Im ersten Teil unseres Spezials über einen der Austria-Gegner in der Europa League Gruppenphase, den ukrainischen Verein Metalist Kharkiv, erfahrt ihr alles über das... Der ewige Dritte aus der Stadt der Wissenschaftler – das ist Austria-Gegner Metalist Kharkiv!

Im ersten Teil unseres Spezials über einen der Austria-Gegner in der Europa League Gruppenphase, den ukrainischen Verein Metalist Kharkiv, erfahrt ihr alles über das Standing des Klubs im In- und Ausland. Zudem erfahrt ihr Details zur Transferpolitik der letzten Jahre, in denen Metalist Kharkiv mit aller Gewalt versuchte, den Anschluss zu Dynamo Kiev und Shakhtar Donetsk zu finden.

Name: ФК Металіст Харків
Transskribiert aus dem Ukrainischen: FK Metalist Kharkiv
Transskribiert aus dem Russischen: FK Metalist Charkow
Gegründet: 1925
Stadion: OSK Metalist
Fassungsvermögen: 43.000
Präsident: Oleksandr Yaroslavskiy
Trainer: Myron Markevych
Heimtrikots: Komplett Gelb mit blauen Schultern
Auswärtstrikots: Blau mit gelben Schultern, gelbe Hose, blaue Stutzen
http://www.metalist.kharkov.ua/

Erfolge:
* Sowjetischer Pokalsieger 1988
* Fünfmal Dritter in der Premijer-Liha, der höchsten Spielklasse der Ukraine
* Achtelfinalist im UEFA-Cup 2008/09

STANDING IN DER UKRAINE

Metalist Kharkiv etablierte sich in den letzten Jahren als klare Nummer Drei hinter den ukrainischen Spitzenklubs Dynamo Kiev und Shakhtar Donetsk. In den letzten fünf Jahren war das Team jeweils drittstärkste Kraft im Land und auch in der aktuellen Saison liegt Metalist nach neun Runden auf Platz Drei der Tabelle, hat dabei ebenso wie Tabellenführer Shakhtar und Verfolger Dynamo Kiev noch kein Spiel verloren. Nach neun Partien hält das Team bei 19 Punkten, die aus fünf Siegen und vier Remis resultieren. In der vergangenen Saison erzielte das Team, welches mit 14 Legionären (davon neun Südamerikaner) gespickt ist, 58 Saisontore in 30 Spielen und stellte damit einen neuen Vereinsrekord auf.

Auch wenn die Spielerfluktuation bei Metalist Kharkiv sehr hoch ist, stehen die Strukturen des Klubs für Kontinuität. So ist auch heute noch Myron Markevych der starke Mann auf der Trainerbank – der 60-Jährige betreut die Mannschaft aus der zweitgrößten Stadt der Ukraine bereits in seiner siebten Saison.

STANDING IN EUROPA

Durch die starken letzten Jahre war Metalist Kharkiv Stammgast im Europacup. Trotz großen Potentials kam man dabei jedoch noch nicht an so manche Topleistung aus der Liga heran. In den letzten vier Saisonen scheiterte Kharkiv zweimal in der Qualifikation zur Europa-League- bzw. UEFA-Cup-Gruppenphase, erreichte die Gruppenspiele zwei weitere Male und stand einmal in weiterer Folge im Achtelfinale des UEFA-Cups.

Beim ersten Europacup-Anlauf 2007/08 scheiterte Metalist in der Qualifikation knapp am FC Everton (1:1 a, 2:3 h). Doch bereits eine Saison später zeigte die Mannschaft von Myron Markevych kräftig auf: Im UEFA-Cup-Playoff besiegte man Besiktas Istanbul souverän (0:1 a, 4:1 h), zog dann jedoch eine unangenehme Gruppe (damals noch im System der Fünfergruppen). Kharkiv überraschte alle und gewann seine Gruppe mit zehn Punkten aus vier Spielen – nur das 0:0 gegen Hertha BSC Berlin wurde kein voller Erfolg, danach gab es Siege über Galatasaray Istanbul (1:0 a), Olympiakos Piräus (1:0 h) und Benfica Lissabon (1:0 a). Nach zwei Erfolgen über Sampdoria Genua (1:0 a, 2:0 h) konnte Metalist den Aufstieg ins UEFA-Cup-Achtelfinale feiern, wo ausgerechnet Dynamo Kiev wartete. Das Hinspiel in Kiev verlor Kharkiv mit 0:1, wobei das Siegtor durch Ognjen Vukojevic das erste Europacupgegentor nach 590 Minuten bedeutete. Es folgte ein bitterer 3:2-Heimsieg, bei dem ein Eigentor von Verteidiger Andriy Berezovchuk das Ausscheiden nach der Auswärtstorregel besiegelte.

2009/10 besiegte Metalist zunächst den NK Rijeka, schied dann jedoch im Playoff zur Europa League Gruppenphase völlig überraschend gegen den SK Sturm Graz aus. Das Spiel in Graz endete 1:1 (Sturms Tor erzielte Daniel Beichler), in der Ukraine gelang Sturm dank eines weiteren Beichler-Tors ein 1:0-Sieg und damit die Sensation. Die Antwort der Ukrainer in der darauffolgenden Saison folgte auf den Fuß: Nachdem man Omonia Nikosia in der Qualifikation ausschaltete, wartete eine Gruppe mit Debrecen, PSV Eindhoven und Sampdoria Genua. Gleich in der ersten Runde schoss Metalist Debrecen auswärts mit 5:0 ab, das darauffolgende 0:2 zu Hause gegen PSV sollte die einzige Niederlage in der Gruppenphase bleiben. Gegen Sampdoria holte man vier Punkte (2:1 h, 0:0 a), gegen PSV immerhin einen (0:0 a) und auch zu Hause gegen Debrecen blieb das Team siegreich (2:1). In der im Februar angesetzten zweiten Runde verlor Metalist Kharkiv schließlich glatt gegen Bayer Leverkusen (0:4 h, 0:2 a).

Auch in der Saison 2011/12 sorgte Metalist bereits für Furore: Nach einem 0:0 zu Hause gegen den FC Sochaux besiegte man die Franzosen auswärts noch mit 4:0 und qualifizierte sich damit für die Gruppenphase, in der nun bekanntlich die Austria, AZ Alkmaar und Malmö FF warten.

TRANSFERPOLITIK

In der vergangenen Transferperiode musste Metalist seinen zweitbesten Torschützen der Vorsaison, Denys Oliynik, ablösefrei zu Dnipro ziehen lassen. Der 24-Jährige war jedoch der einzige Stammspieler, den Metalist ziehen lassen musste. Ansonsten verkaufte man einige Ergänzungsspieler um den Kader abzuspecken und rüstete die Mannschaft punktuell auf, verpflichtete zum Beispiel José Sosa von SSC Napoli, was dem Klub eine Ablösesumme von 2,2 Millionen Euro wert war. Eine Saison zuvor präsentierte Metalist Kharkiv, das den Anschluss zu Dynamo und Shakhtar finden wollte, seine große Kaufkraft. Der brasilianische Spielmacher Jajá wurde um 4,2 Millionen Euro zu Trabzonspor transferiert – und Metalist antwortete mit der Verpflichtung der beiden Brasilianer Taison und Cleiton Xavier, sowie der beiden Argentinier Sebastián Blanco und Jonathan Cristaldo. Alleine für diese vier Spieler legte Metalist 21 Millionen Euro auf den Tisch…

DIE STADT KHARKIV

Kharkiv, auch genannt Charkiv oder Charkov (russisch) ist nach der Hauptstadt Kiev die zweitgrößte Stadt der Ukraine und Bildungszentrum des Landes. In Kharkiv gibt es 42 Universitäten oder Hochschulen und die Stadt zählt derzeit etwa 1,5 Millionen Einwohner. Dass Kharkiv eine wichtige Kultur- und Wissenschaftsstadt ist beweist auch, dass gleich drei in Kharkiv geborene Wissenschafter mit Nobelpreisen ausgezeichnet wurden.

Kharkiv ist nur etwa 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt – zum Schwarzen Meer fährt man mit dem Auto allerdings sechs Stunden. Wer für das Auswärtsspiel nach Kharkiv fliegen möchte, dem sind zwei Nächte zu empfehlen, um die doch recht große Stadt richtig genießen zu können. Flüge nach Kharkiv sind ab Wien sehr teuer, Flüge nach Kiev – das etwa 460 Kilometer von Kharkiv entfernt ist – gibt es ab 180€ hin und retour. Relativ günstige Direktflüge nach Kharkiv gibt es allerdings von Budapest aus. Hier muss man etwa mit 250 bis 300€ rechnen.

Im zweiten Teil unseres Metalist-Kharkiv-Spezials erfahrt ihr alles über den „einzementierten“ Dritten der ukrainischen Meisterschaft. Ihr findet die Teaminfo im Laufe des Tages hier auf abseits.at!

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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