Nach langen Hin und Her entschied sich Arjen Robben nun doch seinen Vertrag beim FC Bayern um zwei Jahre bis 2015 zu verlängern. Die...

Nach langen Hin und Her entschied sich Arjen Robben nun doch seinen Vertrag beim FC Bayern um zwei Jahre bis 2015 zu verlängern. Die Führungsetage und die meisten Fans des deutschen Rekordmeisters dürften erleichtert sein. Aber hat man damit in München sportlich und menschlich die richtige Entscheidung getroffen?

Posse um Vertragsverlängerung

Nicht erst seit der sich hinziehenden Vertragsverlängerung ist der Niederländer beim FC Bayern nicht unumstritten. Trotz des Festhaltens der Bayern an Robben während seiner langen Verletzungspausen beschwerte sich dieser in der letzten Woche über mangelende Rückendeckung des Vereins im Zuge der Kabinenschlägerei mit Franck Ribery. Jedoch war das Vorgehen der Bayern in diesem Falle verständlich, wollte man an der Säbenerstraße doch nicht noch unnötig Öl ins Feuer gießen –  war der Vorfall doch schon peinlich genug. Zudem mahnte Trainer Jupp Heynckes Ribery öffentlich ab. Vor dieser Schmierenkomödie war die Verlängerung von Robben angeblich nur noch Formsache. War die „Watschn“ von Ribery etwa ein Indiz dafür, dass der holländische Nationalspieler innerhalb der Mannschaft nicht wohlgelitten ist? Gab es doch diese Saison auch schon eine heftige Auseinandersetzung mit Thomas Müller. Angeblich sei Robben innerhalb der Mannschaft aufgrund seines Hanges zur Egomanie isoliert – so die Stimmen der letzten Wochen. Bestätigt wurde dies jedoch nie und die Verlängerung um zwei weitere Jahre ist wohl ein deutliches Zeichen, dass an diesen Gerüchten wohl nichts dran ist. Scheinbar ist das genaue Gegenteil der Fall: Robben betonte nach seiner Vertragsverlängerung, der FC Bayern „sei wie eine Familie für mich.“. Der Niederländer weiß was er am FC Bayern hat, erklärte doch Uli Hoeneß auch zuletzt, dass Robben wohl nur dank der medizinischen Abteilung um Dr. Müller-Wohlfahrt auf Dauer verletzungsfrei bleiben kann.

Kurze Privatfehde mit dem „Kaiser“

Franz Beckenbauer noch bierernst zu nehmen, sollte man tunlichst vermeiden. Doch dies ist wohl noch nicht bis zu Robben durchgedrungen, zeigte er sich nach dem Rückspiel in Madrid doch etwas dünnhäutig als er auf Beckenbauer angesprochen wurde, der ihn nach dem Dortmund-Spiel kritisierte. O-Ton: „Mal sehen ob er jetzt auch noch etwas zu sagen hat… Ich bin nicht immer zufrieden mit dem was er sagt, manchmal muss man einfach aufpassen“. Beckenbauer hatte Robben schon des Öfteren Egoismus im Spiel vorgeworfen, was sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist, jedoch bei Spielern der Klasse eines Arjen Robbens eben der Fall sein kann. Gerade nach schwächeren Spielen, wie gegen Dortmund, treten Kritiker mit diesen Argumenten auf den Plan. Jedoch bewies der Niederländer gegen Madrid absolute Charakterstärke, indem er den Elfmeter zum 1:2 verwandelte und sich im Elfmeterschießen zurückhielt. Ein Zeichen dafür, dass Robben durchaus zur Reflexion fähig ist.

Fazit der „Robben-Situation“

Nicht nur sportlich war die Verlängerung mit Robben für den FC Bayern enorm wichtig. Diese kann außerdem als Zeichen an die Konkurrenz gesehen werden, nach dem Motto: „Seht her, wir sind der FC Bayern und müssen niemanden abgeben!“. Mit dem Niederländer wurde ein weiterer wichtiger Baustein neben Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Franck Ribery und Mario Gomez langfristig gebunden. Denn dass Robben enorm wichtig für die Bayern ist, hat er nicht nur im Spiel gegen Madrid bewiesen.

Ral, abseits.at

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