In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 19. Spieltag 2012/13 (Teil 1) – ÖFB-Legionäre sehen rot

Martin Harnik (VfB Stuttgart, ÖFB)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im Sonntags-Spitzenspiel standen sich der FC Bayern München und der VfB Stuttgart gegenüber, womit es zum Duell zwischen dem rechten Flügelspieler Martin Harnik und dem Linksverteidiger David Alaba kam. Die Gäste aus München entschieden die Partie mit einem 2:0-Auswärtssieg für sich, Martin Harnik sah zehn Minuten vor Spielende die gelb-rote Karte. Der Stuttgart-Legionär ist übrigens nicht der einzige Österreicher, der am 19. Spieltag vorzeitig vom Platz gestellt wurde, denn auch Marko Arnautovic sah in der Nachspielzeit gegen den Hamburger SV den roten Karton.

Stuttgart-Trainer Bruno Labbadia verlor als Coach nun auch sein achtes Pflichtspiel gegen den FC Bayern München, wobei seine Truppe in der ersten Halbzeit recht gut dagegenhielt und durch einen Kopfball aus spitzem Winkel von Martin Harnik fast in Führung ging. Ein schwerer Abspielfehler von Linksverteidiger Cristian Molinaro leitete in der 50. Minute die Niederlage ein, als Mittelstürmer Mario Mandzukic einen katastrophalen Rückpass des Italieners abfing und den Führungstreffer erzielte. In der 72. Minute machte Thomas Müller alles klar, als er den Treffer zum 2:0-Endstand erzielte. Nach 19 Spieltagen stehen die Münchner nun mit 48 Punkten überlegen an der Tabellenspitze und dürfen sich über einen Bundesliga-Rekord freuen, denn nie zuvor kassierte ein Verein zu diesem Zeitpunkt nur sieben Gegentore.

Martin Harnik zu selten gefährlich

Der VfB Stuttgart feuerte in den 90 Minuten nur fünf Torschüsse ab und agierte in der Offensive die meiste Zeit über zahnlos. Der Heimmannschaft gelang es im ersten Durchgang geschickt den Spielaufbau der Bayern über die Seiten stark einzuschränken und mannschaftlich zeigte die Truppe von Bruno Labbadia bei gegnerischem Ballbesitz eine disziplinierte Vorstellung. Nach vorne gelangen allerdings nur selten gefährliche Spielzüge, die wahrscheinlich beste Möglichkeit hatte Martin Harnik, der in der 35. Minute aus spitzem Winkel per Kopf die Stange traf. Landsmann David Alaba verlor in dieser Szene den Flügelspieler ein wenig aus den Augen und konnte ihn nicht am Kopfball hindern. Abgesehen von dieser Szene konnte der 25-Jährige nur selten Akzente setzen, was auch ein Blick auf seine Leistungsdaten bestätigt. Neben einem Torschuss brachte er keine nennenswerten Aktionen zu Stande: kein Tor, keine Torvorlage, keine Torschussvorlage und keine Flanke. Trotz dieser recht ernüchternden Bilanz war der österreichische Nationalspieler in der ersten Halbzeit einer der Aktivposten seiner Mannschaft. In der zweiten Hälfte verlor er aber den Zugriff, was wohl auch zu seinem Frustfoul in der 80. Minute führte. Beim Auswärtsspiel gegen Fortuna Düsseldorf wird Martin Harnik somit seiner Mannschaft fehlen.

Weitere Statistiken

Der FC Bayern München hatte 64% Ballbesitz und fabrizierte fast dreimal so viele Pässe wie der Gastgeber. Da wundert es nicht, dass Martin Harnik, der generell wenige Ballkontakte hat, nur 30 Mal den Ball berührte.  Von zehn Pässen kamen sechs bei seinen Mitspielern an, in der Offensive konnte er sich in 1-gegen-1-Duellen nur selten durchsetzen, weshalb auch seine Zweikampfbilanz negativ ist: von 41 Duellen entschied er bloß 14 für sich (34,2%). Was seine Laufarbeit betrifft, kann man ihm wieder keine Vorwürfe machen, denn in 80 Minuten lief er 10,9 Kilometer. Auffallend ist, dass er viele Aktionen mit hohem Tempo absolvierte und sowohl in den Kategorien Sprints (27), als auch bei den intensiven Läufen (74) die mannschaftsinterne Wertungen anführt. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben dem bemühten, aber glücklosen Flügelspieler die Note 4.

Holzhauser kann keine neuen Impulse setzen

In der 64. Minute nahm VfB-Coach Bruno Labbadia einen Doppeltausch vor und brachte Raphael Holzhauser und Tunay Torun für Shinji Okazaki und Ibrahim Traore. Torun war von den beiden der auffälligere Wechselspieler und gab in der relativ kurzen Spielzeit gleich drei der fünf Stuttgarter Torschüsse ab. Holzhauser spielte im zentralen Mittelfeld und kam auf 14 Ballkontakte. Elfmal spielte er den Ball zu seinen Mitspielern ab und fabrizierte dabei keinen einzigen Fehlpass. Weniger gut sah es bei den Zweikämpfen aus, denn der Mittelfeldspieler gewann kein einziges seiner vier Duelle. Der 19-Jährige kam in einer schwierigen Phase ins Spiel und konnte keine entscheidenden Akzente setzen. Der kicker bewertete ihn nicht, da er eine Spielzeit von unter 30 Minuten aufwies. Sportal.de gab dem Youngster die Note 4, womit er die gleiche Bewertung wie Mannschaftskollege Martin Harnik erhielt.

David Alaba mit weniger Ballkontakten als zuletzt

attsideVergangene Woche kam David Alaba im Spiel gegen Greuther Fürth, das ebenfalls mit 2:0 gewonnen wurde, auf 106 Ballkontakte. Diesmal berührte er lediglich 62 Mal das Spielgerät, während sein Kollege auf der rechten Abwehrseite, Phillip Lahm, auf 96 Ballkontakte kam. Wie man an der Grafik rechts sehen kann, erfolgte der Spielaufbau der Bayern meist über den rechten Flügel (42%), während nur 28% der Angriffe über links vorgetragen wurden. Das Zusammenspiel zwischen Alaba und Ribery wurde von den Stuttgartern die meiste Zeit über  gut unterbunden, der Österreicher konnte nur sieben Pässe zu seinem französischen Kompagnon spielen. Dennoch gelangen den beiden einige Male Vorstöße nach vorne, wenn auch seltener als es es die Bayern-Fans gewöhnt sind. Durch das Zustellen der vertikalen Anspielstationen musste Alaba oft zu Innenverteidiger Dante abspielen. Dementsprechend überrascht es nicht, dass der auch ansonsten ballsichere Außenverteidiger eine hohe erfolgreiche Passquote hat: von 39 Zuspielen kamen 92% bei seinen Mitspielen an. Alaba gewann 13 seiner 21 Zweikämpfe (61,9%), was einen guten Wert darstellt. Der 20-Jährige hatte allerdings Probleme bei seinen Luftduellen und ließ beispielsweise Martin Harnik bei seiner größten Chance nach einer weiten Flanke alleine zum Kopfball hochsteigen. Überragend sind hingegen seine fünf Interceptions: kein anderer Spieler am Platz fing mehr gegnerische Pässe ab. David Alaba bekam vom kicker die Note 4, sportal.de gab ihm eine 3,5.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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