In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 2. Spieltag 2013/14 (Teil 2) – Zlatko Junuzovic und Emanuel Pogatetz überzeugen mit soliden Leistungen

Emanuel Pogatetz (VfL Wolfsburg, ÖFB)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir uns gestern die Leistungen von David Alaba und Christian Fuchs ansahen, widmen wir uns nun den restlichen ÖFB-Legionären.

SV Werder Bremen – FC Augsburg   1:0

Schon seit Februar warteten die Werder-Fans auf einen Heimsieg, dieses Wochenende war es endlich wieder so weit. Der zweite Sieg am zweiten Spieltag bedeutete den besten Saisonstart seit sieben Jahren, zudem erhielten die Bremer seit 2004 zum ersten Mal keinen Gegentreffer in den ersten beiden Partien. Zufrieden zurücklehnen darf sich Werder jedoch nicht, denn die Augsburger waren mindestens ebenbürtig und taten sogar mehr fürs Spiel.

Sebastian Prödl begann wie erwartet in der Innenverteidigung der Bremer und obwohl seine Mannschaft keinen Treffer erhielt, machte er leider eine ganz schwache Partie. Er gewann nur einen seiner acht Zweikämpfe (12,5%) und produzierte im Aufbauspiel viele Fehlpässe. Von seinen 23 Zuspielen landeten nur 61% bei seinen Mitspielern, obwohl er nur fünf weite Pässe spielte. Vielleicht agierte er auch ein wenig gehemmt in seinen Duellen, nachdem er bereits in der 28. Minute eine gelbe Karte kassierte. Immerhin hatte er seine Füße beim 1:0 von Mehmet Ekici im Spiel, das unter Mithilfe von Augsburg-Goalie Mohamed Amsif zu Stande kam. Der kicker gab ihm die Note 4 für seine Leistung, von sportal.de erhielt er eine 4,5. Bereits kommenden Freitag müssen die Bremer zum schweren Auswärtsspiel nach Dortmund antreten, wo der Abwehrspieler eine starke Leistungssteigerung zeigen wird müssen.

Weitaus besser lief es für Zlatko Junuzovic, der in Robin Dutts 4-3-3-Formation im linken zentralen Mittelfeld zum Zug kam. Der Mittelfeldmotor bot eine starke läuferische und kämpferische Leistung. Junuzovic war überall am Platz zu finden, kam nach Ballverlusten schnell hinter den Ball und gewann 12 seiner 21 Zweikämpfe (57,1%). In der Offensive setzte er zwar neben einer Flanke und einem Torschuss nur wenige Glanzlichter, dafür hielt er seinen Vorderleuten den Rücken frei und zeigte in einigen Situationen auch sein technisches Können. In dieser Form ist der österreichische Nationalspieler für Robin Dutts Team unverzichtbar, was auch die Werder-Fans so sehen, die von ihrem Fighter begeistert sind und ihn schon richtig ins Herz schlossen.

In dieser Partie mischte ein weiterer Österreicher mit – es handelt sich jedoch nicht um Marko Arnautovic, der, wie am ersten Spieltag, die gesamte Partie von der Bank aus verfolgte. Die Rede ist vom Augsburger Raphael Holzhauser, der bei den Gästen im linken Mittelfeld zum Zug kam. Der österreichische U21-Teamspieler stand bis zur 57. Minute am Platz und fiel durch gute Freistöße auf, die ein wenig Gefahr erzeugen konnten. Weniger gut gelangen ihm seine Flanken, da sie keinen Abnehmer im gegnerischen Strafraum fanden. Immerhin legte er zwei erfolgreiche Dribblings ab und gewann im Gegensatz zum ersten Spieltag mehr Zweikämpfe. Holzhauser entschied sieben seiner 13 Duelle für sich und setzte seinen Körper ein wenig besser ein, als in der ersten Runde. Eine Leistung auf die sich aufbauen lässt, auch wenn der kicker den Österreicher mit einer 4,5 bewertete. Sportal.de sah Holzhauser besser und gab ihm eine 3,5.

Ein paar Worte noch zur Situation von Marko Arnautovic: Der Offensivspieler besitzt noch bis Sommer 2014 einen Vertrag und Werder möchte anscheinend noch einmal richtig gutes Geld mit ihm verdienen. Nach Dynamo Kiew und West Ham United zeigt nun Celtic Interesse am trickreichen Nationalspieler, der jedoch einem Wechsel eher abgeneigt ist und auf das Angebot eines größeren Kalibers wartet. Robin Dutt lobt die Einstellung seines Schützlings im Training, meint allerdings, dass andere Spieler vor ihm sind und dass er sich keine großen Chancen auf Einsätze ausrechnen soll. Es sieht ganz danach aus, dass der Verein auf diese Art einen Wechsel forcieren möchte. Laut kicker besitzt Arnautovic einen stark leistungsbezogenen Vertrag, sodass er nur ein Drittel seines 2-Millionen-Jahresgehalts verdient, wenn er auf der Bank sitzt. In der jetzigen Situation verlieren also momentan beide Parteien, da auch Werder bei einem möglichen Verkauf im Winter weniger Ablöse erhalten wird. Solange kein „großer“ Klub bei Werder um Arnautovic anfragt, herrscht also eine Pattsituation.

VfB Stuttgart – Bayer Leverkusen   0:1

Bayer Leverkusen gewann mit dem 1:0-Auswärtssieg in Stuttgart saisonübergreifend bereits das siebte Meisterschaftsspiel in Serie und stellte damit den Vereinsrekord aus dem Jahr 2001 ein. Schütze des einzigen Treffers war ausgerechnet der Ex-Bayer-Spieler Daniel Schwaab, der in der 42. Minute ein Eigentor fabrizierte.

Stuttgart-Coach Labbadia überraschte mit einem 3-4-3-System, das bei gegnerischem Ballbesitz zu einer 5-4-1-Formation wurde. Das Spiel war stark von Taktik geprägt und die Zuschauer sahen wenige Torszenen, da sich beide Mannschaften gegenseitig neutralisierten. Auch Martin Harnik konnte sich nur schwer in Szene setzen, steuerte aber immerhin fünf Torschussvorlagen bei und ermöglichte so seinen Mitspielern gute Chancen, die jedoch ungenutzt blieben. Er selbst schoss zweimal aufs gegnerische Tor und schlug drei Flanken. Während er im ersten Durchgang noch zu den auffälligeren Spielern gehörte, baute er in der zweiten Halbzeit ab und wurde immer ungefährlicher. Immerhin gewann er neun seiner 19 Duelle (47,4%), was für seine Verhältnisse ein guter Wert ist. Der kicker gab ihm die Note 3,5, sportal.de strafte ihn mit einer 5 ab – eine Bewertung die eindeutig zu schlecht ist, da er einige gute Schlüsselpässe spielte.

FC Nürnberg – Hertha BSC Berlin   2:2

37.068 Zuschauer sahen in Nürnberg eine temporeiche und interessante Partie, die letztlich verdient mit 2:2-Unentschieden endete. Emanuel Pogatetz begann neben Berkay Dabanli im Abwehrzentrum, der den verletzten Per Nilsson vertrat. Der österreichischen Nationalspieler machte seine Sache alles in allem richtig gut, da er nicht nur in der Defensive weitgehend ohne Fehler blieb, sondern auch im Aufbauspiel aus der Abwehr heraus gute Zuspiele tätigte. Pogatetz wirkte sehr präsent, ging gut in die Zweikämpfe und war vor allem in Luftduellen kaum zu bezwingen. Der Wechsel zu Nürnberg tat dem österreichischen Nationalspieler gut und wir hoffen, dass er seine Form halten kann. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben ihm die Note 3.

SC Freiburg – 1. FSV Mainz 05   1:2

Der 1. FSV Mainz 05 gewann auch sein zweites Meisterschaftsspiel in dieser Saison, während der Europa-League-Teilnehmer aus Freiburg nach zwei Spieltagen noch ohne Punkt dasteht. Thomas Tuchel stellte seine Formation von einem 4-2-3-1-System auf ein 4-4-2 mit Mittelfeld-Raute um und schenkte etwas überraschend Neuzugang Christoph Moritz im offensiven Mittelfeld sein Vertrauen. Mainz agierte in den ersten 45 Minuten sehr vorsichtig, legte aber nach einer Stunde einen Gang zu und ging schlussendlich verdient als Sieger vom Platz. Julian Baumgartlinger spielte als Sechser vor der Abwehr, zeigte sich durchaus bemüht, fand jedoch nur schwer in die Partie. In den 90 Minuten absolvierte er nur fünf Zweikämpfe – eine Statistik die bei ihm über ein ganzes Spiel gesehen wohl noch nie so gering ausfiel. Immerhin entschied er vier dieser Duelle für sich. Er hatte weiters nur 41 Ballkontakte, von den 36 Pässen kamen 78% bei seinen Mannschaftskollegen an. Außer einem Torschuss kann er sich keine Offensivaktion gutschreiben lassen. Der kicker und sportal.de gaben dem Mittelfeldspieler die Note 4, eine Bewertung die durchaus in Ordnung geht.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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