Es ist soweit: Nachdem die Wiener Austria in den letzten zwei Saisonen ansehnlichen Fußball spielte und eine starke Truppe aufbauen konnte, beginnt nun das... Linz bleibt – aber Klein und Junuzovic bei deutschen Klubs hoch im Kurs

Es ist soweit: Nachdem die Wiener Austria in den letzten zwei Saisonen ansehnlichen Fußball spielte und eine starke Truppe aufbauen konnte, beginnt nun das typisch-österreichische Transfertheater. Mit dem Wechsel von Julian Baumgartlinger zum FSV Mainz 05 fing’s an, mit Gerüchten um Roland Linz ging’s weiter und jetzt wird auch noch von möglichen Abgängen von Florian Klein und – natürlich – Zlatko Junuzovic berichtet.

Gestern Nachmittag fiel vielen Austria-Fans ein Stein vom Herzen: Die offizielle Homepage des FK Austria Wien vermeldete, dass Roland Linz den Veilchen treu bleiben würde. Etwas überraschend, wenn man sich seinen bisherigen, sprunghaften Karriereverlauf ansieht und berücksichtigt, dass das Angebot von Aris Saloniki durchaus finanzstark zu sein schien. Doch obwohl die Austria ihren Goalgetter nicht abgibt, kommt der Verein noch nicht zur Ruhe.

KLEIN NACH FRANKFURT?

Das nächste Objekt der internationalen Begierde ist Florian Klein. Der 24jährige kam im Sommer 2009 vom LASK und avancierte schnell zum Leistungsträger in Violett. Zwar ist der Linzer (wie nahezu jeder Außenverteidiger der heimischen Bundesliga) nicht immer frei von Fehlern, doch von Katastrophenleistungen, wie man sie des Öfteren beim Nationalteam sah, ist auf Klubebene keine Spur. Klein gehört mittlerweile zu den Leistungsträgern und Integrationsfiguren im Team von Karl Daxbacher. Jetzt klopft allerdings Eintracht Frankfurt an, das defensiv bereits kräftig aufrüstete: Von Sturm Graz kam Abwehrchef Gordon Schildenfeld, für die linke Abwehrseite der ehemalige Hannoveraner Constant Djakpa von der Elfenbeinküste und für rechts Werder Bremens ewiges Talent Dominik Schmidt. Doch mit Schmidt alleine soll es noch nicht getan sein, also kommt auch Klein bei einem Verein ins Gespräch, mit dem in Österreich nur Red Bull Salzburg finanziell mithalten könnte.

BEREITS ZWEI SPIELER FÜR DIE KLEIN-POSITION

Dennoch ist ein Wechsel Florian Kleins zur Frankfurter Eintracht nicht sehr wahrscheinlich. Für eine erfolgreiche Zweitligasaison sollte dem Team von Armin Veh das vorhandene Spielermaterial genügen. Klein wäre, auch weil das hoffnungsvolle Eigenbau-Talent Sebastian Jung auf der rechten Abwehrseite eingesetzt werden kann und Dominik Schmidt diesen Platz ebenfalls beansprucht, ein überschüssiger Spieler, würde die Eintracht maximal in der Breite verstärken. Frankfurt wird in der momentanen Lage keine Hamsterkäufe tätigen, auch wenn der Spieler nur noch ein Jahr Vertrag hat und so voraussichtlich relativ günstig zu haben wäre.

HANNOVER KEIN THEMA MEHR FÜR JUNUZOVIC?

Die heißeste Transferaktie bleibt aber nach wie vor Zlatko Junuzovic. Der steht schon seit über einem halben Jahr bei Hannover 96 hoch im Kurs und Austria-Insider sind sich bereits einig, dass Junuzovic spätestens Ende August wechseln wird. Andernfalls wird die Austria den steirischen Musterschüler nicht mehr vergolden, zumal der Vertrag des 13fachen Teamspielers im Sommer 2012 ausläuft. Aufgrund dessen, dass sich die Transfergerüchte um Junuzovic schon lange hin ziehen, hat sich jetzt etwas Grundlegendes geändert: Hannover 96 möchte – wenn überhaupt – nur noch einen Stürmer verpflichten. Jörg Schmadtke, Sportdirektor der Hannoveraner, betonte dies mittlerweile mehrmals in niedersächsischen Medien. Hannover spekulierte im Rahmen des Interesses an Junuzovic wohl selbst damit, dass die eigene Mannschaft aufgrund der außergewöhnlich guten Saison auseinandergerissen wird – doch dazu kam es zumindest vorerst nicht: Konstantin Rausch ist noch immer da, ebenso wie Sergio Pinto, Lars Stindl oder der defensivere Manuel Schmiedebach. Momentan gibt’s für Hannover also keinen Handlungsbedarf im Mittelfeld, der jedoch schnell wieder akut werden könnte, wenn der Verein selbst Federn lassen muss.

ZEIT VERGEHT UND DRÄNGT

Das Problem der Austria ist nun nicht, dass andere Vereine Interesse an den Spielern der Violetten haben, sondern, dass schon ein wenig die Zeit drängt. Kaum ein Spieler deklariert sich offen zu den Gerüchten (wohl weil sie derzeit selbst nicht wissen, wie konkret sie sind) und Ende August, und damit das Ende der Sommerübertrittszeit, ist schneller da, als man denkt. Im Falle weiterer Abgänge muss sich die Austria um Ersatzleute umsehen und das wird sich nicht einfach gestalten, wenn man für die Suche nach selbigen nur noch wenige Wochen Zeit hat und die Meisterschaft in den meisten Ländern bereits begonnen hat…

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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