Zehn Spieltage vor dem Ende der Bundesligasaison liegen drei Mannschaften punktegleich am Ende der Tabelle. abseits.at blickt auf die bisherigen Abstiegskämpfe seit der Einführung... Der engste Abstiegskampf aller Zeiten?

BundesligaZehn Spieltage vor dem Ende der Bundesligasaison liegen drei Mannschaften punktegleich am Ende der Tabelle. abseits.at blickt auf die bisherigen Abstiegskämpfe seit der Einführung der Dreipunkteregel – ging es schon einmal enger zur Sache?

In der Saison 1995/96 war die Abstiegsfrage keine wirkliche. Vorwärts Steyr gewann kein einziges Spiel, hatte am Ende gerade einmal sechs Punkte zu Buche stehen. Der Absturz in die Zweitklassigkeit kam daher nicht überraschend, sondern deutete sich vielmehr bereits nach wenigen Runden an, denn erst am elften Spieltag gingen die Oberösterreicher nicht als Verlierer vom Platz.

1996/97 beendete die Admira die Saison drei Punkte hinter dem FC Linz als Letzter, doch da dieser mit dem Lokalrivalen LASK fusionierte, mussten die Niederösterreicher nicht direkt absteigen, sondern durften in der Relegation gegen den Vizemeister der 2. Division antreten. Dieser hieß Vorwärts Steyr und wurde recht deutlich bezwungen.

Die Freude in der Südstadt wehrte jedoch nur kurz, denn 1997/98 kam der Admira keine Fusion zur Hilfe und die Südstädter mussten mit nur 22 Zählern den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Auf den Vorletzten Austria Lustenau fehlten zehn Punkte.

Vorwärts Steyr nahm 1998/99 wieder an der Bundesliga teil, erwies sich aber erneut als nicht konkurrenzfähig. Immerhin standen am Ende der Saison drei Siege mehr als beim letzten Oberhaus-Intermezzo auf der Habenseite, doch mit nur zwölf Punkten blieb man hoffnungslos hinter der Konkurrenz zurück. Da fielen auch die drei abgezogenen Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzkriterien nicht mehr ins Gewicht.

Nach drei Jahren in der Bundesliga musste Austria Lustenau1999/2000 die Segel streichen und wartet bis heute auf eine Rückkehr. Die Vorarlberger kamen nach einem starken Saisonstart auf lediglich 19 Zähler und wiesen damit auf den Lokalrivalen aus Bregenz ein Defizit von nicht weniger als 16 Punkten auf.

Mit dem LASK erwischte es 2000/01 einen Großklub. In der vorletzten Runde wurde der Abstieg endgültig besiegelt – ausgerechnet durch eine Niederlage beim oberösterreichischen Rivalen aus Ried. Vor 8.000 Zuschauern im alten Rieder Stadion erzielte Muhammet Akagündüz in der dritten Minute der Nachspielzeit das einzige Tor der Partie.

Einmal mehr fand sich die Admira 2001/02 abgeschlagen am Tabellenende wieder, doch erneut musste sie nicht den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Rettend sprang diesmal Meister FC Tirol ein, der sich finanziell heillos übernommen hatte und demzufolge keine Lizenz erteilt bekam.

Den vielleicht überraschendsten Absteiger gab es in der Saison 2002/03. Schlussendlich traf es die SV Ried, obwohl die Innviertler zur Winterpause noch auf dem vierten Tabellenplatz gelegen hatten. Im Frühjahr kamen aber gerade einmal acht Punkte hinzu, was die rote Laterne bedeutete. Besonders bitter: Vor der finalen Runde rangierte Ried noch zwei Punkte vor Bregenz, doch die Vorarlberger gewannen schlussendlich mit 2:0 bei Meister Austria, während Ried der Admira zuhause unterlag.

 

2003/04 verlor das südlichste Bundesland seinen einzigen Verein in der Beletage des österreichischen Fußballs. Der FC Kärnten lieferte sich ein heißes Duell mit Sturm Graz und lag vor dem letzten Spieltag sogar punktegleich mit den Steirern. Da diese zum Abschluss aber gegen Bregenz gewannen, während Kärnten bei der Austria den Kürzeren zog, war der Abstieg besiegelt.

Im Jahr darauf traf es Bregenz gleich in doppelter Hinsicht. Die Vorarlberger hatten die Saison 2004/05 als abgeschlagener Letzter beendet und bekamen darüber hinaus keine Lizenz erteilt. Der Verein wurde daraufhin aufgelöst – heute spielt der Nachfolgeclub SC Bregenz in der Regionalliga West.

In der Spielzeit 2005/06 erwischte es wieder einmal die Admira. Die Südstädter hatten am Ende der Saison 33 Punkte auf dem Konto und lagen damit deutlich hinter Wacker Tirol sowie Sturm Graz zurück.

Die Saison 2006/07 ging als die vielleicht schwärzeste in die Geschichte der österreichischen Bundesliga ein. Mit Sturm und dem GAK mussten beide Grazer Vereine Konkurs anmelden, doch während sich die Schwarz-Weißen retten konnten, stürzte der GAK in die Regionalliga ab. Insgesamt wurden den Athletikern 28 Punkte abgezogen, da sie gegen diverse Lizenzkriterien verstoßen hatten. Das bisher letzte Tor im Grazer Derby erzielte Mario Haas. Vor den Punkteabzügen (auch Sturm bekam ein Minus von 13 aufgebrummt) bot sich in der Winterpause noch ein kurioses Bild am Tabellenende: Die Wiener Austria stellte das Schlusslicht dar, auf Rang neun lag Rapid.

Deutlich ruhiger ging es 2007/08 zu. Altach, Austria Kärnten und Wacker Innsbruck kämpften auf den hinteren Tabellenrängen – mit dem schlechteren Ende für die Tiroler. 29 Punkte waren zu wenig für den Klassenerhalt.

Im Jahr darauf erwischte es die Vorarlberger. Altach lieferte sich 2008/09 lange Zeit ein beherztes Duell mit Mattersburg, doch ein 5:4 für die Burgenländer in Runde 29 sorgte für eine Vorentscheidung. Die anschließende Aufholjagd sollte nicht mehr belohnt werden, denn trotz eines Sieges in der letzten Runde bei der Meisterparty in Salzburg reichte es für Altach nicht zum Klassenerhalt, da Mattersburg einen Spieltag zuvor überraschend bei Rapid triumphiert hatte.

2009/10 kam sowohl sportlich wie auch wirtschaftlich der Exodus für Austria Kärnten. Die Klagenfurter beendeten die Saison als abgeschlagene Letzte und gingen nach der Lizenzverweigerung Konkurs. Der Verein wurde schließlich aufgelöst.

Den LASK traf es erneut in der Saison 2010/11. Auch mehrere Trainerwechsel – am Ende stand Walter Schachner auf der Kommandobrücke – konnten den Sturz der Oberösterreicher in die Zweitklassigkeit nicht verhindern. Auf den Vorletzten aus Mattersburg fehlten schlussendlich zwölf Punkte.

In der Vorsaison verabschiedete sich Kapfenberg wieder aus der Bundesliga. Noch vor der Winterpause wurde Langzeittrainer Werner Gregortisch durch Thomas von Heesen ersetzt, doch auch die durchaus talentierten Neuverpflichtungen des Deutschen konnten das Ruder nicht mehr herumreißen und die Steirer verpassten den Klassenerhalt deutlich.

OoK_PS, abseits.at

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