In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 30. Spieltag (Teil1) – Martin Harnik macht sein 15. Saisontor

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. VfB-Stuttgart-Legionär Martin Harnik erzielte beim 3:1-Auswärtssieg gegen den FC Augsburg sein 15. Saisontor.

Der FC Augsburg begann engagierter und erwischte den VfB Stuttgart in der Anfangsphase kalt. Nach sechs Minuten foulte VfB-Stuttgart-Tormann Ulreich den Kameruner Ndjeng im eigenen Strafraum. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Rafael sicher und es sah danach aus, als ob die Augsburger Heimserie von acht ungeschlagenen Spielen in Folge verlängert werden könnte. Der Ausgleich von Tasci in der 24. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1 kam völlig gegen den Spielverlauf, da zwischen den beiden Treffern die Heimmannschaft klar das Spielgeschehen diktierte. Der FC Augsburg wirkte geschockt, was der VfB Stuttgart in der 34. Minute ausnutzte und durch Martin Harnik den Spielstand auf 2:1 erhöhte.

Harniks stärkste Szene im Spiel

 

 

 

 

 

 

Der Augsburger Innenverteidiger Gibril Sankoh begeht einen schweren Fehler im Spielaufbau und fabriziet unbedrängt einen Fehlpass. (Klick zum Vergrößern)

 

 

 

 

 

 

 

Harnik schaltet blitzschnell und passt den Ball direkt zu Hajnal weiter. Nach dem Pass bleibt er nicht stehen, sondern sprintet gleich in den Raum. Martin Harnik ist bei dieser Szene hellwach, schaltet sofort um und sieht die Möglichkeit durch die Abwehrreihe des Gegners durchzubrechen. Ein dickes Lob für seine schnelle Auffassungsgabe und die gute technische Umsetzung.

 

 

 

 

 

 

 

Harnik ist gestartet, Hajnal spielt gleich den perfekten Pass in die Schnittstelle der Abwehr

 

 

 

 

 

 

 

Harnik nimmt sich den Ball perfekt mit und kommt dank seiner Schnelligkeit zum Abschluss

 

 

 

 

 

 

 

Keeper Simon Jentzsch ist geschlagen. Entscheidend für das Tor war Harniks schnelle Auffassungsgabe und die perfekte technische Umsetzung seiner Idee. Ein wunderbarer Treffer der Marke Harnik!

Augsburg in der zweiten Halbzeit dominant

Nach der Pause schienen die Hausherren den Schock verarbeitet zu haben, denn der FC Augsburg dominierte das Geschehen und der VfB Stuttgart konnte nur selten für Entlastung sorgen. Der FC Augsburg gab 21 Torschüsse ab, so viele wie in keiner Runde zuvor! Von diesen 21 Schüssen gingen allerdings nur zwei Versuche aufs Tor, was gut die Abschlussschwäche demonstriert, die schlussendlich für die Niederlage verantwortlich war. Vedad Ibisevic machte in der 84. Minute alles klar und erhöhte nach einem Zuspiel von Gentner auf 3:1. Zum ersten Mal in der aktuellen Saison konnten Martin Harnik und Co. einen 0:1-Rückstand in einen Sieg verwandeln.

Harnik mit starken Leistungsdaten

Martin Harnik legte wie gewohnt die größte Laufdistanz aller Spieler zurück (12,69km), womit er etwa 1,3 Kilometer mehr lief als der fleißigste Augsburg-Spieler. Er absolvierte zudem die meisten Sprints (34) und die meisten intensiven Läufe (79) aller Spieler am Platz. 113 Aktionen mit hohem Tempo sind ein außerordentlich starker Wert! Harnik hatte 55 Ballkontakte, was für seine Verhältnisse relativ viele sind – lediglich Sakai berührte von allen VfB-Stuttgart-Spielern öfter den Ball. Von 24 Pässen kamen 20 Abspiele bei seinen Mannschaftkollegen an (83,33%). Den ersten Fehlpass beging er erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte.

Martin Harnik hat bei den Zweikampfwerten meistens eine negative Bilanz, weshalb es umso erfreulicher ist, dass er diesmal von 35 Zweikämpfen 19 für sich entscheiden konnte (54,3%). Besonders in der eigenen Hälfte machte Harnik keine Gefangenen und gewann 12 seiner 18 Duelle (66,6%). Martin Harnik erhielt vom Kicker für seine Leistung die Note 2,5, womit er die beste Bewertung aller VfB-Mittelfeldspieler und Stürmer bekam. Lediglich die Abwehrspieler Tasci und Niedermaier erhielten eine 2.

Man könnte Harnik höchstens vorwerfen, dass er sich außer bei seinem schönen Treffer nie entscheidend in Szene setzen konnte, was aber in erster Linie an seinen Mitspielern und dem Spielverlauf lag. So wie die anderen VfB-Kicker war er zumeist damit beschäftigt dem Ball hinterherzulaufen, was sich auch in der Laufstatistik niederschlägt: Die Gäste rannen um ganze acht Kilometer mehr als die Heimmannschaft. Martin Harniks Verein ist nun seit acht Spielen ungeschlagen und holte 20 von 24 möglichen Punkten. Dank diesem tollen Lauf liegt Stuttgart nun mit 46 Punkten auf dem fünften Platz und wäre damit direkt für die Teilnahme an der Europa League berechtigt.

Der VfB Stuttgart trifft bereits morgen Abend um 20:30h auf den SV Werder Bremen.

Ivanschitz und Baumgartlinger nur als Joker im Einsatz

Beim 4:0-Sieg des 1.FSV Mainz gegen den 1. FC Köln war, wie es schon das Ergebnis vermuten lässt ein deutlicher Klasseunterschied zu erkennen. Die Gäste konnten lediglich in der Anfangsphase dagegenhalten, fielen nach dem ersten Treffer aber komplett auseinander. Polanski (19.), Zidan (31.) und Müller (37.) trafen vor der Pause, Szalai erzielte in der 54. Minute den Endstand zum 4:0.

Obwohl Ivanschitz und Baumgartlinger in der letzten Runde eine gute Figur machten, kamen sie diesmal erst gegen Ende der Partie als Joker ins Spiel. Ivanschitz ersetzte in der 64. Minute Zidan, Baumgartlinger kam erst in der 81. Minute statt Szalai. Die auffälligste Szene der beiden hatte dennoch Baumgartlinger, der zwar alle drei Zweikämpfe verlor, aber in der 85. Minute fast das 5:0 durch einen gefährlichen Weitschuss erzielt hätte. Ivanschitz fiel weder positiv, noch negativ auf, fügte sich gut ins Mainzer Spiel ein, blieb aber unauffällig. Der Mittelfeldspieler hatte 20 Ballkontakte spielte 17 Pässe, von denen 11 bei seinen Mitspielern ankamen (64,7%). Von seinen acht Zweikämpfen entschied er drei für sich (37,5%). Er schoss in den verbleibenden 26 Minuten kein einziges Mal aufs und bereitete auch keinen Torschuss vor.

Kommenden Samstag trifft der 1. FSV Mainz 05 auf Bayern München – hoffentlich wieder mit Ivanschitz und Baumgartlinger in der Startelf.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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