele kamen. Dennoch mussten sich die Bremer diesen Sieg hart erarbeiten, da Fortuna Düsseldorf eine aggressive Manndeckung und ein gutes Stellungsspiel praktizierte und aus Kontern gefährlich wurde. Junuzovic kam auf 80 Ballkontakte und spielte 64 Pässe, von denen 61 ankamen (95%). Neben seiner starken Passquote überzeugte er auch in den Zweikämpfen, denn er gewann 16 seiner 27 Duelle für sich (59,3%). Er spulte 11,79 Kilometer ab und absolvierte zehn Sprints, sowie 60 intensive Läufe. Er machte vier Tacklings, fing drei gegnerische Pässe ab und beging drei Fouls, während er selbst zweimal mit unfairen Mitteln gestoppt wurde. Nur kurz nach dem Gegentreffer setzte er sich auf der rechten Seite schön durch und spielte den Ball gefährlich in den Strafraum auf Stürmer Nils Petersen, der die sich bietende Chance allerdings nicht nutzen konnte. Diese Aktion blieb allerdings seine einzige Torschussvorlage, in der Offensive hatte er ansonsten kaum nennenswerte Szenen. Trotz dieses Mankos bekam er vom kicker die Note 2,5, eine Bewertung die ansonsten nur Kapitän Aaron Hunt bekam.

Marko Arnautovic sorgt für Aufreger

Der rechte Flügelspieler kann vom Glück sprechen, dass er nicht in der 33. Minute vom Platz gestellt wurde, denn er gab dem Torschützen zum 1:0, Innenverteidiger Jens Langeneke, einen leichten seitlichen Kopfstoß. Davor wurde Arnautovic einige Male hart rangenommen und immer wieder verbal provoziert – es schien, dass die Düsseldorfer den österreichischen Nationalspieler absichtlich aus der Reserve locken wollten, was ihnen schlussendlich auch gelang. Das alles darf aber natürlich in keiner Weise als Entschuldigung angesehen werden, denn Arnautovic muss mit solchen Situationen rechnen und lernen damit umzugehen. Er hatte Glück, dass sich Langeneke nicht theatralisch fallen ließ, denn dann hätte Schiedsrichter Sippel wohl anders entschieden. So bleibt es bei der gelben Karte, die schlussendlich eine Fehlentscheidung darstellte, denn auch ein leichter Kopfstoß muss als Tätigkeit geahndet werden. Glück gehabt – Trainer Schaaf wird über diese Szene allerdings sicherlich noch einmal mit ihm reden müssen.

Abgesehen von dieser unnötigen Situation machte Arnautovic eine ordentliche Partie, obwohl er es nicht leicht hatte, da ihn seine Gegenspieler nur ganz selten aus den Augen ließen und er wenig Raum und Zeit hatte, sobald er den Ball annahm. Er kam auf 64 Ballkontakte und spielte 34 Pässe, von denen 85% ankamen. In der Offensive hatte er einige guten Szenen: er zog fünfmal ab, wobei zwei Versuche aufs Tor gingen, aber von Torhüter Fabian Giefer entschärft wurden. Nach wie vor wirkt Arnautovic beim Abschluss manchmal zu überhastet und wählt nicht immer die beste Option. Als Beispiel sei die 66. Minute angeführt, als er innerhalb des Strafraums auf der rechten Seite frei zum Schuss kam, mit dem Vollspan abzog und seine ganze Wut in diesen Versuch zu packen schien. Manchmal hätte ein gezielter, vielleicht nicht ganz so scharfer Schuss wahrscheinlich bessere Erfolgsaussichten. Hier fehlt aber sicher noch ein wenig die Erfahrung und wenn er so weitermacht ist er auf einem guten Weg sein Torkonto in der Zukunft ordentlich in die Höhe zu schrauben, da er durch seine Unberechenbarkeit und Kreativität einfach viele gefährliche Szenen erzeugt. Neben seinen fünf Torschüssen steuerte er zwei Torschussvorlagen bei und schlug fünf Flanken. Der kicker gab dem Österreicher die Note 3, dieselbe Bewertung die er bereits in den Runden neun und zehn bekam.

Statistik am Rande

Unsere Werder-Mittelfeldspieler dürfen sich bis jetzt über einen guten kicker-Notendurchschnitt freuen. Zlatko Junuzovic liegt mit einem Notendurschnitt von 3,05 von allen Akteuren in der deutschen Bundesliga auf dem starken 28. Platz – von seinen Mannschaftskollegen hat nur Kapitän Aaron Hunt, der eine ausgezeichnete Saison spielt, eine bessere Statistik (Rang 5 mit Notendurchschnitt von 2,36). Mannschaftsintern befindet sich auf Platz drei Keeper Sebastian Mielitz (Rang 32 mit Notendurchschnitt von 3,09), dahinter folgt schon Arnautovic, der mit einem Schnitt von 3,14 auf dem  40. Gesamtplatz liegt. Sebastian Prödl hält bei einem Schnitt von 3,44, womit er immerhin von allen Werder-Innenverteidigern die beste Bewertung hat.

Sebastian Prödl nur Ersatz

Der österreichische Innenverteidiger wurde zuletzt von Assani Lukimya aus der Mannschaft gespielt und kam gegen Fortuna Düsseldorf erst in der 84. Minute ins Spiel, nachdem Trainer Thomas Schaaf den Vorsprung absichern wollte, noch dazu da Lukimya einige Minuten zuvor ausgeschlossen wurde. In den letzten Minuten machte Prödl einen guten und konzentrierten Eindruck und brachte Ruhe in die Werder-Defensive. Am nächsten Spieltag wird der Innenverteidiger gegen den VfL Wolfsburg höchstwahrscheinlich die Chance haben sich über 90 Minuten zu beweisen, da Lukimya seine Sperre absitzen wird müssen. Wir halten Prödl die Daumen, dass er sich seinen Stammplatz zurückerobern kann.

Fazit

Junuzovic
+: zweikampfstark, genaues Passspiel, laufstark
-: wenig Akzente nach vorne

Arnautovic
+: trotz Bewachung einige gute Szenen in der Offensive
-: Kopfstoß, Chancenauswertung

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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