Zwei Jahre ist es her, als wir erstmals von Mercedes-Benz zum Junior Cup nach Sindelfingen eingeladen wurden. Dieses Jahr gab es für abseits.at eine... Junior Cup in Sindelfingen: Event Management auf Deutsch

Zwei Jahre ist es her, als wir erstmals von Mercedes-Benz zum Junior Cup nach Sindelfingen eingeladen wurden. Dieses Jahr gab es für abseits.at eine Neuauflage beim prestigeträchtigen Nachwuchshallenturnier. Einige Neuerungen gab‘s, die Qualität der Veranstaltung war unverändert hoch.

Gerade mal eine Stunde fliegt man von Wien nach Stuttgart. Selber Kulturkreis, selbe Sprache – und doch so viele kleine Umstellungen. Das Cola ist „die“ Cola, das „Helle“ ist ein Pils und auch das Sprechen in der Mitvergangenheit ist plötzlich wieder en vogue. Wenn man aus dem immergrantelnden Wien nach Deutschland kommt, ist es aber vor allem ein angenehmer Freundlichkeitsflash. Alle entspannt, alle interessiert – gute Voraussetzungen für einen äußerst professionell aufgezogenen Event.

„Firmenfeier“ mit Starbesetzung

Mercedes macht das ja nicht deppert. Einerseits ist die zweitägige Veranstaltung im Sindelfinger Glaspalast eines der renommiertesten Nachwuchsturniere weltweit. Özil, Sane, Khedira und Co. machten hier ihre ersten Schritte. Gleichzeitig wird den Azubis des Unternehmens Danke gesagt. Das Azubiturnier, für das von Mercedes Ausgebildete aus ganz Deutschland anreisen, ist phasenweise emotionaler als das Hauptturnier. Spaß haben jedenfalls alle und das ist auch keine Kunst, wenn so konsequent für alles gesorgt wird.

Noch einmal verbessertes Drumherum

Schon vor zwei Jahren merkten wir an, dass Österreich es nicht mal ansatzweise schafft, ein solches Turnier auf die Beine zu stellen. Dabei ist es nicht nur die hochkarätige Besetzung, sondern vor allem das Drumherum, das heuer um den einen oder anderen Punkt erweitert wurde. So gab es nach dem ersten Turniertag eine kleine Pressezusammenkunft, bei der Fragen an Trainer und Offizielle gerichtet werden konnten. Mit kleinem, aber feinem Asia-Snack-Buffet. Keine halben Sachen.

Gäste aus ganz Europa

Auch die internationalen Gäste, die bis dato nicht in Sindelfingen zu Gast waren, staunten nicht schlecht. Junge Blogger bzw. Podcaster wurden aus Liverpool und Glasgow eingeflogen und zeigten sich durchaus überrascht, über die vielen Möglichkeiten, die geboten wurden. So etwa sofortiges Bild- und Videomaterial, frei zur Verfügung gestellt. Jeder soll schließlich was davon haben: Mercedes-Benz die Öffentlichkeit inklusive cleverer, subtiler Werbung, die Blogger ihre Zugriffe.

Nah dran

Wie schon vor zwei Jahren lief alles in einer amikalen Atmosphäre ab und an den Verantwortlichen ist man stets nah dran. Rapid-Nachwuchschef Willi Schuldes und Talentemanager Steffen Hofmann gingen dieselben Wege wie die eingeladenen Influencer. Da und dort ein bisschen Smalltalk über den einen oder anderen Spieler ist daher aufgelegt – und vor allem nie stressig, sondern fast schon entschleunigt.

Klassik trifft Moderne

Die größte Besonderheit ist wohl die Zusammensetzung der eingeladenen Journalisten und Influencer, mit der Mercedes-Benz eindeutig den Puls der Zeit trifft. Einerseits wurde die Bar des Marriott-Hotels in Sindelfingen samstags von einem abseits.at/Tagesspiegel/Kicker-Dreiergespanns zugesperrt, andererseits sind auch oder gerade diejenigen vor Ort, die sich sonst gerne für ein bisschen Nähe zu ihrem Klub aufopfern müssen. Gerade in Österreich gelten „moderne“ Berichterstatter, die sich einer neuen taktischen Jugendsprache bedienen, eher als „Gefahr“. Diejenigen, die keiner Blattlinie unterliegen werden nicht nur von alteingesessenen Journalisten schief angeschaut und von Vereinen gerne als überkritisch eingestuft. Aber eben diese „Unangenehmen“ werden beim Junior Cup forciert. Man möchte keine glatte Berichterstattung im Schablonenstil, je mehr out-of-the-box desto spannender und besser. Dass in einem solchen Ambiente die „Klassischen“ auf die „Avantgardistischen“ treffen, macht die Sache noch einmal extraspannend.

Vorbildwirkung

Nun ist der Mercedes-Benz Junior Cup ein „sponsor-driven“ Event, bei dem der Sponsor auf eine angenehme Art und Weise auftritt und gar nicht immer wie ein solcher wirkt. Auch nach zwei Jahren Sindelfingen-Pause gilt: Davon können sich auch klassische Veranstalter in heimischen Gefilden eine Scheibe abschneiden. Es ist nicht nur das souveräne Event Management, sondern eine Nachhaltigkeitsfrage. In Sindelfingen bleibt etwas hängen. Es ist eine Veranstaltung von der man erzählt – nicht unbedingt deswegen, was auf dem Kunstrasen vor sich geht, sondern weil man sich diese Professionalität und Offenheit auch da und dort daheim wünschen würde.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen