Mitte Juni nimmt Österreich erstmalig an einer U21-Europameisterschaft teil und stellt dabei eine hochinteressante Mannschaft. Noch gibt es lediglich einen erweiterten Kader, aber schlagfertig... Gregoritschs Qual der Wahl: Welche Spieler fahren zur U21-EM?

Mitte Juni nimmt Österreich erstmalig an einer U21-Europameisterschaft teil und stellt dabei eine hochinteressante Mannschaft. Noch gibt es lediglich einen erweiterten Kader, aber schlagfertig wird das Team von Werner Gregoritsch auf jeden Fall sein, egal, wer es letztendlich nach Italien schafft.

Die ÖFB-Auswahl bekommt es in der Vorrunde mit Serbien, Dänemark und Deutschland zu tun – ein hartes Los. Und der eine oder andere Ausfall in der Defensive wird das Unterfangen Aufstieg nicht einfacher machen: Sevilla-Legionär Maximilian Wöber fehlt aufgrund seiner Meniskusverletzung, der verlässliche Bochum-Legionär Dominik Baumgartner wegen eines Bänderrisses und auch Innsbrucks Stefan Peric fällt derzeit noch aufgrund eines Sehnenrisses aus. Der wohl größte spielberechtigte Star wäre Valentino Lazaro, aber auch er steht nicht im Aufgebot der Österreicher.

Defensivzentrale mit hoher Qualitätsdichte

Dennoch ist die Defensive ein Trumpf der Österreicher. Alleine die verbliebenen Kandidaten für die Innenverteidigung haben bereits auf hohem Level überzeugt. Stefan Posch war weitgehend Stammspieler in Hoffenheim, Kevin Danso lieferte Talentproben für Augsburg ab, auch wenn er noch nicht so gefestigt wirkt, wie sein Kollege bei der TSG. Mit Sturms Dario Maresic, dem kampfstarken Manuel Maranda und dem Austrianer Alexandar Borkovic gibt es weitere hochwertige Alternativen. Normalerweise ist zudem Kapitän Philipp Lienhart vom SC Freiburg in der Innenverteidigung gesetzt. Der erholte sich erst vor etwa einer Woche von einer schweren Kopfverletzung, sollte aber bis zum Turnier auch im Vollbesitz seiner Kräfte sein.

Mehrere Kandidaten fürs Tor

Für die Position des Torhüters gibt es ebenfalls mehrere Kandidaten, wie etwa den Rieder Schlussmann Johannes Kreidl oder Austria-Keeper Patrick Pentz, der allerdings zuletzt von Ivan Lucic aus dem Tor der Veilchen verdrängt wurde. Die besten Karten für den Platz im Kasten dürfte LASK-Schlussmann Alexander Schlager haben, der eine grundsolide Saison für den Vizemeister in spe spielte. Rapids Paul Gartler und Kapfenberg-Schlussmann Fabian Ehmann haben hingegen kaum eine Chance auf den hart zu erkämpfenden Kaderplatz.

Außenverteidiger aus der heimischen Liga

Für die Außenverteidigung stehen Gregoritsch keine großen Namen, dafür aber eine gewisse Kaderbreite zur Verfügung. Linksverteidiger sollte Maximilian Ullmann vom LASK sein, dem im Sommer wohl ein großer Transfer (möglicherweise zu Red Bull Salzburg) bevorsteht. Alternativ stehen Manuel Haas von St.Pölten und Emir Karic von Altach als Optionen parat. Rechts hinten hat Sandro Ingolitsch vom SKN die besten Chancen auf ein „Leiberl“, aber auch Admiras Emanuel Aiwu und Austria-Außenverteidiger Petar Gluhakovic sind Alternativen.

Die flexible Alternative Friedl

Eine wichtige, weil sehr flexible Personalie stellt zudem Werder-Abwehrspieler Marco Friedl dar. Der Deutschland-Legionär kann gleichermaßen links, wie zentral spielen und wäre für die angedachte Dreierkette ebenso ein wichtiger Spieler, wie für eine potentielle Viererkette. Aus Gründen der Spielpraxis ist dennoch Ullmann der wahrscheinlichere Starter auf der linken Seite und in der Mitte muss man davon ausgehen, dass Kapitän Lienhart fit wird und man ein Gespann mit Danso und Posch sehen wird.

Red-Bull-Topleute in der Mittelfeldzentale

Das Mittelfeld wird von Red-Bull-Spielern getragen. Xaver Schlager soll in der Zentrale gemeinsam mit Konrad Laimer das Spiel der Österreicher tragen. Mit dem einzigen Rapid-Feldspieler Dejan Ljubicic und dem bald von Sturm Graz abwandernden Sandi Lovric gibt es zwei Alternativen für die Sechser- und Achterposition. Außenseiterchancen haben Ivan Ljubic von Sturm, Wilhelm Vorsager von der Admira und Hartbergs David Cancola, der im Frühling einen großen Schritt nach vorne machte. Von diesen drei Spielern wird aber vermutlich nur einer nach Italien mitfahren.

Wolf als Kreativspieler

Auch das offensive Mittelfeld wird von einem Salzburger bzw. künftigen Leipziger geführt: Der 20-jährige Hannes Wolf wechselt nach der EM „konzernintern“ nach Deutschland und wird auf der Zehnerposition gesetzt sein. Austria-Youngster Dominik Prokop und der Hoffenheim-Legionär Christoph Baumgartner, der zuletzt seine ersten beiden Bundesligaspiele für die TSG bestritt, sind die Alternativen für den feinen Techniker Wolf.

Welche Flügelspieler schaffen es in den Kader?

Außenspieler bzw. Flügelläufer sind nur wenige im vorläufigen Aufgebot von Werner Gregoritsch. Interessant ist hier vor allem Michael John Lema von Sturm Graz, der einer der jüngsten Spieler im Team ist, aber in den letzten Monaten auch den bemerkenswertesten Sprung machte. Da er links wie rechts spielen kann, kommt Gregoritsch an dem in Tansania geborenen Lema kaum vorbei. Dies macht wiederum St.Pöltens Husein Balic zu einem Wackelkandidaten, denn mit Kiel-Legionär Mathias Honsak – wie Balic ein starker Linksaußen – und dem umtriebigen Innsbruck-Spieler Sascha Horvath gibt es zwei weitere Optionen für die Flügel bzw. in Horvaths Fall auch die Halbpositionen.

Kann Kalajdzic seine Form nach Italien mitnehmen?

Im Angriff fehlt den Österreichern zwar die echte Granate, aber es gibt dennoch den einen oder anderen Kandidaten, dem man im Laufe des Turniers einen Durchbruch zutrauen darf. Allen voran natürlich Sasa Kalajdzic, der die Admira im Frühjahr auf Klassenerhalt-Kurs brachte. Der 21-Jährige wurde ebenso einberufen, wie sein Sturmpartner aus der Südstadt, Patrick Schmidt, der vor allem durch seine guten Laufwege und seine Abschlussstärke ein ernsthafter Kandidat ist.

Kvasina als strategischer Neuner wahrscheinlich

Die etatmäßige Neun im U21-Team ist aber Marko Kvasina, für den bis dato immer der Faktor Physis sprach. Allerdings ist dies eine Facette, die auch Kalajdzic dem Team geben kann. Kvasina dürfte dennoch ein wenig die Nase vorn haben, weil er gerade im U21-Team seit jeher eine feste Größe ist. Ganze 25 Spiele machte der Mattersburg-Stürmer seit 2015 und auch wenn er dabei selbst nur vier Tore erzielte, war er immer ein äußerst wertvoller Spieler, um Gegner zu binden und Räume zu öffnen. Torgefährlicher waren schließlich ohnehin zumeist seine Hintermänner.

Warteliste für den Angriff

Grbic und Jakupovic haben Außenseiterchancen auf einen Kaderplatz, wobei Grbic hier die Nase vorn hat. Der 22-Jährige wird im Sommer in die französische Ligue 2 zu Clermont Foot wechseln, während Jakupovic zwar eventuell in Graz bleiben wird, aber eine sehr durchwachsene Saison spielte. Der Faktor Talent spricht zwar für den 20-jährigen Jakupovic, aber normalerweise sollte er ob seiner schwachen Form noch aus dem Kader fallen.

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Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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