In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 15. Spieltag 2014/15 – Zlatko Junuzovic trifft wieder per Freistoß

BundesligaIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Da diesmal englische Wochen anstehen erstellen wir in dieser Runde einen kompakten Bericht, mit allen ÖFB-Legionären in einem Teil.

FC Schalke 04 – 1. FC Köln   1:2

Der Achtelfinaleinzug in die Champions League ist den Königsblauen geglückt, doch in der Bundesliga erwies sich der 1. FC Köln ein wenig später als Stolperstein. Die Mannschaft von Coach Peter Stöger feierte nach 21 Jahren (!) wieder einmal einen Sieg auf Schalke und fügte den Knappen die erste Heimniederlage in der laufenden Meisterschaft zu. Auswärts sind die Geißböcke also weiterhin stark – vier Siege als Gastmannschaft stehen einem Heimsieg gegenüber. Der Sieg der Kölner war jedoch keinesfalls unverdient. Schalke hatte zwar mehr Chancen und schoss so oft wie in keinem anderen Meisterschaftsspiel in dieser Saison aufs Tor des Gegners, allerdings gingen von den 15 Versuchen nur drei aufs Tor von Goalie Timo Horn. Köln hingegen hatte weniger Möglichkeiten, diese waren jedoch qualitativ hochwertiger, was schlussendlich den Unterschied ausmachte.

Kevin Wimmer begann bei den Gästen neben Mergim Mavraj in der Abwehrzentrale und war insbesondere im Spielaufbau die bestimmende Figur bei den Kölnern. Immer wieder spielte er weite Bälle nach vorne und versuchte so Stürmer Anthony Ujah in Szene zu setzen. Der Innenverteidiger hatte die zweitmeisten Ballkontakte aller Kölner (75) und spielte die meisten Pässe (48). Insgesamt machte er seine Aufgabe in dieser Hinsicht sehr gut, die Passquote von 86% kann sich aufgrund der häufigen weiten Zuspiele sehen lassen. Auch in der Defensive ließ er sich nicht viel zu Schulden kommen, er klärte insgesamt neun Bälle aus dem eigenen Strafraum und machte das ganze Spiel über einen sicheren und konzentrierten Eindruck. Insgesamt bestritt er 14 Zweikämpfe, von denen er acht für sich entschied (57,1%). In der Offensive hatte er keine nennenswerten Aktionen. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben ihm die Note 3.

Auf der Gegenseite begann Christian Fuchs so wie zuletzt als linker Flügelspieler in Schalkes 5-3-2-Formation. Während in der letzten Runde, beim 4:0-Auswärtssieg gegen den VfB Stuttgart, der Großteil der Angriffe über seinen Flügel vorgetragen wurde, war diesmal Uchida auf rechts weit dominanter. In der ersten Hälfte hatte Christian Fuchs in der Offensive dennoch einige recht gute Szenen, die aber im zweiten Durchgang immer seltener wurden, sodass er nach 75 Minuten auch ausgewechselt wurde. Der Schalke-Legionär kam auf 62 Ballkontakte und spielte 41 Pässe, von denen 73% ankamen. Er schlug sechs Flanken, bereitete drei Torschüsse seiner Mannschaftskollegen vor und gewann 11 seiner 17 Duelle (64,7%). Der kicker gab ihm die Note 3, sportal.de nur eine 4,5, die doch ein wenig überzogen ist.

Morgen Abend trifft Schalke auswärts auf den SC Paderborn 07, die Kölner empfangen zu Hause den 1. FSV Mainz 05.

1. FSV Mainz 05 – VfB Stuttgart   1:1

Der VfB Stuttgart musste im Auswärtsspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 Martin Harnik vorgeben, der sich im Training am Nacken verletzte. Bei den Mainzern fehlte hingegen Julian Baumgartlinger, der aufgrund seiner Knieprobleme individuelles Reha-Programm absolviert und heuer nicht mehr auflaufen wird. Somit stand mit Florian Klein nur ein Österreicher von Beginn an am Platz.

Florian Klein lief aber nicht als Außenverteidiger auf, sondern kam im rechten Mittelfeld vor Daniel Schwaab zum Zug. Man merkte den Gästen an, dass sie auf fünf Positionen umgestellt haben, es war nur selten ein Spielfluss vorhanden und die Vermeidung eines Gegentores hatte gegen den spielstärkeren Gegner Vorrang. Auch Florian Klein konnte selten für spielerische Glanzlichter sorgen, er mühte sich zwar redlich ab und löste einige Situationen auf seinem Flügel recht passabel, doch die fehlende Kreativität seiner Mannschaft konnte er nicht kaschieren. Insgesamt steuerte er bis zu seiner Auswechslung in der 69. Minute nur eine Flanke bei. Der österreichische Nationalspieler schoss kein einziges Mal aufs gegnerische Tor und bereitete keinen Torschuss für seine Mitspieler vor. Lobenswert war hingegen seine Laufleistung, denn 21 Minuten vor Ende der Partie hatte er bereits 9,3 Kilometer absolviert. Klein gewann sieben seiner 16 Zweikämpfe (43,8%) und fing drei gegnerische Pässe ab. Der kicker gab ihm die Note 4,5, sportal.de eine glatte 4.

Nach dem Unentschieden steht der VfB Stuttgart am letzten Tabellenplatz und steht somit beim Auswärtsspiel in der kommenden Runde gegen den Hamburger SV weiterhin unter großem Druck.

SV Werder Bremen – Hannover 96   3:3

Die 40.932 Zuschauer im Weserstadion wurden von den beiden Mannschaften bis zum Schlusspfiff gut unterhalten und sahen sechs Tore, jedoch keinen Sieger. Der SV Werder Bremen konnte einen 1:0-Rückstand in eine 2:1-Führung umwandeln, geriet dann jedoch abermals in Rückstand und konnte erst in der 88. Minute den Ausgleich erzielen.

Aufgrund der Verletzung von Raphael Wolf begann Richard Strebinger im Tor, Zlatko Junuzovic kam links in der Mittelfeldraute zum Einsatz. Sebastian Prödl fehlte aufgrund eines Innenbandteilrisses und wird etwa acht Wochen pausieren müssen. Richard Strebinger war zwar an keinem der direkten Gegentreffer schuld, machte allerdings nicht immer einen sicheren Eindruck, insbesondere seine Strafraumbeherrschung war mangelhaft. Einige Male wirkte er nicht entschlossen genug und zögerte zu lange bei seinen Aktionen. Sein Talent zeigte er jedoch bei einem Schuss des stark aufspielenden Lars Stindl in der 24. Minute, den er gekonnt entschärfte. Insgesamt stehen drei gehaltene Torschüsse drei Treffern gegenüber. Der kicker gab ihm eine 4,5, sportal.de bewertete ihn mit der Note 4.

Wesentlich besser lief es für Zlatko Junuzovic, der in der 36. Minute wieder einmal einen Freistoß direkt verwandelte und für den 1:1-Ausgleich sorgte. Bereits in der 18. Minute deutete er seine Gefährlichkeit an, als er mit einem Stangenschuss beinahe die Führung erzielt hätte. Über das gesamte Spiel gesehen war er klar der beste Bremer-Akteur am Platz und hielt die gegnerische Abwehr immer wieder auf Trab. Neben seinem Treffer gab er drei weitere Torschüsse ab und bereitete starke fünf Torchancen für seine Mitspieler vor. Er kam auf 75 Ballkontakte und spielte 45 Pässe, von denen 71% bei seinen Mannschaftskollegen ankamen. Junuzovic entschied 11 seiner 23 Duelle für sich (47,8%) und lief 11,2 Kilometer. Er fing zwei gegnerische Pässe ab und viermal wussten sich die Hannover-Spieler nur mit Fouls zu helfen. Der kicker bewertete ihn mit der Note 2, sportal.de gab ihm eine 2,5.

Morgen wartet das Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach auf unsere Werder-Legionäre.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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