In einer mehrteiligen Serie bringen wir euch einige (noch) unbekannte Namen aus der europäischen Fußballwelt näher, welche in Zukunft für viel Furore sorgen werden.... Die größten Nachwuchstalente der Welt (1) – Henriquez, Powell, Halilovic

In einer mehrteiligen Serie bringen wir euch einige (noch) unbekannte Namen aus der europäischen Fußballwelt näher, welche in Zukunft für viel Furore sorgen werden.

 

Angelo Henriquez

Sir Alex Ferguson ist bekannt für sein Händchen bei jungen Spielern. Ob Ryan Giggs oder Paul Scholes aus der eigenen Jugend oder Weltklassespieler wie Cristiano Ronaldo – sie alle wurden unter ihm entscheidend geformt. Auch Javier Hernandez, genannt Chicharito, profitierte von Fergusons Fähigkeiten als Coach. Und in diesem Sommer holte der Schotte abermals einen unbekannten Spieler aus Übersee, nämlich Angelo Henriquez, der erst seit 2011 Profi ist.

Henriquez spielte bei Universidad de Chile, wo er sich nach Startschwierigkeiten einen Stammplatz eroberte. Mit elf Toren in 17 Partien bot er sich für viele Topklubs an und bei den Jugendnationalmannschaften traf er sogar 14-mal in neun Spielen – eine herausragende Quote. Er wechselte schließlich nach kurzem Hickhack wegen der Arbeitserlaubnis Ende August zu United, wo er aktuell Spielpraxis in der zweiten Mannschaft sammelt. Prompt traf er und er wurde Anfang Oktober sogar in die A-Nationalmannschaft Chiles berufen.

Von den Positionen her ist er, passend zu der überaus modernen Mannschaft Universidad de Chile, wo er ausgebildet wurde, flexibel. Normalerweise spielt er als beweglicher und mitspielender Mittelstürmer, kann aber auch eine hängende Spitze geben oder gar auf die Flügel ausweichen.

Manchester United wird ihn aber wohl als einen modernen Mittelstürmer aufbauen, da er die idealen Eigenschaften mitbringt: körperlich mit guten Anlagen, schnell, stark am Ball und abschlussstark. Er besitzt zwar noch Mängel im Kombinationsspiel unter Bedrängnis und der Ballbehauptung, wie –eroberung auf höchstem Niveau, doch das kommt mit der Zeit. Von den Anlagen kann er auf jeden Fall ein Großer werden.

Ebenso wie einer seiner Partner bei Manchester United, welchen wir ebenfalls vorstellen werden. Womöglich werden sie in ferner Zukunft die Achse der Red Devils bilden.

Nick Powell

Wie auch Angelo Henriquez ist Nick Powell im Jahre 1994 geboren, also ein blutjunger Spieler ohne größere Reputation und Erfahrung. Dennoch ist er in England schon eine kleine Berühmtheit, obwohl er bislang nur bei einem Viertligisten für Furore sorgen konnte. Allerdings war er das Aushängeschild bei Crewe Alexandria, die er letztlich in die dritte Liga schoss.

Bereits seit seinem fünften Lebensjahr spielte er in der bekannten Nachwuchsschmiede, erhielt mit 16 bereits seine ersten Einsätze und erzielte über zwanzig Tore in seinen zwei Saisonen. Für einen zentralen Mittelfeldspieler in dem Alter eine mehr als passable Quote. In seiner letzten Spielzeit vollbrachte er gar das Kunststück, sämtliche Ehrungen des Vereins zu Saisonende zu gewinnen – ein einmaliger Rekord.

Der vereinsinterne Torschützenkönig (15 Tore in allen Bewerben) wurde bester Jungspieler des Jahres, bester Spieler der Saison, erzielte den Treffer der Saison und wurde von den Fans ebenfalls in zwei Bereichen ausgezeichnet. Danach ging er für eine einstellige Millionensumme zu United. Ein weiterer Erfolg für Crewes Jugendakademie, welche bereits 28 Spieler mit über 70 Spielen für den Verein herausbrachten. Zum Vergleich: Klubs wie Reading und sogar Liverpool liegen unter 25, Newcastle schaffte wie auch West Bromwich 25 und Wigan darf erst zehn solcher Spieler in der Klubgeschichte sein Eigen nennen. Die vielgerühmte Jugendakademie Arsenals liegt bei 34 solcher Spieler. Bedenkt man, dass Crewe selten die finanziellen Mittel hatte, um ihre Spieler so lange zu halten (wie auch bei Powell!), eine beeindruckende Zahl.

Powell gilt als ein kompletter Spieler, welcher viel für die Mannschaft arbeitet und den gesamten Raum zwischen den Strafräumen beackert. Dazu kommt eine hervorragende Schusstechnik mit beiden Beinen, eine hervorragende Ballbehandlung und für sein Alter eine gute Athletik, was ihm die nötigen Attribute bietet, um in Zukunft entweder vor einem Sechser oder als Teil einer Doppelsechs zu agieren. Womöglich könnte er auch eine Art von defensivstarkem „Zehner“ werden, was seiner Dribbelfähigkeit und Torgefahr in die Karten spielen würde.

Alen Halilovic

Vor einigen Tagen zeigten wir auf abseits.at das beeindruckende Video von Alen Halilovic, welcher im Alter von nur 16 Jahren ein wundervolles Tor als Profi von Dinamo Zagreb erzielte. Bereits seit Kindesalter spielt der gebürtige Zagreber für seinen Heimatverein, bei dem auch sein Vater Sejad für zwei Jahre aktiv war. Aktuell ist Sejad Halilovic, ehemaliger Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina sowie Kroatiens, Jugendtrainer bei Dinamo und darf seinem Sohn beim Werdegang aus nächster Nähe zusehen.

Der 1996 geborene Halilovic gilt nämlich als kommender Weltklassespieler. Sein Antritt ist bereits jetzt auf Profiniveau, ebenso wie seine Technik. Falls sich der Körper so weiterentwickelt und der Ehrgeiz bleibt, dann dürfte er ein Spieler wie Luka Modric werden, womöglich noch besser. Ob als hängender Stürmer oder Spielgestalter aus der Tiefe, vom Potenzial her stehen ihm alle Türen offen. Er könnte dank seiner Flexibilität gar als ein spielgestaltender Flügelstürmer agieren.

Dank seines Talents, der vergleichsweise geringen Konkurrenz und dem Niveau in Kroatien dürfte seine Entwicklung schnell voranschreiten. Womöglich wird er sich in die Reihe der zweistelligen Millionentransfers von Dinamo Zagreb einreihen, da Spieler mit seiner Handlungsschnelligkeit, Dynamik und Ballbehandlung in Zukunft immer gefragter werden. Halilovic ist eines der Jungtalente, welche solche Grundfähigkeiten in großem Ausmaß mitbringen.

Rene Maric, abseits.at

Rene Maric

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