Mit schwachen zehn Zählern und nur zwei Siegen geht der Kapfenberger SV 1919 in die Winterpause. Auswärts holten die Obersteirer gar nur einen Punkt.... abseits.at bewertet die Hinrunde des KSV 1919 – Wolf stark, Sencar und Taboga schwach, Sand und Prokoph nicht bundesligatauglich

Mit schwachen zehn Zählern und nur zwei Siegen geht der Kapfenberger SV 1919 in die Winterpause. Auswärts holten die Obersteirer gar nur einen Punkt. Gibt es angesichts dieser vernichtenden Herbstbilanz überhaupt Kicker in Kapfenberg, die positiv herausstachen? Wir starten unsere zehnteilige Bundesliga-Spielerbewertung mit dem Tabellenletzten.

Notenschlüssel: 1 = sehr schwach, 10 = sehr gut

Die Bewertungen erfolgen auf Basis der Möglichkeiten von Spieler und Verein. Am Ende dieser Serie wird es eine Ligagesamtwertung geben, in die auch Einsatzzeit, Punktzahl und sonstige Faktoren mit einfließen.

Raphael Wolf … 9
Den deutschen Schlussmann der Kapfenberger trifft die geringste Schuld an der „Roten Laterne“. Der 23-Jährige hielt seine Elf regelmäßig mit starken Paraden im Rennen, musste dennoch 40-mal hinter sich greifen, was jedoch zumeist an der Überlegenheit der Gegner und der Unfähigkeit seiner Vorderleute lag.

Rene Pitter … 5
Der 22-Jährige fand erst unter Thomas von Heesen richtig in die Mannschaft, löste seine Aufgaben jedoch  größtenteils fehlerfrei. Nicht umsonst gilt der Rechtsfuß als großes Talent, aber gerade in einer angeschlagenen Kapfenberger Mannschaft muss er nun den nächsten Schritt machen, mehr Verantwortung übernehmen.

Manfred Gollner … 5
Ähnlich wie Pitter hat er es in einer jungen Mannschaft mit vielen akuten Problemen schwer. Trotzdem bewies der 21-Jährige in der Innenverteidigung Reife, passte sich bereits halbwegs an den Tempounterschied zwischen Regionalliga und Bundesliga an. Auch er muss sich allerdings noch merklicher etablieren.

Dominique Taboga … 3
Für einen Routinier zeigte der ehemalige Norwegen-Legionär viel zu wenig. Zahlreiche Fehler, Probleme mit dem Tempo seiner Gegenspieler, trotz seiner 29 Jahre keiner, der hie und da die Kohlen aus dem Feuer holt. Wenn in einer jungen Truppe die Routiniers auslassen, wird’s schwer!

David Harrer … 3
Unsicherheitsfaktor in der Abwehr, mit Schnelligkeit alleine reißt man in der Bundesliga nichts. Gilt als zweikampfschwacher Spieler, der zudem taktische Unzulänglichkeiten an den Tag legt.

Thomas Schönberger … 5
Machte in dieser Saison einen deutlichen Schritt nach vorne, ist aber dennoch nicht frei von Fehlern – so wie alle Akteure der Kapfenberger Hintermannschaft. Zeigte sich allerdings im Spiel Mann gegen Mann ruhiger, macht weniger Fouls an in den Saisonen davor.

Christoph Kröpfl … 3
Der 21-Jährige sammelte bereits bei Sturm Graz und Red Bull Salzburg Bundesligapraxis, spielte bei den Red Bull Juniors stark – umso enttäuschender sind seine bisherigen Leistungen in Kapfenberg. Der mehrmalige U21-Teamspieler muss vor allem technisch klar besser werden und zu einem „Typ“ heranreifen, der er in der zweiten Spielklasse in Ansätzen bereits war.

David Sencar … 3
Eine der größten Enttäuschungen der Herbstsaison. Eigentlich sollte es gerade er sein, der die Mannschaft in schwierigen Phasen wachrüttelt und sich auf spielerischer Ebene hie und da ein Herz nimmt. Doch der 27-Jährige, der nach den letzten beiden Saisonen eher ein Kandidat für größere Aufgaben gewesen wäre, versteckt sich komplett und degradierte sich selbst zum Mitläufer beim Abstiegskandidaten Nummer Eins.

Dieter Elsneg … 6
Betrachtet man seine Bewegungsabläufe und seine Technik merkt man sofort, dass er von allen Kaderspielern mit die größten Möglichkeiten hat. Er ließ auch immer wieder sein Können aufblitzen, erzielte drei Saisontore, überzeugte teilweise mit frechem Spiel, etwa zuletzt gegen Red Bull Salzburgs Brasilianer Douglas da Silva. Am Ende sind seine Leistungen jedoch noch zu unbeständig und es erfordert noch einiges an Arbeit ihm den letzten Schliff zu geben.

Stefan Erkinger … 5
Läuferisch ein wichtiger Spieler für die „Falken“, allerdings ist sein Spiel immer wieder mit technischen Fehlern gespickt, die seine Nebenleute in Verlegenheit bringen. Der 30-Jährige sollte eher eine Chefrolle im Mittelfeld der Kapfenberger einnehmen, dazu muss er aber an seiner Passquote arbeiten.

Markus Felfernig … 6
„Max“ gilt als einer der wenigen Spieler, vor denen sich gegnerische Abwehrspieler im Voraus fürchten. Durch seine Schnelligkeit ist der 28-Jährige stets für Tore und Assists gut und verbessert das Kapfenberger Konterspiel. An der Effizienz hapert es jedoch auch bei ihm – heuer gelang ihm erst ein Bundesligatreffer.

Michael Gregoritsch … 3
Nachdem der Sohn des ehemaligen Trainers von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet wurde, erwartete man eine Abschluss-Saison in Kapfenberg, in der der 17-Jährige einen deutlichen Schritt nach vorne machen würde. Doch es kam anders und Gregoritsch fand nie richtig seinen Rhythmus und lässt auf dem Feld die notwendige Präsenz vermissen. In dieser Form hat er – auch wenn es harte Kritik an einem erst 17-Jährigen ist – in Hoffenheim nicht den Funken einer Chance. Fairerweise muss erwähnt werden, dass er in Kapfenberg nicht ausreichend „gefüttert“ wird.

Danijel Micic … 3
Das der ehemalige Austria-Lustenau-Akteur kicken kann, sieht man in Ansätzen. Dennoch scheint Micic mit der höchsten Spielklasse etwas überfordert zu sein. Ein, zwei gute Spiele in einer Halbsaison sind zu wenig.

Boris Hüttenbrenner … 5
Solide und brav – er spielt wie schon in den Saisonen zuvor, angesichts seiner Möglichkeiten, auf einem hohen Level und ist kein unwichtiger Spieler für seine Mannschaft. Allerdings auch kein unverzichtbarer.

Matej Mavric … 4
Für einen Routinier, ähnlich wie Taboga, viel zu unbeständig und fehleranfällig. Verschuldete einige Gegentore, versucht zu viel mit seiner Routine wett zu machen. Kicken kann Mavric zweifelsfrei, aber die Stabilität leidet ein wenig unter seinem manchmal zu lockeren Stil.

Michal Ordos … 5
Mit vier Toren der beste Torschütze seines Teams – allerdings spielt auch er noch zu unbeständig, was möglicherweise auch damit zusammenhängt, dass er zu oft auf einer falschen Position aufgeboten wurde. Wie man bei Sigma Olmütz in den letzten Jahren beobachten konnte, ist Ordos ein klassischer Mittelstürmer, doch diese haben’s in Kapfenberg derzeit schwer.

Robert Gucher … 4
Hat fußballerisch ähnlich wie Elsneg große Möglichkeiten, präsentierte sich aber größtenteils zahnlos und versteckte sich gerne. Ein Spieler mit seinen Ansprüchen muss in einer schwachen Kapfenberger Mannschaft eher versuchen Herz und Heft in die Hand zu nehmen.

Ralph Spirk … 5
Der 25-Jährige ist eine der positiven Überraschungen gegen Ende der Herbstsaison. Nachdem er die letzten fünf Jahre immer wieder verletzt war, fand er unter von Heesen wieder ins Team und spielte im Rahmen seiner Möglichkeiten stark. Nicht nur, dass er sich als äußerst zweikampfstark und lauffreudig entpuppte, erwies er sich als gefährlicher Freistoßschütze.

Makhmadnaim Sharifi … 5
Defensiv ist der junge Russe stets brav und engagiert. Es ist schwer den Lockenkopf auszuspielen, weil er zumeist gleich ein zweites Mal vor seinem Gegenspieler steht. Offensiv ist der 19-Jährige (noch?) ein Ausfall. Schwache Flanken, Unentschlossenheit und vielleicht auch ein kleiner Mangel an Selbstvertrauen erschweren Sharifis Offensivspiel.

Mark Prettenthaler … 4
Ein grundsätzlich guter Fußballer, der sich seine Karriere aufgrund von Undiszipliniertheiten verbaute. Allerdings zeigt er in Kapfenberg durchaus wieder, dass er kicken kann. Muss aber wie viele andere noch Stabilität in seine Leistungen bringen.

Marc Sand … 2
Das alte Problem des Marc Sand: Er zeigt zu wenig Präsenz, ist nicht torgefährlich, antizipiert schwach. So ist der 23-Jährige nicht bundesligatauglich.

Roman Prokoph … 2
Für einen Spieler, der bereits in der deutschen Bundesliga kickte, zeigt Prokoph in Kapfenberg deutlich zu wenig. Strahlt keine Gefahr aus, zeigt keinen „Killerinstinkt“. Auch er präsentiert sich bisher kaum bundesligatauglich.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen