Auch am 32. Spieltag konnten die Bayern, dank „Partyschreck“ Andre Hahn, die Meisterschaft noch nicht perfekt machen. Beim Konkurrenten Borussia Dortmund erlebte Kapitän Mats... Der 32. Spieltag der deutschen Bundesliga: Partyschrecks und gefallene Helden

BundesligaAuch am 32. Spieltag konnten die Bayern, dank „Partyschreck“ Andre Hahn, die Meisterschaft noch nicht perfekt machen. Beim Konkurrenten Borussia Dortmund erlebte Kapitän Mats Hummels einen Spießrutenlauf. Leverkusen machte die direkte Champions-League –Qualifikation perfekt und der Kreis der Abstiegsgefährdeten engt sich ein. Kurz und knackig das wichtigste zum Spieltag.

Schalker Befreiungsschlag – Kampf um Platz 4

Trotz einer negativen Torbilanz, zwölf verlorener Spiele und stets präsenter Unruhe innerhalb des Vereins, hat Schalke 04 nach dem 3:1–Sieg in Hannover noch alle Möglichkeiten, den zur Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League berechtigenden Platz 4 zu erreichen. Da Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC Berlin ihre Spiele nicht gewinnen konnten, hat sich ein Dreikampf um diesen begehrten Platz entfacht.

Obwohl die Schalker ihr Spiel gewinnen konnten, präsentierten sich die beiden Konkurrenten wiederholt spielerisch und mental stabiler, zumal sie gegen Bayern und Leverkusen antreten mussten. Allein die Tatsache, dass sich Schalke erneut schwer tat, ein Spiel gegen eine individuell schwächere Mannschaft auch taktisch zu dominieren, zeigt einen fundamentalen Missstand auf. Hannover spielte sich eine Reihe von Torchancen heraus, war aber in der Nutzung zu ineffizient. Schalke war in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil und zeigte sich eiskalt in der Chancenverwertung. Beste Schalker waren Eric Maxim Choupo–Moting und Leon Goretzka.

Schalke steht nun mit 48 Punkten auf Platz 6, hinter Gladbach und Hertha mit jeweils 49 Punkten. Die „Knappen“ müssen noch gegen Augsburg (H) und Hoffenheim (A) ran, Hertha gegen Darmstadt (H) und Mainz (A). Gladbach hat mit dem Heimspiel gegen Leverkusen am nächsten Spieltag das wohl schwerste Duell und muss danach in Darmstadt antreten. Alle drei Teams sind bereits fix für Europa qualifiziert.

Gladbach spuckt Bayern in die Meistersuppe – Dortmund zerlegt Wolfsburg

Das erfreulichste für den FC Bayern an diesem Wochenende war wohl das Comeback von Jerome Boateng, der nach dreimonatiger Verletzungspause 68 Minuten spielen durfte. Bis zur Auswechslung Boatengs befanden sich die Münchner, die mit einer besseren B-Elf antraten, noch  auf Meisterschaftskurs. Thomas Müller brachte die Bayern mit seinem 20. Saisontor (damit haben das erste Mal in einer Saison zwei Bayern-Spieler die 20–Tore–Marke geknackt)  bereits in der 6. Minute in Führung. Danach verflachte das Spiel der Bayern zusehends. Ungewohnte Defensivschwächen halfen den Gladbachern in die Partie zu finden. Die leichte Überlegenheit von Andre Schuberts Team kumulierte im Ausgleichstreffer von Andre Hahn in der 72. Minute. Hahn spielte auf der angedachten bayerischen Meisterhausparty somit die Rolle des ungebetenen Gastes, der erst das letzte Bier aus dem Kühlschrank nimmt und im Anschluss mit der Freundin des Gastgebers im elterlichen Schlafzimmer verschwindet.

Die Bayern schienen mental schon beim Spiel am Dienstag gegen Atletico Madrid zu sein, da sie die letzte Konsequenz vermissen ließen. Torschütze Müller bestätigte nach dem Spiel zudem den Eindruck, dass dem Rekordmeister im Moment die nötige Frische fehlt.

Von fehlender Frische kann bei Borussia Dortmund derzeit nicht die Rede sein. Gegen extrem schwache Wolfsburger, bei denen auch nach dem siebten Spiel in Folge ohne Sieg laut Klaus Allofs keine Trainer-Diskussion geführt wird, war der letztendliche 5:1–Erfolg nie in Gefahr. Der BVB führt mit nun bereits 80 Saisontoren diese Statistik vor den Bayern an und liegt in Sachen Punkten nur noch fünf Zähler hinter den Münchnern. Auch Pierre–Emerick Aubameyang schloss nach seinen zwei Treffern mit nun insgesamt 25 Saisontoren in der Torjägerliste zum führenden Robert Lewandowksi (27) auf.

Getrübt wurde die Stimmung in Dortmund durch das Wechseltheater um Mats Hummels. Dieser bat unter der Woche um seine Freigabe für einen Wechsel zum FC Bayern. Ein Teil der Dortmunder Fans fühlte sich dadurch persönlich beleidigt. Sie machten Hummels zum Protagonisten ihrer Schmähgesänge und goutierten ihn bei jedem Ballkontakt mit Pfiffen. Nach dem Spiel bemühten sich Hummels und Hans-Joachim Watzke zu relativieren und äußerten sich unisono dahingehend, dass es sich dabei nur um einen kleinen Teil der Dortmunder Fans handele.

Serien und Zahlen des Spieltages

Die TSG aus Hoffenheim bleibt nach dem 2:1 gegen Ingolstadt unter Julian Nagelsmann zu Hause weiterhin ungeschlagen. Die Kraichgauer holten damit 16 von 18 möglichen Punkten, welche einen nicht unerheblichen Teil zur kurz bevorstehenden Rettung vor dem Abstieg beigetragen haben.

Bayer Leverkusen konnte auch das siebte Spiel in Folge gewinnen. Julian Brandt traf während dieser Serie in sechs Spielen hintereinander. Die Werkself hat zudem mit 26 Aluminiumtreffern einen neuen Bundesliga–Rekord aufgestellt. Gegner Hertha BSC bleibt dagegen auch im sechsten Spiel nacheinander ohne Sieg, was die längste Negativserie unter Pal Dardai bedeutet. Nach dem 27. Spieltag lag Bayer noch fünf Punkte hinter Berlin – nun hat man acht Punkte Vorsprung auf die Hertha.

Mit dem 0:0 gegen Köln schaffte Augsburg das dritte Zu-Null–Spiel in Folge und stellte damit den Vereinsrekord ein.

Ein eher unrühmlicher Saisonrekord wurde mit 46 Fouls beim 0:0 zwischen Mainz und Hamburg eingestellt. Die Mainzer können trotz vier siegloser Spiele in Serie für die Europa League – Qualifikation planen.

Gewinner des 32. Spieltages

Die Frankfurter Eintracht steht nach dem 2:1–Sieg im Hessenderby gegen Darmstadt das erste Mal seit dem 25. Spieltag nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz. Die Hessen drehten das Spiel  und haben den Klassenerhalt damit weiterhin in der eigenen Hand. Zudem gelangen das erste Mal in der Rückrunde zwei Siege in Serie.

Verlierer des 32. Spieltages

Nach der zweiten Niederlage in Folge steht der SV Darmstadt 98 wieder mit beiden Beinen im Abstiegssumpf. Zum mittlerweile 12. Mal schafften es die Lilien nicht, nach einer eigenen Führung siegreich aus einer Partie zu gehen. Obwohl die Südhessen den Nachbarn aus Frankfurt in der ersten Halbzeit an die Wand spielten, sorgten Unzulänglichkeiten, wie der verschossene Elfmeter von Sandro Wagner, dafür, dass man in dieser Statistik die Bundesliga souverän anführt. Fehlendes Matchglück ist ein weiterer Faktor: in der ersten Halbzeit wurde den Lilien ein weiterer klarer Strafstoß versagt. In der zweiten Halbzeit schwanden dann die Kräfte der Mannschaft von Dirk Schuster, was letztendlich zu einer verdienten Niederlage führte.

Der Kreis der akut abstiegsgefährdeten Teams besteht zwei Spieltage vor Schluss damit aus Bremen, Frankfurt, Stuttgart und Darmstadt, wobei Werder und der VfB am Montag noch direkt aufeinander treffen.

Mann des Spieltages

Mats Hummels ging ihm Spiel gegen Wolfsburg durch ein Stahlbad. Obwohl der Dortmunder Kapitän permanent beleidigt und ausgepfiffen wurde, zeigte er eine mehr als solide Vorstellung. In Zeiten zunehmender Fluktuation der Fußballprofis, hielt Hummels dem BVB acht Jahre die Treue. Dass der Weltmeister mit 27 Jahren nochmals eine neue Herausforderung sucht, ist mehr als legitim.

Ral, abseits.at

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