In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 28. Spieltag 2014/15 (1)– Harnik und Junuzovic steuern Assist bei

Martin Harnik (VfB Stuttgart, ÖFB)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks blicken wir auf die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem SV Werder Bremen, bei der drei Österreicher von Beginn an am Platz standen. Die Hausherren hatten das bessere Ende für sich und gewannen durch ein spätes Tor von Daniel Ginczek in der Nachspielzeit mit 3:2.

VfB Stuttgart – SV Werder Bremen   (3:2)

Acht Spieltage bildete der VfB Stuttgart das Schlusslicht der deutschen Bundesliga, mit dem 3:2-Sieg gegen den SV Werder Bremen gaben die Schwaben die rote Laterne an den HSV weiter. Zum ersten Mal in dieser Saison gingen Martin Harnik und Co. mit einem Vorsprung in die Pause und dass am Ende drei Punkte verbucht werden konnten ist der Hauptverdienst von Daniel Ginczek, der einen Doppelpack erzielte und das entscheidende Tor zum 3:2 erst in der Nachspielzeit schoss. Die Zuschauer sahen eine höchst spannende, wenn auch keine hochklassige Partie, da sich beide Teams im Spielaufbau schwer taten und viele Fehler produzierten. Am Ende zählen aber für den VfB Stuttgart nur die wichtigen drei Punkte im Abstiegskampf.

Martin Harnik bereitete zwar den ersten Treffer von Daniel Ginczek zur 2:1-Führung vor, wird aber dennoch nicht gerne auf seine persönliche Leistung in diesem Spiel zurückblicken wollen. Einerseits fand der VfB-Flügelstürmer selbst zahlreiche hochkarätige Chancen vor, die er ungenutzt ließ, andererseits nahm die Partie in der 84. Minute ein vorzeitiges Ende für ihn, als er nach einem unnötigen Foul an Landsmann Zlatko Junuzovic die gelb-rote Karte sah. Zu den vergebenen Chancen meinte er anschließend im Interview:

„Danach (Anm.: nach dem Ausgleich zum 1:1) haben wir viele Torchancen nicht genutzt, vor allem ich. Das ist für mich unerklärlich. Normalerweise mache ich solche Chancen rein.“

Alleine in der 61. und 62. Minute hatte er zwei riesige Möglichkeiten und traf beispielsweise aus vier Metern nicht ins leere Tor. Insgesamt brachte es Martin Harnik auf vier Torschüsse, von denen jedoch alle am Tor vorbeigingen. Er bereite drei Schussversuche seiner Mitspieler vor, von denen einer den Weg ins gegnerische Tor fand. Harnik kam auf 48 Ballkontakte und spielte 31 Pässe, von denen 61% bei seinen Kollegen ankamen. Bis zu seinem Ausschluss in der 84. Minute lief er 10,4 Kilometer, absolvierte die meisten Sprints aller Spieler am Platz (32) und die zweitmeisten intensiven Läufe (78). Auch wenn er ein paar Hochkaräter ausließ, sollte man ihm seine gute Arbeit gegen den Ball anrechnen, denn der Flügelstürmer ließ sich bei gegnerischem Ballbesitz immer wieder weit nach hinten zurückfallen und machte die Räume auf seiner Seite für die Werder-Akteure sehr eng. Dennoch fielen die Bewertungen nicht gut aus – sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben ihm die Note 5.

Hinter Martin Harnik kam Florian Klein auf der rechten Abwehrseite zum Zug. Der Außenverteidiger muss sich nur eine Mitschuld am 1:1-Ausgleich ankreiden lassen, als die Abstimmung in der Verteidigung nicht passte und der eingewechselte Davie Selke gleich nach der Pause den 1:1-Ausgleich per Kopf erzielte. Ansonsten hatte er, auch aufgrund der guten Unterstützung von Martin Harnik, auf seiner Seite in der Defensive nicht allzu viel zu tun und konnte sich so mehrmals in die Offensive einschalten, was er auch vehementer als zuletzt tat. Klein hatte mannschaftsintern die drittmeisten Ballkontakte (55) und spielte 32 Pässe, von denen 69% bei seinen Mannschaftskollegen landeten. Er schoss einmal aufs gegnerische Tor, bereitete zwei Torschüsse vor und schlug eine Flanke. Er gewann acht seiner 13 Duelle (61,5%), setzte sich einmal erfolgreich in einer Eins-gegen-Eins-Situation per Dribbling durch und fing zwei gegnerische Pässe ab. Der kicker gab ihm die Note 4, sportal.de eine 3,5.

In der vergangenen Runde bekam Zlatko Junuzovic eine Pause und kam beim 0:0-Unentschieden gegen Mainz erst nach einer Stunde in die Partie, da er sich nach den beiden Länderspielen gegen Liechtenstein und Bosnien nicht vollkommen fit fühlte. Gegen den VfB stand er von Beginn an am Platz und kam links in der Werder-Mittelfeldraute zum Zug. Auch Junuzovic gelang es nur selten in der größtenteils chaotisch ablaufenden Partie eine klare Linie ins Spiel zu bringen und seinen Stempel aufzudrücken. Gefahr ging bei ihm meist nur von Standardsituationen aus, so fiel auch der Ausgleich zum 2:2 durch Jannik Vestergaard nach einem Eckball des Österreichers. Dieses Tor markierte übrigens den 19. Werder-Treffer nach einer Standardsituation, was in der laufenden Saison den Bestwert in der deutschen Bundesliga markiert. Weiters hatte Junuzovic Pech, dass Schiedsrichter Perl nach einer Attacke von Gentner am österreichischen Nationalspieler nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte. Junuzovic brachte es auf 58 Ballkontakte und spielte 31 Pässe, von denen 77% bei seinen Mitspielern ankamen. In den Zweikämpfen hatte er zumeist das Nachsehen, da er nur in 8 von 21 Fällen als Sieger aus dem Duell hinausging (38,1%). Junuzovic lief mit 11,49 Kilometern mehr als jeder andere Spieler am Platz und bekam sowohl vom kicker, als auch von sportal.de die Note 4.

Kommenden Samstag reist der VfB Stuttgart zum Auswärtsspiel nach Augsburg an, während einen Tag später Werder Bremen den Tabellenletzten aus Hamburg empfängt.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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