Am kommenden Samstag startet die Frühjahrssaison in der tipico Bundesliga. abseits.at nimmt daher jede Mannschaft unter die Lupe, wirft einen Blick auf die Probleme... Frühjahrsvorschau: Wird Red Bull Salzburg auch mit Oscar Garcia Meister?

Red Bull Salzburg - Wappen mit Farben_abseits.atAm kommenden Samstag startet die Frühjahrssaison in der tipico Bundesliga. abseits.at nimmt daher jede Mannschaft unter die Lupe, wirft einen Blick auf die Probleme im Herbst, das Transferfenster, die Spielweise, die Schlüsselspieler und die Form. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit Red Bull Salzburg.

Nicht nur finanziell, sondern auch sportlich war Red Bull Salzburg in den letzten Jahren das Maß aller Dinge im österreichischen Klubfußball. Sowohl unter Roger Schmidt, als auch Adi Hütter holte man das Double. Dass man sich trotz Winterkrone von Peter Zeidler trennte, zeigt wie hoch die Latte liegt. Wird Oscar Garcia den Ansprüchen gerecht?

Die Probleme Herbst

Schon der Saisonstart verlief bei den roten Bullen nicht nach Wunsch. Schon nach der Qualifikationsphase war der Auftritt auf internationalem Parkett beendet, als man sich gegen Dinamo Minsk blamierte. In der Bundesliga riss man früh einen großen Rückstand auf. Besonders personell hatten die Bullen dabei Probleme, was aus zwei verschiedenen Blickwinkeln gesehen werden kann. Einerseits kann man den negativen Einfluss der Verletzungen nicht leugnen, andererseits stellt sich die Frage, ob diese nicht hausgemacht waren.

Auf dem Rasen resultierten diese Umstände dann darin, dass vom perfekt koordinierten Angriffspressing, das Schmidt etablierte, aber bereits unter Hütter arg bröckelte, fast nichts mehr über war. Gerade in der Raumaufteilung den Abläufen im letzten Drittel fehlte oft jegliche Struktur. Erst durch das Wiedergenesen individuell stärkerer Spieler sowie einer etablierten und stabilisierenden Mittelfeldachse mit Allrounder Benno Schmitz und dem dynamisch enorm starken Naby Keita ging es bergauf. So konnte der Rückstand sukzessive verkleinert und die Tabellenführung erobert werden.

Die Spielweise

Garcia ließ sich bei seinen bisherigen Interviews nicht in die Karten blicken. Es deutet jedoch einiges darauf hin, dass die Bullen unter seiner Leitung eine wesentlich andere Spielidee verfolgen werden. Einerseits dürften sie nun nicht mehr in einer 4-2-2-2-, sondern einer 4-3-3- oder 4-4-2-Rauten-Grundformation agieren, andererseits dürfte das Spiel mehr auf den eigenen Ballbesitz fokussiert werden. Das bedeutet, dass manche Spieler neue Rollen übernehmen müssen. Möglichweise gab es deshalb nur vier Testspiele, um die taktischen Abläufe im Training noch intensiver einzustudieren.

Das Transferfenster

Garcia äußerste öffentlich den Wunsch nach neuen Spieler – vermutlich auch deshalb, weil er weiß, dass es gerade für die Flügelpositionen kaum verschiedene Varianten gibt. Im System seiner Vorgänger mussten diese über eine hohe Dynamikkompetenz verfügen. Einen physisch dominanten oder geradlinigen Spieler findet man im Kader nicht. Mit Martin Hinteregger verlor man hingegen den stärksten Innenverteidiger der Liga. Seinen Kaderplatz nimmt der brasilianische Neuzugang Bernardo ein. Zudem kamen in der Vorbereitung die beiden Nachwuchstalente Asger Sörensen und Dayot Upamecano stärker zum Zug. Auch hier könnte es eine philosophiebedingte Umstellung geben.

Die Schlüsselspieler

Jonatan Soriano: Eine Aufgabe Garcias wird es, das Team unabhängiger von Soriano zu machen. Dessen Einfluss auf die Ergebnisse nahm im letzten Jahr deutlich zu. Auf der einen Seite logisch, da der Spanier mit der beste Stürmer ist, der je in der österreichischen Liga gespielt hat. Andererseits belegen die Daten aus der Herbstsaison, dass Red Bull Salzburg dadurch offensiv mehr und mehr zu einem One-Man-Team wurde.

Naby Keita: Der 20-jährige Nationalspieler aus Guinea machte von allen Bundesligaspieler wohl den größten Entwicklungssprung im Jahr 2015. Nicht nur, dass er nicht mehr aus der Startelf wegzudenken ist, er konnte sein Fähigkeitsspektrum stark erweitern. Er liefert nun nicht mehr ausschließlich herausragende Balleroberungswerte, sondern regelmäßig Scorerpunkte und spielerische Impulse. Im Positionsspiel ist er zudem auch sehr flexibel, weshalb er wohl auch unter Garcia eine tragende Rolle spielen wird – unabhängig von der gewählten Formation.

Die Spieler unter Druck

Hany Mukhtar: Der deutsche Sommerneuzugang verfügt prinzipiell über sehr gute und vielfältige Anlagen, zu viel mehr als Kurzeinsätzen kam er im Herbst jedoch nicht. Auch zum von Garcia präferierte Spielmodell würde er grundsätzlich gut passen. Bleibt also abzuwarten, ob er das auch zeigen kann.

Valentino Lazaro: Im Herbst bremsten den viermaligen ÖFB-Teamspieler Verletzungen aus, sodass er gut drei Jahre nach seinem Bundesligadebüt sein Potenzial noch immer nicht über einen längeren Zeitraum ausschöpfen konnte. Im System von Garcia gäbe es für den 19-Jährigen einige Einsatzmöglichkeiten. Die sich ergebenden Chancen sollte Lazaro, den Koller offenbar sehr schätzt, nutzen, um realistische Chancen auf eine EM-Teilnahme zu haben.

Die Testspiele

2:1 gegen LASK Linz – Tore: Prevljak, Berisha

0:1 gegen FSV Frankfurt

0:1 gegen FK Mlada Boleslav

1:1 gegen SV Sandhausen – Tor: Atanga

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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