In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 01. Spieltag 2014/15 (Teil 1) – Starkes Bundesliga-Debüt von Kevin Wimmer

FC KölnIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks blicken wir zunächst auf den 1. FC Köln, der zum Auftakt den Hamburger SV empfing. Innenverteidiger Kevin Wimmer zeigte dabei ein starkes Debüt in der obersten Spielklasse und bekam die besten Noten der Kölner Viererkette. Außerdem wollen wir uns ansehen wie sich unsere VfB-Legionäre Florian Klein und Martin Harnik beim 1:1-Unentschieden gegen Gladbach schlugen.

1. FC Köln – Hamburger SV   0:0

Köln-Coach Peter Stöger vertraute auch zum Auftakt in die neue Saison auf den österreichischen Innenverteidiger Kevin Wimmer, der in der jüngsten Transferzeit zwei neue Konkurrenten um einen Stammplatz bekam. Statt Kevin McKenna (Karriereende) und Bruno Nascimento (leihweise zu Estoril Praia) kamen mit Mergim Mavraj und Tomás Kalas zwei neue Abwehrspieler, die seinen Stammplatz im Abwehrzentrum streitig machen wollen. Während mit Mavraj ein gestandener Innenverteidiger verpflichtet wurde, der bei Greuther Fürth eine Zeit lang sogar die Kapitänsbinde trug, kam mit Kalas ein interessantes Talent leihweise von Chelsea. Der 21-jährige Tscheche debütierte am 27. April unter Jose Mourinho beim 2:0-Sieg gegen Liverpool in der Premier League und soll nun in Deutschland Spielpraxis sammeln.

Der österreichische Innenverteidiger scheint es den beiden Neuzugängen jedoch nicht besonders einfach machen zu wollen, denn beim 0:0-Unentschieden gegen den Hamburger SV zeigte er die beste Leistung aller Kölner-Abwehrspieler. Peter Stöger vertraute der kompletten Abwehrreihe aus der Aufstiegssaison, sodass neben Wimmer Dominic Maroh zum Einsatz kam, der ebenfalls eine solide Leistung zeigte. Der Hamburger SV hatte in der hart umkämpften Partie, in der sportliche Highlights eher Mangelware blieben, in der ersten Stunde die Oberhand und spielte sich mehr Chancen heraus, als die Gastgeber. Nach 62 Minuten wendete sich das Blatt etwas, nachdem Stöger den blassen Yuya Osako durch Kevin Vogt ersetzte. Alles in allem sahen die 50.000 Zuschauer aber ein gerechtes Unentschieden, da sich die beiden Mannschaften effizient  neutralisierten.

Kevin Wimmer gewann acht seiner zwölf Zweikämpfe (66,7%) und zeigte sich insgesamt sehr präsent rund um den eigenen Strafraum. Mit sieben klärenden Aktionen im eigenen Sechzehner führt er mannschaftsintern diese Wertung vor Dominic Maroh an. Zusätzlich fing der Abwehrspieler zwei gegnerische Pässe ab und sorgte dafür, dass zweimal die Abseitsfalle erfolgreich zuschnappte. In der Offensive hatte er zwar keine nennenswerten Aktionen, dafür war sein Aufbauspiel durchaus solide. Besonders in der ersten Stunde verließen sich die Kölner auf weite Pässe aus der Abwehr heraus, dennoch kam Wimmer auf eine erfolgreiche Passquote von 75%. Der Österreicher kam auf insgesamt 60 Ballberührungen und 48 Zuspiele. Insgesamt eine konzentrierte Vorstellung ohne Schnitzer, die der kicker mit der Note 2,5 honorierte. Sportal.de gab ihm eine glatte 3, fand aber ebenfalls lobende Worte zu seinem Debüt.

Kommende Woche treffen Peter Stöger und Kevin Wimmer auf den VfB Stuttgart, der gegen Mönchengladbach in der letzten Minute den Ausgleich zum 1:1 hinnehmen musste.

Borussia Mönchengladbach – VfB Stuttgart   1:1

Der VfB Stuttgart musste schon in der vergangenen Saison öfter als jedes andere Team in der deutschen Bundesliga einen entscheidenden Treffer in den letzten Minuten hinnehmen. Nun setzte es auch zum Saisonstart in Gladbach wieder einen Gegentreffer in der letzten Minute, der den Schwaben drei Punkte raubte. Weltmeister Christoph Kramer, der aufgrund seines Trainingsrückstands erst in der 73. Minute ins Spiel kam, traf zum verdienten Ausgleich, nachdem Alexandru Maxim den VfB nach 51 Minuten in Führung brachte.

Bei den Stuttgartern debütierte Florian Klein in der Viererkette, der über 90 Minuten eine recht solide, wenn auch unauffällige Partie ablieferte. Beim 1:1-Ausgleich unterlief ihm jedoch ein Stellungsfehler:

1

Stuttgart verteidigt in dieser Szene mit sechs Mann auf einer Linie, dennoch ist der Abstand zwischen Rechtsverteidiger Florian Klein und seinem Kollegen in der Innenverteidigung groß genug, dass der Gladbacher Mittelfeldspieler Ibrahima Traoré einen (genialen) Pass auf Außenverteidiger Alvaro Dominguez spielen kann.

2

Das Unheil nimmt seinen Lauf – Martin Harnik übersieht Alvaro Dominguez in seinem Rücken, der dann in weiterer Folge den Ball zentral in den Strafraum auf Christoph Kramer zurücklegt, der sich diese Chance nicht nehmen lässt. Ein Problem war, dass Klein parallel mit Harnik rausrückte, anstatt auf der Höhe der Innenverteidiger zu bleiben, um den Pass in die Schnittstelle abzudecken. Eine vertikale Staffelung zwischen Klein und Harnik hätte den Gegentreffer wohl unterbunden. In weiterer Folge müssen sich auch die Spieler im Abwehrzentrum Schuld zuweisen lassen, da Christoph Kramer dort völlig alleine gelassen wurde.

Ansonsten zeigte Florian Klein eine recht solide Vorstellung, in der er aber nur wenige Akzente nach vorne setzen konnte. Mit Traoré und Alvaro Dominguez hatten er und Harnik zwei aktive und starke Gegenspieler auf ihrem Flügel, die den beiden nicht viel Platz für Offensivbemühungen ließen. Klein kam in den 90 Minuten lediglich auf eine Flanke und einen Torschuss-Assist, der aber keinen Treffer nach sich zog. Er bestritt 16 Zweikämpfe, von denen er zehn für sich entschied (62,5%). Er machte zudem drei Tacklings, fing einen gegnerischen Pass ab und klärte dreimal den Ball aus dem eigenen Strafraum. Der Rechtsverteidiger kam auf 61 Ballkontakte und spielte 32 Pässe, von denen 88% bei seinen Mitspielern ankamen. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben ihm die Note 4.

Martin Harnik hatte im rechten Mittelfeld ebenfalls nicht allzu viele Aktionen in der Offensive – drei Flanken blieben seine einzige Ausbeute. Der VfB-Legionär kam auf 45 Ballkontakte und spielte 31 Pässe, von denen 68% bei seinen Mitspielern ankamen. Er führte 27 Zweikämpfe, wobei er nur neun für sich entschied (33,3%). Man sah ihm seinen Trainingsrückstand nach seiner Schulterverletzung vor allem in der zweiten Halbzeit an, als er nicht mehr konsequent nach hinten arbeitete und Florian Klein zu wenig unterstützte. Vom Einsatz her wird man ihm dennoch nicht viele Vorwürfe machen können, denn mit 11,82 Kilometern spulte er wie immer eine ordentliche Laufdistanz ab. Dennoch hätte Trainer Armin Veh wohl nicht bis zur 90. Minute abwarten sollen, ehe er Moritz Leitner für den ausgepowerten österreichischen Nationalspieler brachte. Harnik erhielt ebenfalls sowohl vom kicker, als auch von sportal.de die Note 4.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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