Zum Auftakt der achten Runde der englischen Premier League empfängt der amtierende Meister Manchester City am Samstag im heimischen Etihad-Stadium Tottenham. Beide Mannschaften trennen... Vorschau | Tottenham sinnt gegen Manchester City auf Revanche

Tottenham HotspurZum Auftakt der achten Runde der englischen Premier League empfängt der amtierende Meister Manchester City am Samstag im heimischen Etihad-Stadium Tottenham. Beide Mannschaften trennen in der Tabelle lediglich drei Punkte, die zweitplatzierten Citizens halten bei 14, die Spurs rangieren mit elf Zählern auf dem sechsten Platz. Bei einem Auswärtserfolg würden die Londoner mit City gleichziehen und den Anschluss an die Champions-League-Plätze wahren. Die Gäste haben keine guten Erinnerungen an die jüngsten Duelle, in den letzten beiden Begegnungen mit Manchester City musste Tottenham zwei herbe Klatschen einstecken (1:5, 0:6).

Für beide Trainer zählt nach durchwachsenem Saisonstart nur ein Sieg

Citys Coach Manuel Pellegrini steht vor dem vierten Saisonheimspiel seiner Mannschaft vor einer schwierigen Aufgabe: Die letzten beiden Auftritte in der Liga zuhause brachten gerade einmal ein Pünktchen, zudem steht man in der Champions League nach der Auftaktniederlage gegen die Bayern und dem Remis gegen die AS Roma gehörig unter Druck. Nur drei Tage nach dem Duell mit Tottenham steht das schwierige Gastspiel bei ZSKA Moskau an. Für Pellegrini bedeutet das, dass er seine Aufstellung mit Bedacht wählen muss, obgleich kein Spieler angeschlagen oder gesperrt ist. Es ist anzunehmen, dass er dennoch in seinem bewährten 4-4-2-System beginnen wird.

Für Tottenham und Trainer Mauricio Pochettino verlief der Start in die neue Spielzeit mittelmäßig, daheim musste man bereits zweimal eine Niederlage einstecken. Die Auswärtsform sollte seinen Schützlingen trotzdem Mut machen, in Liga und Europa League ist man auf fremden Plätzen noch unbesiegt. Im Gegensatz zum Ligakonkurrenten hat man zwei Tage länger Regenerationszeit, da man erst am Donnerstag in der Europa League spielt. Aus diesem Grund wird Pochettino wohl auch seine stärkste Elf aufs Feld schicken, in der Hoffnung, dass sein Team eine ähnlich gute Leistung zeigt wie zuletzt im Derby gegen Arsenal, als den Gunners mit intelligenter Kontertaktik ein Punkt abgetrotzt werden konnte.

City wird das Spiel machen, Tottenham auf Konter setzen

Ebenjene Taktik gilt es für die Spurs auch im Spiel am Samstag umzusetzen. Gegen Arsenal ließ sich sehr gut beobachten, dass Tottenham nach Ballgewinnen versucht, mit schnellen Direktpässen und Laufwegen über die Außen den Gegner zu überrumpeln. Insbesondere die in der letzten Saison kaum zum Einsatz gekommenen Flügelspieler Nacer Chadli und Erik Lamela nehmen hierbei eine wichtige Rolle ein: Mit ihrer enormen Antrittsschnelligkeit, den ständigen Seitenwechseln und nicht zuletzt dank der exzellenten Ballbehandlung auf engstem Raum sind die beiden wie prädestiniert für das Konterspiel. Mit dem Dänen Christian Eriksen im zentralen offensiven Mittelfeld des 4-2-3-1-Systems hat Pochettino dazu noch einen Mann, der die Pässe hinter die Defensivreihen spielen kann und zudem bei Standardsituationen brandgefährlich ist. In der Sturmspitze dürfte der Togolese Emmanuel Adebayor aufgrund seiner Physis und dem guten Zusammenspiel mit den oben genannten Offensivleuten wohl erneut den Vorzug gegenüber seinem Konkurrenten Roberto Soldado erhalten.

Manchester City verlor in der vergangen Premier-League-Saison nur eines von 19 Heimspielen, Tottenham schoss man mit einem halben Dutzend Tore vom Platz. Damals eröffnete Jesús Navas bereits nach 15 Sekunden den Torreigen, von einem solchen Blitzstart ist kommenden Samstag wohl nicht auszugehen. Denn Navas wird wahrscheinlich nur die Zuschauerrolle bleiben, da sich sein Konkurrent James Milner in ausgezeichneter Form befindet und besonders in der letzten Heimpartie gegen Chelsea brillieren konnte. Aller Voraussicht nach werden die Citizens dieses Mal trotzdem wieder gezwungen sein, das Spiel zu machen. Unabhängig davon wie tief der Gegner steht sind sie durchaus in der Lage, das Ergebnis des Vorjahres zu wiederholen. Coach Pellegrini ist kein Freund von großen Rotationen, seine Startelf ist eingespielt, die Spieler bestens aufeinander abgestimmt. Hochmut sollte beim Chilenen jedoch keinesfalls angebracht sein, schließlich mussten seine Mannen in den Heimauftritten gegen Stoke (0:1) und Chelsea (1:1) bereits den Nimbus der Unbesiegbarkeit ablegen.

Zentrales Mittelfeld als spielentscheidender Faktor

Citys spielerischer Dominanz ist mit einem konzentrierten Auftreten und sauber zu Ende gespielten, schnellen Gegenstößen entgegen zu wirken. In diesem Punkt ist Tottenhams Mittelfeld gefordert, die Kreise der kreativen gegnerischen Akteure einzuengen, ohne unnötige Fouls zu begehen oder Verwarnungen zu riskieren. Auf der Sechserposition ließ Mauricio Pochettino zuletzt stets das Duo Capoue/Mason zum Einsatz kommen. Fraglich ist jedoch, ob der 23-jährige Mason – der erst vor kurzem sein Debüt in der obersten Spielklasse gegeben hat – gegen das spiel- und zweikampfstarke Zentrum von Manchester City das Vertrauen des Trainers erhält. Alternativ könnte der Belgier Moussa Dembélé in der Startelf stehen.

Sollte es den Spurs gelingen, die Kontrolle in der Mitte aufrecht zu erhalten und vor allem Citys Motor Yaya Touré aus dem Spiel zu nehmen, so könnten sie mit ihren schnellen Außenspielern für potenzielle Gefahr über die Flanken sorgen. In diesem Punkt würde sich die Option anbieten, Eriksen ein Stück nach hinten zu versetzen und aus dem 4-2-3-1 ein 4-3-3 zu machen. So würden sich Tottenhams zentrale Akteure im Mittelfeld stets in Überzahlsituationen befinden und mithilfe einer guten Raumaufteilung den Gegner zwingen, das Spiel vermehrt über die Seiten aufzuziehen.

In diesen Situationen wäre es für das Heimteam von Vorteil, nur mit einem anstelle von zwei Stürmern zu spielen. Stattdessen könnte Pellegrini entweder einen zusätzlichen Flügelspieler zur Überlagerung der Seiten oder einen zentralen Akteur wie Frank Lampard aufbieten, um zentral über den Erfolg zu kommen. Dennoch bleibt die Option mit zwei Mittelstürmern am wahrscheinlichsten, da sich sowohl Dzeko als auch Agüero oder Jovetic in guter Verfassung befinden und immer für Treffer gut sind.

Citys Champions-League-Auftritt als Chance für die Spurs?

Dass es für Tottenham eines enormen Kraftaktes bedarf, um Punkte aus Manchester mitzunehmen, ist kein Geheimnis. Dennoch scheint die Gelegenheit groß wie nie, erstmals seit über fünf Jahren wieder beim Ligakrösus zu gewinnen. Pochettinos System beginnt langsam zu greifen, die Automatismen zu wirken. Zudem steht City vor den eigenen Fans in der Bringschuld, zwei Heimspiele ohne vollen Erfolg ist das erfolgsverwöhnte Publikum nicht gewohnt. Eventuell sind die Kicker mit den Gedanken schon beim Champions-League-Spiel in Moskau, denn dort gilt das Motto: Verlieren verboten!

Martin Roithner, abseits.at

Martin Roithner

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