Wie jede Woche blicken wir auf die Leistungen unserer Legionäre in Deutschlands höchster Spielklasse. Wer darf mit dem vergangenen Spieltag zufrieden sein, wer wird... Deutschland: Harnik kann doch noch treffen

Wie jede Woche blicken wir auf die Leistungen unserer Legionäre in Deutschlands höchster Spielklasse. Wer darf mit dem vergangenen Spieltag zufrieden sein, wer wird sich steigern müssen?

RB Leipzig 1:4 Bayer Leverkusen

In einem sehr guten Bundesligaspiel gingen die Leipziger durch das dritte Saisontor von Marcel Sabitzer in Führung (17.). Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, mit Chancen für beide Teams. Leverkusens Kai Havertz sorgte kurz vor dem Halbzeitpfiff dann für den Ausgleich (45.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit überrollte Bayer die Heimmannschaft gerade zu – innerhalb von nur 18 Minuten schoss die Werkself den Endstand heraus. Für die Tore sorgten Julian Brandt (51.), Panagiotis Retsos (56.) und Kevin Volland (69.). Bayer war am Ende einfach die Mannschaft, welche konsequenter mit ihren Chancen umging.

Auch neben seinem Tor war Sabitzer wohl der aktivste Offensivspieler der Leipziger. Der 24-Jährige ging siebenmal ins Dribbling, setzte sich dabei aber nur zweimal durch. Mit vier Torschüssen gab er zudem die meisten aller Akteure ab. Aber, Sabitzer verlor auch fünfmal den Ball. Stefan Ilsanker wurde in der 76. Minute eingewechselt, nahm aber danach keinen entscheidenden Einfluss mehr auf das Spiel. Konrad Laimer fehlte aufgrund eines Muskelrisses.

Julian Baumgartlinger überzeugte im defensiven Mittelfeld von Leverkusen erneut mit einer starken Passquote von 90 Prozent. Die Zweikampfwerte waren für seine Position mit nur 40 Prozent gewonnener Duelle aber eher schwach. An weiteren Defensivaktionen steht zudem nur eine Balleroberung zu Buche. Offensiv machte sich Baumgartlinger durch zwei Torschüsse bemerkbar.

Hannover 96 2:1 SV Werder Bremen

Hannover 96 sicherte sich dank einer Mannschafts-taktisch disziplinierten Leistung gegen Werder den ersten Sieg nach zuletzt fünf Niederlagen am Stück. Mit hohem läuferischem Aufwand störten die Roten immer wieder effektiv das zuletzt so gut funktionierende Bremer Angriffsspiel. Der Erfolg war vor allem auch deswegen verdient, da 96 die sich bietenden Chancen konsequenter zu Ende spielte. Die Bremer kamen erst nach dem Anschlusstreffer durch Ishak Belfodil (74.) offensiv so richtig in die Partie – zu spät. Für Hannover trafen Martin Harnik (17.), mit seinem ersten Treffer seit dem 10.12.2017, und Felix Klaus (42.).

Harnik holte mit dem Treffer seinen immerhin schon neunten Scorerpunkt in dieser Saison und bekam am Ende von Coach Andre Breitenreiter ein Lob für seine Defensivarbeit. Auch wenn Harnik nur 43 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, lief er immer wieder gut an und stellte Passwege geschickt zu. In der Offensive gab er insgesamt drei Torschüsse ab.

Zlatko Junuzovic stand aufgrund von Rückenproblemen nicht in der Startelf, kam aber bereits zur zweiten Halbzeit für den enttäuschenden Florian Kainz, der keinen Torschuss abgab und keinen Zweikampf gewann, ja diesen regelrecht aus dem Weg ging. Mit der Einwechslung von Junuzovic – über dessen Zukunft in Bremen weiterhin Unklarheit herrscht – kam etwas mehr Zug in das Offensivspiel der Bremer. Marco Friedl durfte von Beginn an spielen und machte seine Sache ordentlich. Friedl gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe, kam auf drei klärende Aktionen, gewann die Hälfte seiner Dribblings und war an der Entstehung des Bremer Treffers beteiligt.

FC Augsburg 1:4 Bayern München

Der FC Bayern machte mit einer letztendlich souveränen Vorstellung die sechste Meisterschaft in Folge perfekt. Zunächst brauchten die Bayern aber eine Weile, bis sie gegen aggressive Augsburger in das Spiel fanden, die in der 18. Minute durch ein Eigentor von Niklas Süle sogar in Führung gingen. Nach 30 Minuten war der Rekordmeister aber auf Betriebstemperatur und erzielte den Ausgleich durch Corentin Tolisso (32.). Danach schwanden beim FCA die Kräfte. Die Bayern nutzen dies in der Folge durch Treffer von James Rodriguez (38.), Arjen Robben (62.) und Sandro Wagner (87.) gnadenlos aus, wie es im Fußball und vor allem bei den Bayern nun mal häufig der Fall ist.

Martin Hinteregger wirkte wie die gesamte Augsburger Hintermannschaft vor allem bei den Flanken und Standards der Bayern höchst unsicher. Auf den Außenbahnen hatte er meist gegen Joshua Kimmich – der ihn auch einmal tunnelte – keine Chance. Eine Passquote von 66 Prozent war zudem erneut äußerst dürftig. Es war aber natürlich nicht alles schlecht. Hinteregger gewann immerhin 68 Prozent seiner Zweikämpfe, entschied alle seine vier Tacklings von sich und eroberte viermal den Ball. Michael Gregoritsch spielte gegen die Bayern etwas zurückgezogen hinter den Spitzen. In der ersten Hälfte zeichnete er sich durch aggressives Anlaufen aus, konnte den Aufwand aber nicht halten. Er rieb sich defensive in Zweikämpfen auf, von der er immerhin die Hälfte gewinnen konnte. Er eroberte dabei zweimal den Ball und kam auf zwei klärende Aktionen. Offensiv jedoch war eher weniger von ihm zu sehen, so gab er keinen Torschuss ab, bereitete aber einen vor. Kevin Danso fehlte angeschlagen.

David Alaba fehlte den Bayern wegen Rückenbeschwerden.

Kurz notiert:

Valentino Lazaro zeigte bei der 1:2 – Niederlage von Hertha BSC bei Borussia Mönchengladbach eine durchwachsene Leistung. Zwar kam er auf eine gute Passquote von 91 Prozent und bereitete zwei Torschüsse vor, er konnte seiner Mannschaft, die sehr verschwenderisch mit ihren Chancen umging, aber offensiv wenige Impulse geben. „Wir hatten eigentlich Chancen für sechs Tore“, sagte Lazaro nach dem Spiel.

Philipp Lienhart stand bei der 0:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg nicht im Kader des SC Freiburgs.

Florian Grillitsch zeigte beim 1:1 zwischen Eintracht Frankfurt und der TSG Hoffenheim eine ordentliche Leistung; er brachte 80 Prozent seiner Pässe an und gewann 78 Prozent seiner Zweikämpfe. Zusätzlich gewann er alle seine Kopfballduelle und sich dadurch als Stabilisator im Hoffenheim-Mittelfeld erwiesen. Offensiv war von Grillitsch aber so gut wie nichts zu sehen. Stefan Posch stand nicht im Kader der TSG.

Auch der zehnte Saisontreffer von Guido Burgstaller (63.) konnte nicht verhindern, dass der FC Schalke 04 mit 2:3 beim designierten Absteiger Hamburger SV  verlor. Dabei gingen gleich zwei Serien zu Ende: der HSV siegte das erste Mal seit 15 Spielen, während der S04 die erste Niederlage nach sechs Siegen in Folge einstecken musste. Trotz seines Treffers, erwischte Burgstaller einen schwächeren Tag; er schoss nur einmal auf das Tor, verlor dreimal den Ball und kam wie in den letzten Spielen auch gegen den HSV auf eine unterirdische Zweikampfquote von nur 13 Prozent. Alessandro Schöpf saß dabei das gesamte Spiel auf der Ersatzbank.

Karim Onisiwo wurde beim 1:1 zwischen dem 1. FC Köln und Mainz 05 erst in der 82. Minute eingewechselt und kam bis auf zwei Fouls auf keine nennenswerten Aktionen mehr.

Ral, abseits.at