Die nigerianische Nationalmannschaft sah schon bessere Zeiten, auch wenn man als amtierender Afrikameister nach Brasilien reist. Die Mannschaft von Stephen Keshi gilt 2014 eher... Der Afrikameister steigt ins Turnier ein: Was kann Nigeria 2014?

Nigeria - FlaggeDie nigerianische Nationalmannschaft sah schon bessere Zeiten, auch wenn man als amtierender Afrikameister nach Brasilien reist. Die Mannschaft von Stephen Keshi gilt 2014 eher als aufgescheuchter Hühnerhaufen, denn als gut organisierte Truppe. Aber bei Turnieren zeigen die Super Eagles dann eben doch immer wieder was in ihnen steckt.

WM-Historie

1994 konnte sich Nigeria erstmals für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren. Damals überzeugte das Team auf Anhieb, konnte sich mit Siegen über Bulgarien und Griechenland fürs Achtelfinale qualifizieren und ließ trotz Niederlage Argentinien hinter sich. Erst im Achtelfinale folgte in der Verlängerung das Aus gegen Italien. Mit Top-Spielern wie Okocha, Amokachi, Yekini, Amunike, Oliseh oder Finidi George riss man die Sympathien des Publikums an sich. Auch 1998 schaffte man unter Bora Milutinovic den Einzug ins Achtelfinale, scheiterte aber an Dänemark. Danach wurde es eher ruhig um Nigeria: Zwar nahm man auch 2002 und 2010 an der WM teil, man schied aber jeweils in relativ schwierigen Gruppen vorzeitig aus. In der Qualifikation zur WM 2006 scheiterte man an Angola.

Qualifikation

Nigeria überstand die erste Phase der Qualifikation recht locker: Zwei Heimsiege über Malawi und Namibia (2:0, 1:0) ebneten den Weg zum Gruppensieg. Gegen dieselben Mannschaften gab es in den Auswärtsspielen jeweils Unentschieden. Gegen Kenia gab es zwar zu Hause nur ein Remis, dafür auswärts einen Sieg. Im Playoff um die WM-Teilnahme musste Nigeria gegen Äthiopien ran, die als leichtester Playoff-Gegner zu werten waren. Ein 2:1 im Hinspiel und ein 2:0 im Rückspiel ließen keine Zweifel aufkommen, ob Nigeria gegen den Außenseiter wackeln könnte. Die Super Eagles qualifizierten sich so zum fünften Mal für eine WM-Endrunde.

Gruppengegner

Nigeria ist auf dem Papier sicher ein Aufstiegsaspirant und nach der gestrigen Niederlage Bosniens gegen Argentinien stiegen die Chancen der Afrikaner noch ein wenig. Wenn allerdings heute kein Sieg über den Iran gelingt, wird es für Nigeria äußerst schwer noch ins Aufstiegsrennen einzusteigen. Eine halbwegs motivierte argentinische Mannschaft sollte für die Nigerianer außer Reichweite sein.

Bisherige Duelle

Gegen Argentinien verlor man bei der WM 1994 mit 1:2 und bei der WM 2002 mit 0:1. Dazwischen gab es noch ein 0:0 beim Confederations Cup. Nigeria ist gegen die Gauchos aber noch ohne Sieg. Während es mit Bosnien & Herzegowina noch kein Aufeinandertreffen gab, haben die Nigerianer gegen den Iran eine weiße Weste: 1998 gewann man ein Testspiel in Hong Kong mit 1:0.

Wo verdienen die Spieler ihr Geld?

Nur vier der 23 Kaderspieler Nigerias verdienen ihr Geld in der heimischen Liga. Alle anderen Kicker spielen in europäischen Ligen, allerdings ist die Dichte der echten Stars oder Top-Legionäre eher gering. Vier Spielen kicken in England, darunter die Chelsea-Legionäre Mikel und Moses, je zwei Spieler stehen in der Türkei, in Belgien und in Israel unter Vertrag. Weiters gibt es Legionäre aus den Ligen Schottlands, Spaniens, Italiens, Russlands, den Niederlanden und der Ukraine.

Extreme im aktuellen Kader

Längstdienende Spieler: Joseph Yobo (97 Länderspiele / 7 Tore), Vincent Enyeama (91/0) und Peter Odemwingie (61/10)

Jüngste Spieler: Kenneth Omeruo (20), Ogenyi Onazi (21), Michel Babatunde (21)

Älteste Spieler: Joseph Yobo (33), Peter Odemwingie (32), Shola Ameobi (32)

Rekorde

Höchster Sieg: Nigeria – Uganda 8:1 (1991)

Höchste Niederlage: Ghana – Nigeria 7:0 (1955)

Rekordspieler: Joseph Yobo (97 Länderspiele) vor Vincent Enyeama (91) und Nwankwo Kanu (86)

Rekordtorschütze: Rashidi Yekini (37 Länderspieltore) vor Segun Odegbami (22) und Yakubu Aiyegbeni (21)

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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