Die zweite Liga ruht nun bereits seit ein paar Tagen, somit blicken wir auf ein turbulentes Jahr zurück. Im ersten Part einer sechsteiligen Serie... Das war das Jahr 2020: Die 2. Liga im Rückblick

Die zweite Liga ruht nun bereits seit ein paar Tagen, somit blicken wir auf ein turbulentes Jahr zurück. Im ersten Part einer sechsteiligen Serie möchten wir heute das auslaufende Kalenderjahr 2020 in der zweithöchsten nationalen Spielklasse analysieren. Welche Mannschaften und welche Spieler drückten im Corona-Jahr der Liga ihren Stempel auf?

17 Teilnehmer im Einsatz

Insgesamt agierten 17 Mannschaften im Jahr 2020 in der zweiten Liga. Die SV Ried verabschiedete sich im Sommer rauf in die Bundesliga und wurde vom SK Rapid II aus der Regionalliga Ost ersetzt. Die Corona-Pandemie traf vor allem die semiprofessionelle Liga ungleich schwerer. Nach langem Hin und Her wurde die Meisterschaft 2019/20 im Sommer dann doch noch sportlich beendet. Schon früh stand fest, dass es keinen Absteiger geben wird, da es eigentlich aus den abgebrochenen Regionalligen keinen Aufsteiger geben sollte. Durch das Ausscheiden des SV Mattersburg kam kein Bundesligist runter, weshalb die zweite Mannschaft von Rapid Wien in die zweite Liga befördert wurde.

Der FC Liefering – das Maß aller Dinge

Die Salzburger Talenteschmiede vom FC Liefering war in den 27 Partien übers Jahr gesehen die effektivste Mannschaft. Mit 2,22 Punkten pro Spiel bzw. in Summe 60 gesammelten Zählern stehen die nicht aufstiegsberechtigten Jung-Bullen klar an der Spitze der Jahrestabelle – kein Team in Österreich sammelte in diesem Zeitraum mehr Punkte. Aufsteiger Ried brachte es auf 1,86 pro Spiel und liegt damit mit dem härtesten Konkurrenten aus der Frühjahrssaison, der Austria aus Klagenfurt, fast gleichauf. Abgeschlagen am Tabellenende rangieren Kapfenberg und die zweite Mannschaft von Rapid. Hier die Tabelle, gerechnet sind alle Spiele im Kalenderjahr 2020 in der 2. Liga:

1.

FC Liefering

27

18

6

3

70

:

29

+ 41

60

2,22

2.

SV Ried

14

8

2

4

37

:

23

+ 14

26

1,86

3.

SK Austria Klagenfurt

27

14

8

5

56

:

32

+ 24

50

1,85

4.

SV Lafnitz

27

13

7

7

45

:

35

+ 10

46

1,70

5.

FC Blau Weiss Linz

27

12

5

10

49

:

41

+ 8

41

1,52

6.

FC Wacker Innsbruck

27

11

7

9

39

:

43

– 4

40

1,48

7.

Young Violets Austria Wien

27

10

9

8

45

:

36

+ 9

39

1,44

8.

SKU Amstetten

27

10

9

8

46

:

41

+ 5

39

1,44

9.

Grazer AK 1902

27

9

6

12

37

:

41

– 4

33

1,22

10.

SK Vorwärts Steyr

27

7

11

9

32

:

39

– 7

32

1,19

11.

SV Horn

27

8

8

11

46

:

54

– 8

32

1,19

12.

FAC Wien

27

8

8

11

37

:

51

– 14

32

1,19

13.

SC Austria Lustenau

27

8

6

13

45

:

42

+ 3

30

1,11

14.

FC Dornbirn 1913

27

7

9

11

28

:

47

– 19

30

1,11

15.

FC Juniors OÖ

27

7

9

11

34

:

56

– 22

30

1,11

16.

KSV Kapfenberg 1919

27

6

5

16

34

:

57

– 23

23

0,85

17.

SK Rapid II

13

1

3

9

15

:

28

– 13

6

0,46

Die Toptorjäger

Fabian Schubert – so heißt der gefährlichste Angreifer des dieser Tage auslaufenden Jahres. Zählt man die Tore steht der Blau-Weiß-Linz Goalgetter mit deren 22 Stück unangefochten an erster Stelle. Auch der Wert von 0,8 Tore pro Einsatz ist top. David Peham vom SKU Amstetten traf 19-Mal ins Schwarze.

Einen besonderen Tag durften diese sieben Herren im abgelaufenen Jahr feiern: Lukas Fridrikas (Dornbirn), Julian Wießmeier (Ried), Muharem Huskovic (Young Violets), Okan Yilmaz (Steyr), Alexander Prass (Liefering), Canillas (FAC) und natürlich auch Top-Scorer Fabian Schubert. Die Gemeinsamkeit dieser Offensivakteure – alle erzielten 2020 drei Treffer in einem Spiel.

2020 – die Offensive war Trumpf

Auffallend für das abgelaufene Jahr war sicherlich die außergewöhnliche Torflut. Insgesamt wurde 695-mal in den letzten zwölf Monaten jubelnd abgedreht. Am 28. Spieltag fielen 45 Tore in acht Spielen – so viele wie noch nie zuvor an einem Spieltag in der Geschichte der Liga. Auch zum Abschluss am 30. Spieltag waren es 38. Da wurde nämlich die Aufstiegsfrage in einer torreichen Doppelkonferenz in den letzten neunzig Minuten der Saison entschieden. Das an diesem Tag etwas seltsam anmutenden Fernduell im Scheibenschießen entschieden die Rieder Wikinger gegen die Austria aus Klagenfurt. Der 9:0-Sieg des Meisters gegen den FAC war der zweithöchste Sieg in der langen Geschichte der zweiten Liga. Das torreichste Spiel des Jahres stieg aber schon zuvor – nämlich im Juli, als sich die Young Violets gegen die Juniors aus Oberösterreich mit 8:2 durchsetzten.

Servus, Pfiat di und Baba

Der heißeste Stuhl der Liga steht im östlichen Waldviertel: Hans Kleer, Genadi Petrov, Aleksandr Borodyuk, abermals Genadi Petrov, Davor Mladina, nochmals Petrov und Alexander Schriebl. So liest sich die Trainerhistorie beim SV Horn im Jahr 2020. Protagonisten in Fußballschuhen verließen in erster Linie den FC Liefering rauf zu Red Bull Salzburg. Ebenso den Sprung hinauf bzw. sogar in den Europacup schaffte Wackers Matthäus Taferner. Dort, in Innsbruck, stürmt jetzt ein 2.Liga-Urgestein, der langjährige Lustenau-Goalgetter Ronivaldo.

Weiter geht’s im Februar

Die Kugel wird aller Voraussicht nach am 12. Februar wieder rollen, da steht dann Spieltag 14 von 30 am Programm. Aus der Pole-Position ins neue Jahr geht der Herbstmeister aus Lafnitz, die aber wie Verfolger Liefering nicht aufsteigen werden. Da nur der Meister direkt rauf darf, muss der beste aufstiegsberechtigte- bzw. –willige Nachrücker in ein Relegationsduell gegen den Tabellenletzten aus der Bundesliga.

Hier geht’s schon morgen weiter, dann blicken wir auf das Jahr 2020 in der österreichischen Bundesliga zurück.

Werner Sonnleitner

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