Im zweiten Teil der Vorschau auf die kommende Premier League-Saison werden die Titelchancen der “Gunners“ unter die Lupe genommen. Arsenal spielt zwar seit Jahren... Premier League Vorschau: Was ändert sich bei den Gunners?

Im zweiten Teil der Vorschau auf die kommende Premier League-Saison werden die Titelchancen der “Gunners“ unter die Lupe genommen. Arsenal spielt zwar seit Jahren konstant ganz vorne mit, konnte den letzten Titel allerdings 2005 erringen.

Manager Arsene Wenger verfügt auf den ersten Blick über einen relativ ausgeglichenen Kader, der vor allem im Mittelfeld sehr stark besetzt ist. Betrachtet man die vergangenen Saisonen, so lässt sich allerdings die Tendenz feststellen, dass Arsenal Ausfälle im Angriff und in der Innenverteidigung im Vergleich zur direkten Konkurrenz weniger verkraften kann. So musste der Klub beinahe die gesamte Saison 2010/11 ohne den wichtigsten Innenverteidiger Thomas Vermaelen, der lediglich fünf Spiele absolvieren konnte, bestreiten, während Alternativen wie Laurent Koscielny und insbesondere Sébastien Squillaci, der seinen Zenit bereits überschritten hat, nur zeitweise zu überzeugen wussten. Zudem sah sich Wenger zumindest bis zum vergangenen Sommer mit der Forderung konfrontiert, einen gut ausgebildeten Torhüter mit entsprechender Präsenz im Strafraum und Ausstrahlung zu verpflichten, der den Ansprüchen des Klubs, anders als der Spanier Manuel Almunia, gerecht werden kann. Mit dem Durchbruch des polnischen Schlussmannes Wojciech Szczesny, der trotz seiner erst 20 Jahre diese Attribute mitbringt, könnte dieses Problem gelöst sein. Einzige Neuverpflichtung in der Verteidigung ist bisher der 19 Jahre alte Rechtsverteidiger Carl Jerkinson, der von Charlton Athletic um £1m in den Norden Londons gelotst wurde.

NASRI UNTER DEN ABGÄNGEN?

Im Mittelfeld kehrte der Waliser Aaron Ramsey, der als 20-Jähriger auch schon die Kapitänsbinde der Nationalmannschaft getragen hat, nach seinem Beinbruch in den Kader zurück, was die Qualität im ohnehin schon starken Mittelfeld ein weiteres Mal erhöht hat. Fraglich ist die Zukunft von Kapitän Cesc Fabregas, der gerüchteweise– wie in jeder Transferperiode – auch heuer vom FC Barcelona umworben wird. Neben dem Brasilianer Denílson, der in einem Interview angekündigt hat, Arsenal verlassen zu wollen, kokettiert auch der Franzose Samir Nasri mit einem Abgang, wobei das letzte Wort in dieser Causa (Nasris Vertrag läuft bis Juni 2012) zwischen Nasri und seinem Agenten bzw. dem Verein noch nicht gesprochen ist.

WIE IST VAN PERSIE DRAUF?

Im Angriff hängt viel davon ab, ob Robin Van Persie fit bleibt. Der Niederländer ist ein begnadeter Fußballer ohne richtige Schwächen, dessen Körper allerdings immer wieder Probleme bereitet. So konnte er in sieben Saisonen beim Klub noch nie mehr als 28 Spiele pro Spieljahr in der Premier League absolvieren, da er stets von Verletzungen zurückgeworfen wurde. In der Saison 2010/11 hat Van Persie jedoch einen markanten Entwicklungssprung gemacht, in der zweiten Saisonhälfte stellte er zudem einen bemerkenswerten Rekord auf: Er traf in zehn Auswärtsspielen in Folge insgesamt zwölf Mal ins Schwarze. Wechselkandidaten in diesem Mannschaftsteil sind der Däne Niklas Bendtner sowie Andrey Arshavin, der eine durchwachsene Saison hinter sich hat.
Am Transfermarkt wird Arsene Wenger wohl fast schon traditionell sehr zurückhaltend agieren. Es ist nicht völlig klar, ob er dies aus Überzeugung tut oder die Vorgaben aufgrund der Rückzahlungen für das bald vereinseigene Stadion seinen finanziellen Spielraum einengen. Nichtsdestotrotz ist zu erwarten, dass Arsenal bei einem Abgang von einem Leistungsträger wie Samir Nasri entsprechend reagieren würde. Ein Abgang von Fabregas erscheint unwahrscheinlich, da der FC Barcelona den Gürtel finanziell enger schnallen muss und die Ablöse wohl kaum zu stemmen sein würde.

TITELCHANCE BEI OFFENSIVER ENTLASTUNG

Frühe Prognose: Holt Arsene Wenger einen neuen Stürmer mit Klasse, der Van Persie entlasten kann, kann Arsenal den Titel gewinnen. Das Mittelfeld mit Fabregas, Wilshere, Ramsey und Song ist in der Breite und vom Talent her das Beste, was die Premier League zu bieten hat. Medienberichten zufolge hat Arsenal nun den 23 Jahre alten Argentinier Ricardo Álvarez verpflichtet, der im offensiven Mittelfeld hauptsächlich als Spielmacher zum Einsatz kommt und die Offensivoptionen von Wenger erweitern wird.

GERVINHO UND SAMBA IM GESPRÄCH

Der Einbruch in den vergangenen Jahren war zumeist einerseits auf fehlende Qualität in Schlüsselpositionen, andererseits auf Unerfahrenheit und auch Fahrlässigkeit bzw. Unkonzentriertheit vor dem gegnerischen Tor zurückzuführen. Die angesprochenen Positionen will und wird Wenger nun wohl besetzen: Der Ivorer Gervinho vom französischen Meister Lille OSC ist ebenso im Gespräch wie Blackburn-Kapitän Christopher Samba, der gemeinsam mit Vermaelen ein veritables Bollwerk bilden könnte, das zudem enorm gefährlich bei Standardsituationen im gegnerischen Strafraum ist. Gespannt darf man auf die Weiterentwicklung von Englands Ausnahmetalent Jack Wilshere und des 20-jährigen Henri Lansbury sein, den viele Arsenal-Fans im Kader der kommenden Saison erwarten.

In: Carl Jerkinson (£1m, Charlton Athletic), Armand Traoré (Juventus, Leihzeit beendet)
Out: Jens Lehmann (Karriereende)

Starostyak, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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