Die fantastischen Resultate der letzten Monate machen sich für Kenny Dalglish nun bezahlt, denn die Klub-Ikone des FC Liverpool unterschrieb zur Freude der Fans... King Kenny verlängert in Liverpool

Die fantastischen Resultate der letzten Monate machen sich für Kenny Dalglish nun bezahlt, denn die Klub-Ikone des FC Liverpool unterschrieb zur Freude der Fans gestern einen Dreijahresvertrag.

Der Schotte war nach Roy Hodgsons Entlassung ursprünglich nur als Übergangslösung vorgesehen, brachte aber innerhalb kurzer Zeit den Verein vom zwölften Tabellenplatz auf den fünften Rang. Der ehemalige Liverpool-Trainer Roy Hodgson stand in dieser Saison zwanzig Mal als Trainer an der Seitenlinie und holte in diesen Partien 25 Punkte (sieben Siege, vier Unentschieden und neun Niederlagen). Insbesondere die Auswärtsschwäche war unter Hodgson signifikant, denn der FC Liverpool gewann von zehn Spielen nur eine Partie. Unter Hodgson musste der 18-fache englische Meister sieben Mal das gegnerische Stadion als Verlierer verlassen. Der FC Liverpool war also ein gern gesehener Gast, denn auch die Tordifferenz von minus zwölf Toren in zehn Auswärtsspielen lässt einige Rückschlüsse zu. Vor den eigenen Fans lief es unter Hodgson wesentlich besser, denn in zehn Spielen gab es sechs Siege und zwei Unentschieden. Insgesamt bleibt jedoch ein äußerst negativer Gesamteindruck zurück, denn in den zwanzig Spielen gab es nur sieben Siege und vier Unentschieden. Die Tordifferenz von minus drei Treffern bestätigt die schwache Performance des FC Liverpools unter Roy Hodgson.

Aufwärtstrend unter Kenny Dalglish

Kenny Dalglish gelang es in nur sechzehn Partien 33 Punkte zu holen und eine Tordifferenz von plus 21 Treffern zu erreichen. Zu Hause holte King Kenny aus acht Spielen 21 Punkte (sechs Siege und zwei Unentschieden), und auch auswärts haben die „Reds“ unter dem Schotten eine positive Bilanz (vier Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen). Nachdem Dalglish als Übergangslösung verpflichtet wurde, gab es im Verein einige kritische Stimmen, die mit einem Scheitern des Schotten rechneten. Dalglish wurde vorgeworfen, dass er zu lange weg vom Profifußball gewesen sei und den Anschluss an das moderne Spiel nicht mehr finden würde. Diese Befürchtungen kann man durchaus nachvollziehen, denn der 102-fache schottische Teamspieler hatte seit zehn Jahren keinen Profimannschaft mehr trainiert. Der Großteil der Fans war jedoch absolut glücklich mit dieser Entscheidung, denn es gibt nicht viele andere Personen, die bei den Liverpool-Anhängern einen so hohen Stellenwert genießen.

Wichtige taktische Veränderungen

Unter Roy Hodgson hatten die Spieler kaum taktische Freiheiten, die Mannschaft spielte zurückhaltend und nahm nur selten Risiko. Mit diesem Spielstil hat Hodgson bei Mannschaften, die gegen den Abstieg spielen Erfolg, zu Liverpool passt das jedoch überhaupt nicht. Auch die Fans beklagten sich über seine Einstellung, denn besonders in den Partien gegen nominell starke Gegner, hatte es den Anschein, dass Hodgson Angst vor einem Debakel hatte und mit einer knappen Niederlage gut leben konnte. Diese Einstellung war für die Fans natürlich indiskutabel. Dalglish, der den Spielern auch eine große Portion Selbstvertrauen einimpfte, lässt seinen Akteuren viel mehr taktische Freiheiten und forciert das Spiel, das die Liverpool-Fans am liebsten sehen: „pass and move“. Mit diesem Spielstil hatte der FC Liverpool in den 70er- und 80er-Jahren seine größten Erfolge. Roy Hodgson war als Spieler Teil dieses Systems, das die Trainer Bill Shankly und anschließend Bob Paisley erfolgreich einführten. Auf die Frage, ob dieser Spielstil nicht veraltert sei, antwortete Kenny Dalglish: „Pass and move isn’t old fashioned, it’s the Liverpool way. That’s the way I was brought up and I don’t think I could change.“

Eine weitere, für den jüngsten Erfolg nicht unwesentliche Rolle, hat Co-Trainer Steve Clarke, der seit dem 10. Januar gemeinsam mit Dalglish arbeitet. Der Schotte gilt als absoluter Experte und war schon unter José Mourinho bei Chelsea als Assistent tätig. Clarke ist ein weiterer Garant dafür, dass Dalglish nicht Fußball aus dem letzten Jahrzehnt spielen lassen wird.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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