Der bereits zwölfte Spieltag ist Geschichte und erstmals in der Historie der zweiten Bundesliga stehen zwei Hamburger Stadt-Vereine an der Spitze der Liga. Die... 2. Deutsche Liga: Hinterseer und Gugganig treffen

Der bereits zwölfte Spieltag ist Geschichte und erstmals in der Historie der zweiten Bundesliga stehen zwei Hamburger Stadt-Vereine an der Spitze der Liga. Die Mannschaften auf den hintersten Rängen können sich noch nicht so recht befreien und im Mittelfeld ist es gewohnt eng. Unsere Legionäre zeigten durchwegs ansehnliche Leistungen, wenngleich auch hier ein paar Sorgenkinder zurzeit kein „Leiberl“ für den Kader oder die erste Elf haben.

Louis Schaub, 1. FC Köln
Beim der 0:1-Niederlage im absoluten Spitzenspiel gegen den HSV blitzte das Potential des Teamspielers nur in Ansätzen auf, er blieb meist blass und wurde nach dem Gegentreffer ausgewechselt. Die ein oder andere Idee von ihm blieb unbelohnt, zu ungenau waren die Zuspiele. Ebenso die Standards, hier entstand nur durch einen Ball aus dem Halbfeld Torgefahr. Insgesamt eine maue Vorstellung der gesamten Truppe aus Köln, wobei vor allem das Umschaltspiel mit und um Schaub erschreckend schwach war.

Christopher Trimmel, Union Berlin
Der eigentliche Kapitän der Hauptstädter wurde aufgrund der strapaziösen letzten Wochen (z.B. Cup-Spiel unter der Woche gegen Dortmund) geschont und fand sich 90 Minuten lang auf der Bank wieder.

Robert Zulj, Union Berlin
Zulj stand in der Startelf, hatte auch schon früh eine gute Einzelaktion, kam aber über die Rolle eines lauffreudigen Statisten nicht hinaus. Er agierte im zentralen offensiven Mittelfeld, leitete zwar viele Bälle weiter, konnte aber kaum gefährliche Situationen einleiten. Seit er bei der Union ist pendelt er zwischen Startelf und Bank und man hofft natürlich, dass ihm bald der Knoten platzt, denn zurzeit spielt er zwar ganz brav, aber doch unter seinen Möglichkeiten.

Christoph Schösswendter, Union Berlin
Der Innenverteidiger stand beim 1:1-Remis in Regensburg nicht im Kader.

Konstantin Kerschbaumer, FC Ingolstadt
Beim 2:2-Unentschieden an der Förde gegen Kiel zeigte der Mittelfeldmann eine solide Leistung, bei der er per Corner das erste Tor seines Teams vorbereiten konnte. Kerschbaumer bestach vor allem in den ersten ca. 60 Minuten mit einigen Ballgewinnen und schnellen Pässen in die Spitze, wobei es immer wieder gefährlich wurde. Auch im Zweikampfverhalten zeigte er sich resolut und war einer der besten Spieler seines Teams. Bei Ingolstadt ist die Tendenz klar steigend, ebenso bei Kerschbaumer, der sich nach eher mäßigen Wochen wieder gefangen hat.

Thorsten Röcher, FC Ingolstadt
Neben Kerschbaumer agierte Röcher im zentralen offensiven Mittelfeld, konnte sich aber nicht so gewinnbringend wie sein Pendant in Szene setzen. Einzig eine Kopfballverlängerung vor dem zweiten Tor und ein Gestocher im Strafraum stehen bei ihm zu Buche. Er agierte teilweise einen Zacken zu defensiv und hatte somit Probleme, seine Offensivfertigkeiten einzusetzen. Eine tendenziell mäßige Vorstellung von ihm, bei der der Eindruck bleibt, dass er auf der Außenbahn besser aufgehoben wäre.

Marco Knaller, FC Ingolstadt
Knaller scheint unter Nouri wohl endgültig zum Zweier-Goalie degradiert worden zu sein, er sitzt nach wie vor nur auf der Bank.

Mathias Honsak, Holstein Kiel
Zu einem Comeback kam es bei Honsak, der nach seiner Armverletzung wieder zum Einsatz kam und nach einer knappen Stunde eingewechselt wurde. Trotz eines Verbandes um seine Verletzung spielte er sehr engagiert, ihm gelang aber nicht viel. Er versuchte immer wieder das Flankenspiel zu forcieren, dabei sprang aber nur wenig raus. Positiv hervorzuheben sind seine Tempo-Dribblings, mit denen er die Hintermannschaft der Gegner oftmals vor Probleme stellte. Solides Comeback von ihm.

Lukas Gugganig, Greuther Fürth
Der Fürther Dauerbrenner belohnte sich für eine gute Leistung in Durchgang Zwei mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 gegen Bochum, bei dem er nach einem Freistoß am zweiten Pfosten einnickte. Beim 2:2-Unentschieden hatte er, wie die gesamte Fürther Defensive, in der ersten Hälfte grobe Probleme, er fing sich aber und konnte nach dem Seitenwechsel sein Spiel aufziehen. Mit Ruhe am Ball, der nötigen Wucht und einem kompromisslosen Zweikampfverhalten verlieh er seinem Team Stabilität. Am Ende ein glücklicher Punkt für das Kleeblatt und Gugganig, der einmal mehr eine alles in allem gute Performance an den Tag legte.

Nikola Dovedan, FC Heidenheim
Gut drauf ist auch Dovedan, der beim 1:0-Heimsieg zwar keine Torbeteiligung aufwies, aber dennoch im Verbund mit Schnatterer das Um und Auf im Spiel des FCH ist. Seine Laufwege, sein Einsatz und seine Ideen sind wohl für jede Zweitliga-Mannschaft eine Bereicherung. Außerdem sorgt er ob seines präzisen Abschlusses permanent für Torgefahr und stellt so einen Unruheherd für das gegnerische Team dar. Beim Tor war er zwar nicht direkt involviert, aber hier wurde wieder sichtbar, wie sein Spiel funktioniert. Durch einen Sprint ins Zentrum nahm er zwei Gegenspieler mit und öffnete somit den Raum für seinen Mitspieler, der schlussendlich das Tor erzielte. Erneut eine klasse Vorstellung von Dovedan, der, sofern er seine gute Form konservieren kann, in Zukunft wohl zu höherem berufen sein wird.

Patrick Möschl, Dynamo Dresden
Der Außenspieler stand nicht im Kader seines Teams.

Sascha Horvath, Dynamo Dresden
Dasselbe Schicksal erlitt auch Horvath, der ebenfalls nur auf der Tribüne zu finden war.

Christian Gartner, MSV Duisburg
Der Mittelfeldspieler der Meidericher fällt mit einem Kreuzbandriss bis zur Frühjahressaison aus.

Dominic Wydra, Erzgebirge Aue
Schwere Zeiten in Aue für Wydra, der es an diesem Spieltag nicht in den Kader geschafft hatte.

Stefan Kulovits, SV Sandhausen
Der etatmäßige Kapitän bleibt unter Neo-Coach Koschinat meist Reservist, bei der Auswärtsniederlage in Dresden wurde er nicht eingewechselt.

Manuel Prietl, Arminia Bielefeld
Bei der bitteren 1:2-Heimniederlage gegen St. Pauli zeigte Prietl eine fahrige Leistung, bei der er nur wenige Bälle hatte und sich kaum einbringen konnte. Bei Flankenwechseln und Spielverlagerungen sichert er meist seine Mitspieler ab, hat daher ein immenses Laufpensum, dafür aber nur wenige Ballaktionen. Ein mageres Schüsschen stellte seine Offensivbemühungen dar. Dennoch ist das Spiel gegen den Ball seine Hauptaufgabe, welches er gegen Pauli auch meist gut erledigte. Dennoch ist zu sehen, dass mehr möglich wäre, vor allem im Bereich der vertikalen Pässe in die Spitze, welche von ihm praktisch nie gespielt werden.

Lukas Hinterseer, VfL Bochum
Der Alpen-Bomber hat wieder zugeschlagen. Mit einer technisch sauberen Abnahme drückte er den Ball aus rund zehn Metern hinter die Linie und ließ seinen VfL jubeln. Insgesamt zeigte er wieder eine starke Leistung, bei der er auch als Vorlagengeber brillierte und mit einem schönen Schlenzer eine Top-Chance vorbereiten konnte. Dennoch ist der Punkt in Fürth, wenn man den Spielverlauf betrachtet, zu wenig für sein Team. Mit sich persönlich darf er aber zufrieden sein, denn Einsatz, Laufbereitschaft, Wille und Torgefahr waren an diesem Tag reichlich bei ihm vorhanden.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer