Deutschland zählt für österreichische Spieler mittlerweile als erste Option wenn es darum geht, ins Ausland zu wechseln – aus nachvollziehbaren Gründen. Auch in der... Die neuen ÖFB-Legionäre in der 2.Bundesliga – Hinterseer und Hierländer

Lukas Hinterseer - FC Wacker InnsbruckDeutschland zählt für österreichische Spieler mittlerweile als erste Option wenn es darum geht, ins Ausland zu wechseln – aus nachvollziehbaren Gründen. Auch in der aktuellen Transferperiode zog es bisher den einen oder anderen Österreicher ins Nachbarland.

Keine andere Nation hatte in der abgelaufenen Saison mehr Legionäre in der 2.Bundesliga als Österreich. Insgesamt standen 14 Spieler bei Vereinen der zweithöchsten deutschen Spielklasse unter Vertrag. In der kommenden Saison werden es Stand heute 17 sein. In diesem Artikel wollen wir einen Blick auf Lukas Hinterseer und Stefan Hierländer werfen, die zukünftig in der zweiten Liga ihrem Job nachgehen werden. Auf unserer Partnerseite 12termann.at erscheint außerdem zeitgleich ein Artikel, der sich mit den Transfers von Alessandro Schöpf und Rubin Okotie befasst.

Lukas Hinterseer (23 Jahre, FC Ingolstadt 04, Angriff)

Die Bestätigung, dass Lukas Hinterseer vom FC Wacker Innsbruck zum FC Ingolstadt wechseln würde, kam bereits bevor die Saison 2013/2014 beendet war. Für den 23-Jährigen war diese enorm wechselhaft. Einerseits steht neben dem Transfer in die 2.Bundesliga der Sprung ins ÖFB-Team als positives Erlebnis, andererseits kämpfte er mit den Tirolern vergeblich um den Klassenerhalt. In Ingolstadt trifft er mit Trainer Ralph Hasenhüttl und Ramazan Özcan auf zwei Landsleute.

Unter Hasenhüttl verbesserten sich die „Schanzer“ vom letzten Tabellenplatz ins gesicherte Mittelfeld und dementsprechend euphorisch nahm man auch die Planungen für die neue Saison in Angriff. Einige Leistungsträger wurden verlängert, der eine oder andere Neuzugang wurde bereits früh fixiert. So kam unter anderem neben Hinterseer in der Offensive der 23-jährige Australier Mathew Leckie, der kürzlich bei der WM in Brasilien einen sehr guten Eindruck hinterließ.

Leckie ist für den Österreicher allerdings weniger ein direkter Konkurrent um einen Stammplatz, sondern wird eher über die Seiten kommen. Hasenhüttl passt seine Elf zwar im Allgemeinen regelmäßig an, im Grunde genommen setzt der 46-Jährige aber auf eine Grundordnung mit einem Mittelstürmer und einer hängenden Spitze dahinter. Hinterseer könnte dabei beispielsweise die Rolle des abgewanderten Philipp Hofmann übernehmen. Der 21-Jährige ist nämlich ein ähnlicher Spielertyp: durchschlagskräftig, technisch solide und um den Strafraum herum aufgrund seiner Physis ein unangenehmer Gegenspieler.

Hinterseer könnte aber auch die Rolle der hängende Spitze übernehmen, wie er dies bereits über weite Strecken bei Wacker Innsbruck und auch im ÖFB-Team tat. Mit seiner Fähigkeit den Ball abzuschirmen wäre er eine vielversprechende Anspielstationen für Kombinationen in den Halbräumen. Hinsichtlich des Spielaufbaus müsste man dieser Variante allerdings Abstriche machen. Auch die Rolle auf dem Flügel wäre theoretisch möglich, da Hasenhüttel dort in der vergangenen Saison das eine oder andere Mal auch tororientierte Akteure aufbot.

Stefan Hierländer (23 Jahre, RasenBallsport Leipzig, Mittelfeld)

Ebenfalls aus der österreichischen Bundesliga kommt Stefan Hierländer. Der 23-Jährige stand die letzten vier Jahre bei Red Bull Salzburg und wechselt nun zu RB Leipzig, das seine erste Zweitligasaison der Vereinsgeschichte in Angriff nehmen wird. Die roten Bullen sind allerdings alles andere als ein klassischer Aufsteiger, vor allem was die finanziellen Mittel angeht. Unter der Aufsicht von Ralf Rangnick werden die Mittel allerdings überaus durchdacht eingesetzt – wie mittlerweile auch in Salzburg.

Die Spielweise der Leipziger orientiert sich ebenfalls an den Idealen, die in Mozartstadt vorgegeben werden. Das Umschaltspiel steht im Fokus, sowohl von Defensive auf Offensive als auch umgekehrt. Wie die Salzburger waren auch die Leipziger hinsichtlich der erzielten Tore in ihrer Liga in der abgelaufenen Saison das Maß aller Dinge.

Hierländer persönlich steuerte jedoch nur einen kleinen Teil zum Rekordsaison der Salzburger bei. Zum einen verpasst er einen Großteil der Spielzeit wegen einer Knieverletzung, zum anderen entwickelte Stefan Ilsanker und Christoph Leitgeb eine ungemein starke Abstimmung aufeinander, sodass man diese Doppelsechs nicht ohne weiteres auflösen konnte. So kommt Hierländer unter dem Strich zwar auf 18 Saisonspiele, die allerdings aufgrund der Tatsache, dass der Meistertitel früh fixiert und danach personell viel rotiert wurde, verzerrt werden.

Aus fußballerischer Sicht ist Hierländer ein durchaus interessanter Spielertyp, der auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann. So spielte er in Salzburg sowohl auf den Außenpositionen als auch im Zentrum – offensiv und defensiv. Das Spiel des gebürtigen Kärntners zeichnet sich durch eine hohe Geradlinigkeit und Laufbereitschaft aus. Technisch agiert er zwar nicht immer sauber, allerdings sollte er vom Anforderungsprofil sehr gut zum angestrebten Spiel von RB Leipzig passen.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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