Zum Auftakt der 18. Runde in der tipico Bundesliga trifft die Wiener Austria in der Generali Arena auf Red Bull Salzburg. Die Veilchen sind... Herbstsaison beendet: Wie reagiert die Austria auf den Ausfall von Omer Damari?

Omer Damari - FK Austria WienZum Auftakt der 18. Runde in der tipico Bundesliga trifft die Wiener Austria in der Generali Arena auf Red Bull Salzburg. Die Veilchen sind seit drei Spielen ungeschlagen, holten aus den letzten Spielen sechs Spielen elf Punkte – genauso viele wie der heutige Gegner. Dementsprechend wollen sie den Salzburgern erneut ein Bein stellen. Allerdings müssen sie auf ihren Torjäger verzichten. Deshalb stellt sich die Frage: Wie wird die Austria Omer Damari ersetzen?

Nach dem Abgang von Philipp Hosiner hatte die Wiener Austria zunächst Probleme auf der Stürmerposition, obwohl es für Trainer Gerald Baumgartner eine durchaus breite Auswahl gab, standen mit Roman Kienast, Ola Kamara und Martin Harrer doch drei entsprechende Akteure im Kader. Doch erst mit der Verpflichtung von Damari wurde die Austria durchschlagskräftig.

Starke Chancenauswertung und Schussgenauigkeit

Gleich in seinem Bundesligadebüt erzielte der 25-Jährige sein erstes Bundesligator. Dabei konnte man auf Anhieb seine hohe individuelle Klasse sehen: er antizipierte einen Querpass des Gegners, fing ihn an, tanzte einen weiteren Verteidiger aus und traf mit seinem zweiten Torschuss auf österreichischem Rasen. Sieben weitere Tore ließ der israelische Teamspieler in seinen nachfolgenden zwölf Spielen folgen, womit er teamintern erwartungsgemäß der beste Torschütze ist.

Auch im Vergleich mit den anderen Stürmern der Liga können sich die Werte von Damari durchaus sehen lassen. Der Fünfte der Torschützenliste dreht im Schnitt nach 3,8 Schüssen zum Torjubel ab. Das entspricht einer Chancenverwertung von 29,6%. Nur drei Stürmer mit mindestens zehn abgegeben Schüssen haben einen höheren Wert: Robert Beric (44%), Jonathan Soriano (35,2%) und Yordy Reyna (32,1%). Auch in puncto Schussgenauigkeit ist die Nummer 16 des FAK mit 63% im Spitzenfeld vertreten (4.).

Damaris Einbindung ins Kombinationsspiel

Obwohl der Abschluss sicherlich die herausragende Eigenschaft von Damari ist und die obigen Statistiken womöglich suggerieren, dass er ein klassischer Strafraumstürmer ist, hat er auch andere, für die Austria essentielle Qualitäten. Einerseits bindet er immer wieder Gegenspieler und schafft damit Platz für seine Mitspieler, kann den Ball nicht nur abschirmen, sondern auch durchaus brauchbar weiterverarbeiten und unter Umständen Alleingänge starten. Eine Passquote von 78,8% bescheinigt ihm zudem ein mehr als solides Potenzial im Kombinationsspiel.

Hier sieht man Damaris Passschemen aus den letzten drei Spielen gegen Rapid, die Admira und Ried. Im Wesentlichen agiert er im Angriffsdrittel, hat dabei aber keinerlei Präferenzen. Es vielmehr so, dass sich Damari oft in Ballnähe aufhält. Die Folge: er ist oft an gefährlichen Situationen direkt beteiligt. Pro 90 Minuten hat er 3,7 Torschussbeteiligungen. Von den vier Stürmern, die vor ihm in der Torschützenliste liegen, haben nur Soriano (7,3) und Marco Djuricin höhere Werte (4,7).

Interessant ist hierbei der Vergleich mit Rapids Beric. Der Slowene gilt als besonders kombinationsstarker, eher beweglicher Angreifer mit wenig Präsenz im Strafraum. Während er, wie oben erwähnt, in puncto Abschluss alles überragt, fällt er bei den Schussbeteiligungen mit 2,6 doch etwas ab. Vor allem der Unterschied bei den Schussvorlagen – Damari 1,6 pro 90 Minuten, Beric 0,8 – zeigt, dass Damari viel Präsenz in der Gefahrenzone zeigt.

Baumgartner überlegt drei Varianten

Nun fällt der Torjäger für die restlichen Partien des Jahres aus und es stellt sich die Frage, wie er ersetzt werden kann. FAK-Coach Baumgartner sagte, man überlege drei Varianten, wie man diesen herben Verlust kompensieren könnte. Neben einem eins-zu-eins-Ersatz, etwa Kienast oder Kamara, könnte der 50-Jährige auch andere Varianten im Angriff probieren. Möglich scheint eine Variante, mit einer Rochade aus dem Mittelfeld. Konkret könnte das bedeuten, dass Daniel Royer, Alexander Gorgon und Marco Meilinger gemeinsam starten und abwechselnd in die Spitze vorstoßen, was ein hohes Dynamik- und Kombinationspotenzial mit sich bringen würde.

Eine andere interessante Option wäre – gerade gegen das 4-3-1-2 der Salzburger – eine 4-4-2-Formation mit Mittelfeldraute. In Alexander Grünwald hat man einerseits einen passstarken Spieler für die Zehnerposition, der weiträumig agieren kann. Andererseits gibt es eine Reihe geeigneter Box-to-Box-Spieler für die beiden Halbpositionen: Mario Leitgeb, David de Paula, Tarkan Serbest, Florian Mader. Als Sturmduo könnte man dann zwei der drei genannten Flügelspieler aufbieten, wobei vor allem Royer und Gorgon viel Zug zum Tor haben und mit ihrer Dynamik die Räume hinter den vermutlich hoch spielenden Red-Bull-Außenverteidigern attackieren können.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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