In den letzten Artikeln unserer Bundesliga-Zwischenbilanz widmeten wir uns den Zweikämpfen, Ballbesitz und Ballweiterverarbeitungen. Im heutigen letzten Teil der Zwischenbilanz konzentrieren wir uns nur... Zwischenbilanz nach 15 Bundesligarunden: Allgemeine und individuelle Passstatistiken

Manuel Ortlechner - FK Austria WienIn den letzten Artikeln unserer Bundesliga-Zwischenbilanz widmeten wir uns den Zweikämpfen, Ballbesitz und Ballweiterverarbeitungen. Im heutigen letzten Teil der Zwischenbilanz konzentrieren wir uns nur auf Pässe. Welche Mannschaft spielt die meisten Pässe, welche hat die beste Passquote – und welche Akteure der heimischen Liga sind die besten und schlechtesten Passspieler?

Die meisten Pässe spielte in der laufenden Saison bisher der SK Rapid. 5503-mal versuchte der Rekordmeister den Ball an den Mann zu bringen. Die Hütteldorfer werden dabei knapp von Red Bull Salzburg (5467) und Grödig (5297) gefolgt. Die Wiener Austria spielte bisher 5251 Pässe und damit 252 weniger als Rapid. Im Schnitt spielt die Austria also etwa 17 Pässe weniger pro Spiel als die Hütteldorfer – keine große Zahl und ein Beweis dafür, wie knapp die absolute Passstatistik ist. Innsbruck ist mit 3907 Pässen das Schlusslicht der Liste.

Interessanter ist aber die Frage, welches Team die meisten Pässe an den Mann bringt. Auch hier liegt Rapid vorne und Innsbruck am unteren Ende der Tabelle:

80,48% – SK Rapid Wien
75,55% – FK Austria Wien
74,29% – Red Bull Salzburg
73,29% – SC Wiener Neustadt
73,26% – SV Grödig
73,21% – SV Ried
71,95% – Wolfsberger AC
71,56% – SK Sturm Graz
71,16% – Admira Wacker Mödling
70,77% – FC Wacker Innsbruck

Die deutliche Führung Rapids lässt auf einen sicheren Spielstil schließen, der auf Dominanz im Mittelfeld aufgebaut ist. Salzburg spielt nahezu gleich viele Pässe wie Rapid, bringt aber mehr als 5% weniger an den Mann, was wiederum einem direkteren Spielstil geschuldet ist. Salzburg ist eher auf der Suche nach „Key Passes“ als der SK Rapid.

Interessant ist auch die Frage nach den besten Passspielern der Liga nach 15 Runden. Wir beachten hierbei nur Spieler, die in der laufenden Saison mindestens 200 Pässe spielten. Erwartungsgemäß haben Defensivspieler die Nase vorn:

90,84% – Manuel Ortlechner (FK Austria Wien)
89,90% – Kaja Rogulj (FK Austria Wien)
89,81% – Christopher Dibon (SK Rapid Wien)
89,71% – Branko Boskovic (SK Rapid Wien)
89,05% – Michele Polverino (Wolfsberger AC)
88,09% – Peter Hlinka (SC Wiener Neustadt)
86,90% – Valon Berisha (Red Bull Salzburg)
86,79% – Mario Leitgeb (SV Grödig)
86,20% – Thomas Reifeltshammer (SV Ried)
85,60% – James Holland (FK Austria Wien)

Die Liste besteht mit Ausnahme des zweikampfschwachen, aber passsicheren Valon Berisha nur aus Innenverteidigern oder Sechsern. Die beiden Austria-Innenverteidiger Ortlechner und Rogulj haben auch deshalb hohe Werte, weil sie sich im Passspiel gerne gegenseitig suchen. Ein Indikator für ihre Wichtigkeit sind die hohen Werte von Branko Boskovic, Michele Polverino und Peter Hlinka. Die routinierten zentralen Mittelfeldspieler sind wichtige Schaltstellen in ihren Teams. Vor allem Hlinkas Statistik ist beeindruckend, weil er 577 Pässe spielte und damit klar mehr als Boskovic (375) und Polverino (431).

Auf der Suche nach dem passsichersten Offensivspieler der Liga wird man in tieferen Quotenregionen fündig:

85,43% – Marko Stankovic (FK Austria Wien)
85,42% – Dieter Elsneg (SV Grödig)
84,11% – Steffen Hofmann (SK Rapid Wien)
83,78% – Herbert Rauter (SC Wiener Neustadt)
83,57% – Clemens Walch (SV Ried)
83,53% – Daniel Offenbacher (SK Sturm Graz)
82,94% – Daniel Royer (FK Austria Wien)
81,68% – Sadio Mané (Red Bull Salzburg)
81,67% – Manuel Kerhe (Wolfsberger AC)
81,45% – Jonathan Soriano (Red Bull Salzburg)

Die Spieler des Tabellenführers sind in diesen Listen nicht in den absoluten Top-Plätzen zu finden, was nahelegt, dass die Salzburger Akteure sich allesamt dem Mannschaftsschnitt anpassen und recht ausgeglichen in ihren Statistiken sind. Jonathan Soriano ist jedoch mit über 80% der passsicherste Stürmer der Liga – ein sensationeller Wert für einen derart offensiv ausgerichteten Spieler.

Wer sind nun aber die schlechtesten Passspieler der Liga? Auch hier beleuchten wir nur Spieler, die 200 Pässe oder mehr spielten.

73,49% – Thomas Zündel (SV Grödig)
74,18% – Thomas Bergmann (FC Wacker Innsbruck)
74,18% – Robert Zulj (SV Ried)
74,70% – Mario Pollhammer (SC Wiener Neustadt)
75,07% – Christian Klem (SK Sturm Graz)
75,18% – Alexander Hauser (FC Wacker Innsbruck)
75,24% – Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg)
75,49% – Lukas Hinterseer (FC Wacker Innsbruck)
75,61% – Oliver Kragl (SV Ried)
75,79% – Christoph Martschinko (SC Wiener Neustadt)

In dieser Liste finden sich erwartungsgemäß hauptsächlich Außenverteidiger, die natürlich nicht so viele Passoptionen haben, wie zentral ausgerichtete Spieler. Dazwischen schummelten sich mit Zulj und Hinterseer aber auch Offensivspieler, die dafür bekannt sind, vieles zu versuchen.

Wer in dieser Liste diverse technisch unsichere Spieler vermisst, tut dies, weil sie schlichtweg zu wenige Pässe spielten. Das Idealbeispiel ist dabei Rapids Angreifer Terrence Boyd. Dieser weist eine Passquote von 85% auf, wäre in der Liste also wider Erwarten im Spitzenfeld zu finden. Allerdings spielte der US-Amerikaner im Laufe der Saison nur 136 Pässe – und damit 13,3 pro Spiel.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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