Am 30. Jänner 2013 wechselte Philippe Coutinho um etwa 10 Millionen Euro von Inter Mailand zum FC Liverpool. Die Inter-Verantwortlichen sahen das wohl als... Liverpools Philippe Coutinho – Der Magier unterhalb des Radars

Liverpool FCAm 30. Jänner 2013 wechselte Philippe Coutinho um etwa 10 Millionen Euro von Inter Mailand zum FC Liverpool. Die Inter-Verantwortlichen sahen das wohl als keinen allzu großen Verlust an, immerhin konnte sich Coutinho seit seinem Wechsel von Vasco da Gama nie einen Stammplatz sichern. Nur bei einem halbjährigen Leih-Engagement für Espanyol Barcelona stand er meistens in der Startaufstellung. Sieht man sich allerdings die Leistungen des jungen Brasilianers im Trikot der Reds an, werden wohl so manche Interisti ihre Vereinsführung verfluchen.

Bereits am 11. Februar wurde er gegen West Brom erstmals eingewechselt, am 17. Februar stand er gegen Swansea in der Startaufstellung. Diesen Platz sollte er für die restliche Saison nicht mehr hergeben. Im Spiel gegen Swansea gelang Coutinho auch gleich sein Premierentreffer für Liverpool. Er überzeugte aber vor allem auch durch seine Qualitäten als Vorbereiter. In den 13 Spielen für die Reds erzielte er drei Tore selbst und bereitete sieben weitere vor.

Brendan Rodgers lässt zumeist in einem 4-3-3 oder einem 4-2-3-1 spielen. Seltener sieht man auch ein 3-5-2, das bleibt aber die große Ausnahme.

Größtenteils kommt Coutinho als Linksaußen zum Einsatz. Diese Tendenz ließ sich auch in den bisherigen Vorbereitungsspielen, zum Beispiel gegen Olympiakos Piräus, erkennen. Auf dieser Position kann er seine technischen Fähigkeiten gut ausspielen. So sucht Coutinho oft das Eins gegen Eins, um in den Sechzehner einzudringen.

Bereits in der letzten Saison hat sich gezeigt, dass er mit bestimmten Spielern hervorragend harmoniert. Einer davon ist Jordan Henderson. Dieser spielt an sich im zentralen Mittelfeld. Doch konnte man beobachten, dass er sehr variabel öfter statt Coutinho nach außen geht, und der Brasilianer dafür durch das Zentrum attackiert.

Eine andere erfolgreiche Partnerschaft besteht mit Sturridge, der ebenfalls erst im Jänner 2013 zu den Reds stieß. Durch seine Schnelligkeit ist Sturridge der ideale Abnehmer für präzise Lochpässe in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr. Das führte bereits zu mehreren Toren, entweder durch Sturridge oder durch Coutinho selbst, wenn er mit einem Doppelpass den Ball zurückerhält. Das konnte man beim 6:0-Sieg gegen Newcastle beobachten, wo Coutinho wohl seine bisher beste Partie im Trikot der Reds spielte.

Rodgers setzt den Brasilianer auch im zentralen offensiven Mittelfeld ein. Dann wird die Zentrale üblicherweise durch einen defensiven Mann, Lucas oder Allen, abgesichert. In der Offensive wird Coutinho in diesem Fall von einem Box-to-Box-Midfielder unterstützt. Diese Rolle nehmen dann Kapitän Gerrard oder Henderson ein. Coutinho diktiert im offensiven Mittelfeld durchaus das Spiel und wird zu einem richtigen Spielmacher, der aber auch selbst den Abschluss sucht. Im letzten Spiel der Saison 2012/13 funktionierte das zum Beispiel sehr gut, er erzielte das Siegtor zum 1:0  gegen die Queens Park Rangers.

Die Anhänger des FC Liverpool haben längst erkannt, welch starken Spieler Brendan Rodgers an Land ziehen konnte. In den vier Monaten, die Coutinho in der letzten Spielzeit für die Reds gespielt hat, wählten ihn die Fans zwei Mal zum Spieler des Monats. Zusätzlich komponierten sie bereits nach vier Spielen ein eigenes Lied für ihn. In den großen, internationalen Medien bleibt er allerdings größtenteils unerwähnt. Zu Unrecht. Abgesehen von der Scorerwertung, die schwarz auf weiß einen Beweis für seine Fähigkeiten liefert, überzeugt Coutinho durch eine dynamische Spielweise, die jeden Gegner vor Probleme stellt. Dazu kommt sein großer Einsatz. Oft sieht man, wie er sich den Ball am eigenen Sechzehner holt und dann einen schnellen Gegenstoß einleitet, den er nicht selten auch selbst abschließt.

Noch wird Coutinho nicht in einem Atemzug mit jungen Offensivkräften wie Isco oder Christian Eriksen genannt. Bestätigt er aber seine Leistungen der Vorsaison, könnte sich das bald ändern.

Martin Lanner, abseits.at

Martin Lanner

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